Diskurskonstruktionen und Selbst

Eine kognitionslinguistische Perspektive auf Literatur und Realität vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Auf welche Weise stellen sprachliche Konstruktionen mentale Realitäten her? Welche kognitiven Prozesse und sprachlichen Konstruktionen unterstützen uns darin, das Leben und uns selbst kohärent zu halten? Was bedeutet »Konditionalität«?

Dr. Muchas kognitionslinguistische Studie entwickelt in interdisziplinärer Diskussion ein pragmasemantisches Modell der (interaktionalen) Diskurskonstruktionen, das Prozesse der Selektion, Extension und Resonanz an die jeweilige Perspektive des (Sprecher-)Selbst und instanziierte Schemata rückbindet. In diesem Design nimmt die Studie (schematische) konditionale/binäre und pronominale Konstruktionen in den Blick und verknüpft sie mit der Konzeption des Selbst. Die Korpusanalysen sind einerseits diachron angelegt (17. bis 21. Jahrhundert), andererseits textsorten- und genreübergreifend (Dramen, Briefe, Erzählungen), so dass Zeiträume in schematisch-diskursgrammatischer Perspektive durchschritten und Literatur und Realität miteinander vernetzt werden. Kognitionswissenschaftliche und gesellschaftspolitische Überlegungen zu sowie literarische und nicht-literarische Konfigurationen von sexualisierter Gewalt und Trauma komplettieren die Untersuchung.

44,99 € *

2018-04-06, 406 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4316-9

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Katharina Mucha

Katharina Mucha, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

... mit Katharina Mucha

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Ich möchte die Menschen verstehen. Der jeweiligen Selbstgestaltung von Individuen wird in Gesellschaften zu wenig Bedeutung beigemessen. Die Technologien des Selbst sind zu wenig erforscht. Jeder Mensch ist soziales Wesen und braucht den Rückhalt nachhaltig handelnder Gesellschaften. Wir müssen stärker in Welt denken: Das Leben jedes einzelnen Individuums ist rückgebunden an das Leben aller Menschen. Es bedarf inter- und intrasubjektiver Prozesse.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die kognitionslinguistischer Forschung, was zugleich neue interdisziplinäre Perspektiven eröffnet: Das Buch schafft 1. Bewusstsein dafür, dass Literatur und Realität vernetzt mit Blick auf Geist, Körper und Sprache sind, zeigt 2., dass Sprache Mittel ist, uns selbst und Gesellschaften zu gestalten, weist 3. nach, dass wir uns eingebunden in (schematische) Denksysteme bewegen, macht 4. darauf aufmerksam, dass Sprache an Perspektiven gebunden steht, führt 5. auf die Spur einer Open-mindedness.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine interdisziplinär vernetzende: Was bedeuten Verantwortung und Individualität? Welche Rolle spielt Sprache mit Blick auf diese Größen? Wie können wir uns mit unterschiedlichen Erfahrungen einander verständlich machen, die Perspektive wechseln und Bedeutung generieren? Inter- und intrasubjektive Prozesse verhandeln frames (Wissensstrukturen): Sie setzen ein wechselseitiges Interesse voraus und ermöglichen flexibles Handeln, das Horizont und Perspektiven aller beteiligten Selbste einbezieht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit der Bundeskanzlerin, der Journalistin Anne Will, der Neurowissenschaftlerin Tania Singer, der Pädagogin Sabine Andresen, dem Sozialpsychologen Andreas Zick, der Sprachwissenschaftlerin Ellen Fricke, dem Soziologen Michel Foucault, dem Literaturwissenschaftler Carsten P. Thiede und den Philosophen Nelson Goodman und Platon. Die vier zuletzt genannten Wissenschaftler sind leider schon in der Antike und im 20./21. Jh. verstorben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch spricht die Einladung aus, sich – inter- und intrasubjektive Prozesse gestaltend – den Flügeln einer ›progressiven Universalpoesie‹ (Schlegel) anzuvertrauen.

Autor_in(nen)
Katharina Mucha
Buchtitel
Diskurskonstruktionen und Selbst Eine kognitionslinguistische Perspektive auf Literatur und Realität vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
406
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-4316-9
DOI
Warengruppe
1561
BIC-Code
CF DSA DSB
BISAC-Code
LAN009000 LIT006000 LIT004170
THEMA-Code
CF DSA DSB
Erscheinungsdatum
2018-04-06
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Sprache, Literatur
Adressaten
Linguistik, Literaturwissenschaft, Diskursanalyse, Soziologie, Psychologie sowie Praktiker_innen in Therapie und Lehre
Schlagworte
Kognitive Linguistik, Literaturanalyse, Diskurskonstruktionen, Selbst, Interaktion, Sprache, Realität, Imagination, Literatur, Gesellschaft, Sprachwissenschaft, Literaturtheorie, Germanistik, Kultursoziologie, Literaturwissenschaft

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