Zwischen »Ghetto« und »Normalität«

Deutungskämpfe um stigmatisierte Stadtteile in Frankreich

Die »Krise der Vorstädte« – seit mehr als 30 Jahren verursacht die Stigmatisierung von bestimmten Stadtteilen in französischen Großstädten, den »banlieues«, städtebauliche und soziale Probleme. Neuere geographische Arbeiten fokussieren oft die Konstitution der stigmatisierten Stadtteile durch stadtpolitische oder mediale Akteure. Weniger Aufmerksamkeit erhielten bislang gegenhegemoniale Perspektiven, die diese wirkmächtigen Diskurse infrage stellen. Am Beispiel der französischen Rap-Musik untersucht Andreas Tijé-Dra solche Positionierungspraktiken, die alternative Raum- und Identitätskonzepte hervorbringen.

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2018-05-22, 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4291-9

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Andreas Tijé-Dra

Andreas Tijé-Dra, Erlangen, Deutschland

... mit Andreas Tijé-Dra

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Stigmatisierung bestimmter inner- und randstädtischer Viertel in Frankreich wurde häufig mit zu beseitigenden urbanistischen, sicherheits- und sozialpolitischen Schieflagen erklärt. Dabei entstand ein Forschungskorpus, das institutionelle Akteure fokussierte und stellenweise eine Handlungsunfähigkeit der Betroffenen von Stigmatisierungsprozessen suggerierte. Die Umdeutungen von Stigmatisierung blieben geographisch kaum erforscht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ins Hintertreffen gerieten bislang Perspektiven, die eine Anfechtung von hegemonialen Raumdiskursen betonen und alternativen Erklärungen für die Lage der Viertel nachspüren. Einen bislang kaum beachteten empirischen Zugang ermöglichen die Diskurse der Rap-Musik in Frankreich: Ihre Akteure erfahren eine erhöhte Aufmerksamkeit, gelten aufgrund von Fremd- oder Selbstzuschreibungen nicht selten als ›Repräsentanten der Vorstädte‹ und re-interpretieren Bewertungen zur Stigmatisierung bestimmter Viertel.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Neben einer Thematisierung der viel diskutierten Handlungs(un)fähigkeit von (räumlich) Stigmatisierten schlägt der Ansatz eine nuancierte Verbindung von aktuell diskutierten diskurs- und performativitätstheoretischen Konzepten vor. Dies ermöglicht, die Bedeutungsherstellung von Räumen als stets im Fluss befindlich und politisierbar zu betrachten. Zudem wird ein mixed-methods-approach verfolgt, der unterschiedliche Ebenen der gegenhegemonialen Raumdiskurse in Beziehung setzt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch richtet sich gleichermaßen an Stadtforscher_innen sowie Diskursforscher_innen, ferner auch an stadtteilpolitische Praktiker_innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Am Beispiel gegenhegemonialer Raumdiskurse in Frankreich skizziert das Buch die Anfechtung und Produktivität räumlicher Stigmatisierung.

Autor_in(nen)
Andreas Tijé-Dra
Buchtitel
Zwischen »Ghetto« und »Normalität« Deutungskämpfe um stigmatisierte Stadtteile in Frankreich
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
258
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-4291-9
DOI
10.14361/9783839442913
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG RGC JFCA
BISAC-Code
SOC026030 SOC015000 SOC022000
THEMA-Code
JBSD RGC JBCC1
Erscheinungsdatum
2018-05-22
Auflage
1
Themen
Popkultur, Raum, Stadt
Adressaten
Sozial- und Kulturgeographie, Soziologie, Raumplanung, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Rap, Banlieue, Frankreich, Diskursanalyse, Stadtgeographie, Kulturgeographie, Performativität, Raum, Stadt, Popkultur, Urban Studies, Geographie

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