Bildung und Liebe

Interdisziplinäre Perspektiven

Liebe ist ein Schlagwort, das in jüngsten Bildungsdiskursen zum Tabu avancierte und nur mit äußerster Vorsicht Eingang in die Fachliteratur findet. Zu fließend sind die Grenzen zum sexuellen Missbrauch – zu aufgeblasen und nichtssagend ist ihr inflationärer Gebrauch in den Massenmedien.

Was bedeutet aber ein Bildungsbegriff, der sich gänzlich dessen entledigt, was wir als Liebe verstehen? Der Band plädiert für eine Neubesinnung und versammelt Beiträge aus Philosophie, Pädgogik, Sozialethik, Entwicklungspsychologie sowie den Medienwissenschaften, der Humanethologie und der Missbrauchsprävention.

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2018-12-06, 412 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4359-6

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Nadja Köffler

Nadja Köffler, Universität Innsbruck, Österreich

Petra Steinmair-Pösel

Petra Steinmair-Pösel, KPH Edith Stein (Feldkirch), Österreich

Thomas Sojer

Thomas Sojer, Universität Innsbruck, Österreich

Peter Stöger

Peter Stöger, Universität Innsbruck, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Neben Chancen, Bildung und Liebe miteinander zu verbinden, stehen Irritationen. Sie kommen nicht nur aus der Missbrauchsdebatte. Sie rühren auch davon, wie denn mit ›weichen‹ Begriffen umzugehen sei: Stören sie nicht die Wissenschaftlichkeit? Kann der Alltag die Begriffe ›eichen‹? Müssen Bildung und Liebe ›nützlich‹ sein? Mitten sind wir in einer Paradigmendiskussion! Hier ist, manchmal zeitgeistig widerständig, auch in Widersprüchen, auf die Architektonik der Begriffe aufmerksam gemacht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Perspektive hat mit dem Punkt des An-Sehens zu tun. Von woher kommend betrachte ich ein Phänomen? Hat Bildung ›Ansehen‹? Hat die Liebe ›Ansehen‹, und welcher Art ist dieses An-Sehen, ist dieses An-Schauen? Beides in Wirkung und Wechselwirkung zu sehen, verlangt Nüchternheit. Insofern nun diese die Kehrseite der Liebe ist, eröffnet das Buch in Abrissen u. a. historische, psychologische und begriffsgenetische Zugänge und hilft, beide Begriffe auch auf der Folie der Eurozentrik zu befragen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ob neurophysiologische Erkenntnisse, Sexual- und Medienpädagogik, Bildungskolonialismus, digitales Lernen oder Fragen nach einer sinn- und sinnen-vollen Bildung und ebensolchen Liebe, allemal sind dialogische, relationale Fragen berührt. Sie erfahren am Beispiel ›Bildung und Liebe‹ eine Hinführung zu einer ›Pädagogik der Befreiung‹. Damit stehen Nützlichkeitsvorstellungen und merkantile Überlegungen, stehen Bildung und emotionaler Besitz (oft als ›Liebe‹ ausgegeben) auf dem Prüfstand.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es ist genuin Menschliches berührt. So steht einer Diskussion mit jedermann, jederfrau nichts entgegen. Die Themen berühren, nicht nur weil er/sie einmal zur die Schule ging oder von Liebe erfüllt ist. Im wissenschaftlichen und professionellen Sinn berührt es sozial-, religions- und sexualpädagogisch.

Von Interesse ist der ideen-, bildungsgeschichtliche und interkulturelle Dialog. In punkto (religiöser)Bildungsbiographie ist wohl der Dialog mit Therapeut_innen und Seelsorger_innen angelegen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Theodor Adorno meinte einmal: ›Fürchtete ich nicht das Missverständnis der Sentimentalität, so würde ich sagen, zur Bildung bedürfe es der Liebe.‹

»Ein vielfältiges Buch.«
Kirchenpädagogik aktuell, 7 (2019)
»Ein unglaublich beeindruckendes Plädoyer, die ›bildend-liebenden‹ und ›liebend-bildenden‹ Anteile der Menschwerdung wahrzunehmen und auch als solche anzuerkennen.«
Klaudia Zangerl, Aufleben, 2 (2019)
»Eine wissenschaftliche Schatztruhe, in der die Gold- und Silberstücke bunt gemischt sind und nebeneinandergelegt eine glänzende und reichhaltige Phänomenologie einer Bildungspraxis und -theorie entfalten.«
Andreas Seiverth, erwachsenenbildung, 2 (2019)
Besprochen in:
Aufleben, 2 (2019), Klaudia Zangerl
Buchtitel
Bildung und Liebe Interdisziplinäre Perspektiven
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
412
Ausstattung
kart., Klebebindung, 11 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4359-6
DOI
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA
BISAC-Code
EDU040000 EDU036000 SOC026000
THEMA-Code
JNA
Erscheinungsdatum
2018-12-06
Auflage
1
Themen
Bildung
Adressaten
Pädagogik, Kulturwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Theologie
Schlagworte
Bildung, Liebe, Missbrauch, Ethik, Emotion, Eros, Pädagogik, Bildungstheorie, Bildungsforschung, Bildungssoziologie

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