Interventionsalltag

Zu den Selbst- und Fremdverständnissen deutscher Intervenierender in Kriegs- und Krisengebieten

»Frieden schaffen« ist das gemeinsame große Ziel vieler internationaler Akteure in Kriegs- und Krisengebieten. In der Praxis sind sie jedoch mit unterschiedlichsten Aufgaben betraut. Basierend auf qualitativen Interviews mit zurückgekehrten Praktiker_innen entwickelt Julika Bake ein vielschichtiges, dichtes Bild des Interventionsalltags. Sie zeigt auf, wie sich Angehörige verschiedener Berufsfelder in ihren Erzählungen über die Arbeit vor Ort positionieren, und geht der Frage nach, inwieweit die Unterscheidung von Intervenierenden in die Kategorien »zivil« und »militärisch« zu einem besseren Verständnis von internationalen Interventionen beiträgt.

ca. 39,99 € *

2018-07-27, ca. 362 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4385-5

Dieser Artikel erscheint am 27. Juli 2018

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Julika Bake

Julika Bake, München/Augsburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Egal ob politische Debatten, Wissenschaft oder Alltagsgespräche: Oft wird ohne jede Frage davon ausgegangen, dass Soldat_innen in internationalen Friedensinterventionen ganz andere Erfahrungen machen als ›zivile‹ Mitarbeitende; dass man natürlich zwischen ›militärisch‹ und ›zivil‹ unterscheiden muss, wenn es um Intervenierende geht. Ich fand es an der Zeit, diese Unterscheidung infragezustellen und einen empirischen Fokus auf die vielfältigen Erfahrungen und Selbst- und Fremdwahrnehmungen von Intervenierenden zu legen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch gibt ungewöhnlich tiefe Einblicke in die vielfältigen Erzählungen und Erfahrungen derjenigen, die beruflich in Kriegs- und Krisengebieten unterwegs gewesen sind. Es fordert zum Perspektivwechsel auf: weg von den üblichen Akteurskategorien wie lokal/international, zivil/militärisch, staatlich/nicht-staatlich usw. hin zu empirisch fundierten Unterscheidungen wie der Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit von Intervenierenden, ihrer Macht und Ohnmacht, dem Erleben von Raum und Zeit, ihrem Umgang mit der komplexen Herausforderung, so etwas Hehres wie Frieden zu schaffen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Lange wurden internationale Friedensinterventionen nur unter Legitimations- und policy-Aspekten betrachtet. Inzwischen ist die soziologisch begründete Interventionsforschung etabliert, weil klar ist, dass die vielschichtigen Transformationsprozesse in diesen Situationen von starken sozialen Dynamiken geprägt sind. Umso wichtiger ist es, den wissenschaftlichen Blick auch auf die zu richten, die in Kriegs- und Krisengebieten beruflich unterwegs sind und policies mit Leben füllen. Darüber hinaus leistet die Grounded-Theory-Studie einen Beitrag zu aktuellen methodologischen und erkenntnistheoretischen Debatten wie z. B. der Frage nach der Sichtbarkeit und Position(ierung) der Forscherin.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Die Liste ist lang: mit Bundestagsabgeordneten, mit lokalen Anwohner_innen aus Kriegs- und Krisengebieten, mit Ehrenamtlichen des THW, generell mit Fachkräften aus der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, mit Lehrgangsteilnehmenden und Mitarbeitenden der Führungsakademie der Bundeswehr und anderen Soldat_innen, mit Studierenden, mit Friedens- und Konfliktforscher_innen, mit qualitativ Forschenden, usw.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Aus sehr persönlichen, anschaulichen Interviewerzählungen werden analytische Kategorien erarbeitet, die eine neue Perspektive und ein besseres Verständnis der sozialen Dynamiken zwischen Intervenierenden und Intervenierten in Kriegs- und Krisensituationen ermöglichen.

Autor_in(nen)
Julika Bake
Buchtitel
Interventionsalltag Zu den Selbst- und Fremdverständnissen deutscher Intervenierender in Kriegs- und Krisengebieten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 362
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4385-5
Warengruppe
1737
BIC-Code
GTJ JHB JPS
BISAC-Code
POL034000 POL010000 SOC026000 POL011000
THEMA-Code
GTU JHB JPS
Erscheinungsdatum
2018-07-27
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik, Gewalt, Ethik
Adressaten
Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Ethnologie sowie Praktiker_innen und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Friedensmission, Krisengebiet, Bundeswehr, Frieden, Interventionskultur, Entwicklungshilfe, Grounded Theory, Krisenmanagement, Gewalt, Gesellschaft, Politik, Konfliktforschung, Politische Soziologie, Internationale Politik, Qualitative Sozialforschung, Soziologie

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