Yasujiro Ozu, die japanische Kulturwelt und der westliche Film

Resonanzen, Prämissen, Interdependenzen

Die Filme des japanischen Regisseurs Yasujiro Ozu (1903-1963) spielen in zwei Welten: der globalen Welt des Films und der japanischen Kulturwelt. Es sind vor allem seine späten Arbeiten, in denen der Regisseur westliche (Film-)Konzepte von der Kultur Japans her versteht und neu ordnet. Andreas Becker nähert sich dem Werk Ozus komparativ und rückt die Resonanzen, Prämissen und Interdependenzen kultureller wie bildkultureller Art in den Vordergrund: Schrift, Montagetechnik, die ›geliehene Landschaft‹ sowie filmische Raumkonzepte und Narrative. Dabei werden auch Ozus Arbeitsdrehbücher und seine handschriftlichen Anmerkungen mit in die Analyse einbezogen.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Vorbemerkung

    Seiten 9 - 10
  4. 1. Vorüberlegungen

    1.1 Film, kulturelle Globalisierung und komparative Ästhetik

    Seiten 11 - 18
  5. 1.2 Umwelt, Welt, Kulturwelt, Lebenswelt

    Seiten 18 - 27
  6. 1.3 Die räumliche Struktur der medialen Welt

    Seiten 27 - 33
  7. 2. Materialien

    2.1 Filme und Schriften Ozus

    Seiten 35 - 37
  8. 2.2 Sekundärliteratur

    Seiten 37 - 41
  9. 3. Shakkei. Ozu und der geliehene Raum

    3.1 Ozus sekundäre ästhetische Schicht

    Seiten 43 - 44
  10. 3.2 Ozus Grab. Das shakkei-Konzept

    Seiten 44 - 52
  11. 3.3 Besuch des Engakuji. Konkrete Analyse des shakkei

    Seiten 53 - 55
  12. 3.4 Late Spring (Banshun). Shakkei als Konzept kinematographischer Ästhetik

    Seiten 56 - 75
  13. 3.5 Drehort Kōtōkuin

    Seiten 75 - 76
  14. 3.6 Walk Cheerfully (Hogaraka ni ayume, 1930)

    Seiten 76 - 82
  15. 3.7 There Was a Father (Chichi ariki, 1942) und die Bildlichkeit des shakkei

    Seiten 82 - 92
  16. 3.8 Early Summer (Bakushū, 1951) und das shakkei-Konzept

    Seiten 93 - 95
  17. 3.9 Weitere shakkei-Szenen in Ozus Werk

    Seiten 95 - 97
  18. 4. Semiotische Räume. Ozus Zeichen

    4.1 Die stille Schrift. Schrift und Zeichen in der japanischen Kultur. Schrift als Voraussetzung filmischen Erzählens

    Seiten 99 - 112
  19. 4.2 Schilder, Schrift und Schreiben in Yasujirō Ozus An Autumn Afternoon (Sanma no aji, 1962)

    Seiten 112 - 123
  20. 5. Action-Cut. Drehbuch-Analyse von Equinox Flower (Higanbana)

    5.1 Kurzbeschreibung des Equinox Flower (Higanbana)-Drehbuchs

    Seiten 125 - 127
  21. 5.2 Das Notationssystem des Equinox Flower-Drehbuchs

    Seiten 127 - 130
  22. 5.3 Der Titel Higanbana und der Jahreszeitenbezug

    Seiten 130 - 142
  23. 5.4 Die ›Grammatik‹ des Films, Ozus Action-Cuts. Siglen und Montagetechnik

    Seiten 142 - 145
  24. 5.5 Ozus Action-Cuts

    Seiten 145 - 177
  25. 6. Spiritueller Raum. Gedanken, Erinnerung und Trance

    6.1 Aberglaube in Late Autumn (Akibiyori)

    Seiten 179 - 186
  26. 6.2 Synchronizität und Tōkyō Story (Tōkyō monogatari)

    Seiten 186 - 188
  27. 6.3 Spiritualität bei Ozu und im amerikanischen Western. Fred Zinnemanns High Noon (1952) als Vorbild

    Seiten 188 - 192
  28. 6.4 Late Autumn und der Umgang mit der Absence des Anderen

    Seiten 192 - 194
  29. 6.5 Synchronizität, spirituelle Rituale, das Yijing. Zeichen als Omen in der japanischen Kultur

    Seiten 194 - 201
  30. 7. Ozus Räume

    7.1 Sinnesfelder

    Seiten 203 - 205
  31. 7.2 Kulissenräume und Location Scouting

    Seiten 205 - 212
  32. 7.3 Labyrinthe

    Seiten 212 - 217
  33. 7.4 Bildräume

    Seiten 217 - 223
  34. 8. Skizze. Ozu und John Ford

    Seiten 224 - 231
  35. 9. Blicke. Scham- und Schuldkulturen

    9.1 Ozus Filme als Blickdramen

    Seiten 233 - 236
  36. 9.2 Der Blick bei Jean-Paul Sartre und die Authentifizierung der filmischen Welt

    Seiten 236 - 237
  37. 9.3 Scham und Blick bei Agnes Heller und Sartre

    Seite 238
  38. 9.4 Scham- und Schuldkulturen

    Seiten 238 - 241
  39. 9.5 Scham und Blick in der japanischen Kultur

    Seiten 242 - 246
  40. 9.4 Ozus Anti-Dramaturgie und die Darstellung schamkultureller Eigenart durch Blicke

    Seiten 246 - 267
  41. 10. Ausblick

    Seiten 268 - 272
  42. Benutzte DVD-Medien

    Seiten 273 - 276
  43. Benutzte Literatur

    Seiten 277 - 302
  44. Anhang

    In der Kawakita-Foundation gesichtete Unterlagen Ozus

    Seiten 305 - 308
  45. Bildtafeln zu Kap. 5. Action-Cut. Drehbuch-Analyse von Equinox Flower (Higanbana)

    Seiten 309 - 330
  46. Aufbau von Yasujirō Ozu, die japanische Kulturwelt und der westliche Film

    Seiten 331 - 342
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17. Dezember 2019, 342 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4372-5

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Andreas Becker

Andreas Becker, Keio-Universität, Tokyo, Japan

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In dem Buch versuche ich, am Beispiel der Filme des japanischen Regisseurs Yasujiro Ozu, kulturelle Globalisierung zu verstehen. Was passiert, wenn ein japanischer Regisseur wie Ozu, der Hollywood-Filme sehr mag und westliche Arbeiten rezipiert, diese dann mit seiner kulturellen Tradition verbindet? Dies äußert sich dann ästhetisch im Film und in der Rezeption der Wahrnehmungsordnungen. Diese Linien lassen sich sehr schwer abstrakt diskutieren, aber die Filmwissenschaft kann sie exemplarisch erschließen, weil der Film ein ganz frühes, wirklich globales Medium ist. Das sind also Prozesse, die uns auch heute sehr betreffen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch nimmt eine phänomenologisch-komparative Perspektive auf den Gegenstand ein und verbindet interkulturelle und interdisziplinäre Perspektiven miteinander. Das heißt konkret, dass ich vor allem die späten Farbfilme Ozus, etwa Equinox Flower, in einen kulturellen wie auch filmwissenschaftlichen Kontext verorte und mir eine gewisse Übersetzungsarbeit vorgenommen habe. Dazu werden filmwissenschaftlich bislang unthematisierte (und unveröffentlichte) Dokumente Ozus, vor allem seine Drehbuchnotizen, Location-Scouting-Photos und auch die architektonischen Entwürfe mit in die Analyse einbezogen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ozu Filme sind Schlüsselwerke moderner Filmkunst von der Stummfilmzeit bis hin zum Farbfilm. Insofern beziehen sich zahlreiche Autorinnen und Autoren auf Ozu, und natürlich auch viele Filmemacherinnen und Filmemacher. Ozus Arbeiten sind sowohl selbst wie auch von ihrem Einfluss her sehr präsent. Er gilt nicht ohne Grund als Repräsentant japanischer Kulturwelt. Klassiker der filmwissenschaftlichen Literatur, ich nenne nur Arbeiten von David Bordwell, Kristin Thompson, Donald Richie, Noël Burch, Yoshishige Yoshida sind Bücher über Ozu.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Klar, mit Yasujiro Ozusan.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die technische und ökonomische Globalisierung im Sinne eines Austauschs von Produkten ist weit fortgeschritten, die kulturelle Globalisierung im Sinne eines hermeneutischen Verständnisses der Prozesse steht erst am Beginn.

Besprochen in:
www.hhprinzler.de, 04.02.2020, Hans Helmut Prinzler
Abseits, 6 (2020), Marcus Stiglegger
Autor_in(nen)
Andreas Becker
Buchtitel
Yasujiro Ozu, die japanische Kulturwelt und der westliche Film Resonanzen, Prämissen, Interdependenzen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
342
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 136 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4372-5
DOI
10.14361/9783839443729
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA ABA
BISAC-Code
PER004030 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
JBCT ATF ABA
Erscheinungsdatum
17. Dezember 2019
Auflage
1
Themen
Kultur, Film, Bild
Adressaten
Filmwissenschaft, Medienwissenschaft, Japanologie, Philosophie
Schlagworte
Yasujiro Ozu, Film, Japan, Komparative Ästhetik, Phänomenologie, Montagetheorie, Bild, Kultur, Bildwissenschaft, Asien, Interkulturalität, Medienwissenschaft

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