Schwuler* Fußball

Ethnografie einer Freizeitmannschaft

Durch Sprache diskriminiert und lange Zeit tabuisiert: schwule Fußballer. 2015 haben sie mit dem Coming-out des ehemaligen deutschen Nationalspielers Thomas Hitzlsperger eines ihrer ersten und prominentesten Gesichter erhalten. Jenseits von Scheinwerferlicht und Einzelfällen nimmt diese ethnografische Studie erstmalig den Alltag von schwulen* Fußballteams im Freizeit- und Amateurbereich in den Fokus. Die teilnehmende Beobachtung als Spieler-Trainer führte Stefan Heissenberger auf die Vorder- und Hinterbühnen dieses Unterfeldes des heteronormativen Fußballs.

Die Ergebnisse zu Vereinspolitik, Geselligkeit, schwulen* Turnieren und Männlichkeiten sowie deren Einbettung in »den« Fußball setzen neue Impulse für die sozialwissenschaftliche und gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit der weltweit bedeutsamsten Sportart.

29,99 € *

2018-06-04, 382 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4292-6

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Stefan Heissenberger

Stefan Heissenberger, Berlin, Deutschland

... mit Stefan Heissenberger

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Fußball ist der beliebteste Sport in Deutschland. Es wird viel Aufwand betrieben, eine offene und integrative Welt des Fußballs zu zeichnen. Schaut man sich dieses Bild genauer an, dann wird man offen Schwule jedoch vergeblich suchen. Zwar wurde in den letzten Jahren viel über Homosexualität im Fußball diskutiert und geschrieben, empirisch belastbare Daten gibt es aber so gut wie keine. Überspitzt ausgedrückt: Es wurde mehr über als mit schwulen Fußballern gesprochen. Diesen Umstand wollte ich ändern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Um die Perspektive von schwulen Fußballern zu erfassen, habe ich mich dem relativ unbekannten Phänomen von schwulen Freizeit- und Amateurteams gewidmet. Dafür habe ich mehrere Jahre bei Vorspiel SSL Berlin als Spieler-Trainer geforscht. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass die Erfahrungen jener schwulen Fußballer, die sich (teilweise) in ihren heteronormativen Vereinen geoutet haben, vielschichtiger und mitunter positiver sind, als es der bisherige Diskurs zu Homosexualität im Fußball vermuten ließe.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Auf einer übergeordneten Ebene kann mit der Untersuchung von LGBTI*-Sportvereinen nachgezeichnet werden, wie sich queere Räume aus dem Spannungsverhältnis von Widerstand und Anpassung entwickeln. Auf den Fußball selbst bezogen hoffe ich einen Beitrag geleistet zu haben, Schwule als handelnde Akteure zu positionieren und damit homophoben Stereotypen den Spiegel der Empirie vorhalten zu können.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Für das Buch habe ich zwei Zeitzeugen aus den Anfängen von Vorspiel in den 1980er-Jahren interviewt. Ich würde mich aber gerne noch mit weiteren Gründer_innen von LGBTI*-Sportvereinen aus jener Zeit unterhalten. Mich würde vor allem interessieren, wie sie mit dem Blick von damals ihre Vereine von heute sehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Schwuler* Fußball« beinhaltet alles, was Sie schon immer zu diesem Thema wissen wollten, sich aber nicht zu fragen trauten.

O-Ton: »Ihr spielt wie Mädchen"« – Stefan Heissenberger im Interview bei Radio blu.fm am 11.07.2018.
http://bit.ly/2No1u4r
Besprochen in:
https://derstandard.at, 11.07.2018, Brigitte Theissl
Autor_in(nen)
Stefan Heissenberger
Buchtitel
Schwuler* Fußball Ethnografie einer Freizeitmannschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
382
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-4292-6
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JHMC JFSJ
BISAC-Code
SOC012000 SOC002010 SOC032000
THEMA-Code
JBSJ JHMC JBSF
Erscheinungsdatum
2018-06-04
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Körper
Adressaten
Kulturanthropologie, Sozialanthropologie, Gender Studies, Soziologie, Politikwissenschaft, Sportwissenschaft sowie NGOs und Sportverbände
Schlagworte
Fußball, Schwulsein, Homosexualität, Männlichkeiten, Humor, Teilnehmende Beobachtung, Heteronormativität, Amateursport, Geschlecht, Körper, Queer Theory, Kulturanthropologie, Gender Studies, Sport, Kulturwissenschaft

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