Zwischen individuellem und kollektivem Gedächtnis

Erinnern und Erzählen im biografischen Dokumentarfilm

Die biografische Erzählung im Dokumentarfilm ist eine Spurensuche, aufgespannt zwischen den Koordinaten individuelle Erinnerung, Geschichte und Gedächtnis – und ihrer ästhetischen Verhandlung. Bianca Herlo zeichnet die Wechselwirkungen zwischen kollektivem und individuellem Gedächtnis und zeithistorischem biografischen Dokumentarfilm nach: Wie wird Vergangenheit dokumentarfilmisch verhandelt? Welche Auswirkungen hat dieses kraftvolle Erinnerungsmedium auf die Wahrnehmung historischer Vergangenheiten? Und nicht zuletzt: Welchen Einfluss hat diese Spielart des Dokumentarfilms auf eine aktive Gestaltung gegenwärtiger und zukünftiger Vorstellungs- und Handlungsräume?

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2018-07-27, 292 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4344-2

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Bianca Herlo

Bianca Herlo, Universität der Künste Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Im Vordergrund stand das Interesse an der Darstellung von Lebensgeschichte, Erinnerung und Gedächtnis als stillschweigende Treiber gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Es ging mir konkret um eine wenig erforschte Spielart des Dokumentarischen in ihren ästhetischen wie erinnerungskulturellen Dimensionen; um ihre Rolle als Medium der politischen Aufklärung, der Gegenöffentlichkeit und als epistemisches Instrument für Geschichtswissenschaft, Soziologie und Kulturwissenschaft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es verbindet dokumentarfilmische mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen zu Erinnerung und Gedächtnis. Diese sonst getrennten Wissensgebiete dienen dazu, die Besonderheiten des zeithistorischen biografischen Dokumentarfilms grundlegend zu erschließen. Das einführende Buch eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten für Forschungsarbeiten zu Theorie und Geschichte des Dokumentarfilms als Medium der Erinnerungsarbeit ebenso wie für eine systematische Ausdehnung des Erinnerungsbegriffs auf Medien.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Erinnerungskultur steht aktuell auf dem Prüfstand und ihre Rolle wird von der Kulturwissenschaft neu befragt. Wie wird sie zukünftig fortgeführt, wie gestalten wir sie? Umso wichtiger erscheint mir eine interdisziplinäre Hinwendung zu den Repräsentationen und medialen Transformationen innerhalb des Interesses an individuellen und inoffiziellen Erinnerungen und an der transgenerationellen Weitergabe. Aktuell stellt sich auch die dringende Frage, welche ethische Rahmensetzung wir dabei vornehmen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dem Soziologen Maurice Halbwachs, was nun leider nicht mehr möglich ist. Grundsätzlich diskutieren möchte ich vor allem die Prozesse der Umdeutung, Neuinterpretation und ästhetischen Verhandlung – also die Rolle von Gestaltung innerhalb dieser spezifischen Erzählschemata, Bedeutungszuweisungen und Sinnbildungsprozessen, die ja stets selektiv und in hohem Maße an aktuelle Bedürfnisse geknüpft sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Plädoyer für eine Diversifizierung und Pluralisierung von Erinnerungskulturen und für die kritische Auseinandersetzung mit ihren Repräsentationen.

Besprochen in:
www.hhprinzler.de, 19.10.2018, Hans Helmut Prinzler
Autor_in(nen)
Bianca Herlo
Buchtitel
Zwischen individuellem und kollektivem Gedächtnis Erinnern und Erzählen im biografischen Dokumentarfilm
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
292
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-4344-2
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JFD APFA
BISAC-Code
SOC022000 PER004030 SOC052000
THEMA-Code
JBCC JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2018-07-27
Auflage
1
Themen
Erinnerungskultur, Film
Adressaten
Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Geschichte, Soziologie
Schlagworte
Dokumentarfilm, Medien, Kultur, Erinnerungskulturen, Gedächtnis, Biografische Erzählung, Erinnerungsmedium, Gestaltung, Erinnerungskultur, Film, Medienästhetik, Kulturwissenschaft

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