Protestchöre

Zu einer neuen Ästhetik des Widerstands. Stuttgart 21, Arabischer Frühling und Occupy in theaterwissenschaftlicher Perspektive

Protestformen haben sich im globalen Maßstab und über kulturelle wie politische Grenzen hinweg verändert. Die sozial- und politikwissenschaftliche Protestforschung verfolgt dies aufmerksam, wobei die ästhetischen Dimensionen oft unterbelichtet bleiben.

Stefan Donath beschreibt am Beispiel einer der ältesten Ausdrucksformen des europäischen Theaters – dem Chor – den Wandel in den Darstellungsformen von Protest. Er zeigt: Im Rahmen von Stuttgart 21, des Arabischen Frühlings und der Occupy-Bewegung verweisen Protestchöre auf eine neue Ästhetik des Widerstands.

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2018-06-20, 482 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4405-0

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Stefan Donath

Stefan Donath, Freie Universität Berlin, Deutschland

... mit Stefan Donath

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Im Jahr 2011 begann eine aufsehenerregende Zeit politischer Transformationen: In Ägypten führten Proteste zum Sturz des politischen Regimes, in Spanien und Griechenland ereigneten sich auf vielfältige Weise Massenproteste, Occupy wurde zu einer globalen Protestbewegung. Das verlangte nach neuen Antworten. Zumal die Art und Weise, wie die Protestierenden vorgingen, wie sie sich bewegten, sprachen und zueinander positionierten, mehr über diese Bewegungen auszusagen schien als konkrete Forderungen. Ich wollte dieser Beobachtung genauer nachgehen. Der Chor erschien mir als geeignetes Werkzeug, um dem nachzuspüren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ein neuer Ansatz besteht darin, Proteste als Aufführungen zu betrachten. Durch diesen theaterwissenschaftlichen Blick versuche ich, sozialwissenschaftliche Methoden der Protestforschung zu erweitern. Eine Folge davon ist, dass das Wechselspiel zwischen Akteur_innen und Zuschauer_innen als ein politisches Verhältnis in den Blick rückt. Unmittelbare Folgen ergeben sich durch die Akzentuierung körperlicher, lautlicher und räumlicher Dimensionen von Protest und einen veränderten Widerstandsbegriff.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ich bin davon überzeugt, dass aus dem Wandel von Protestkulturen und ihrer Analyse – insbesondere vor dem Hintergrund des weltweiten Ringens progressiver wie restaurativer Strömungen – in gewisser Weise ein politischer Auftrag folgt. Ausgehend von den Veränderungen in den Darstellungsformen des Protests kommt dabei meiner durchaus provokativen Argumentation für ein neues Verständnis des Politischen bzw. des Widerstands eine Schlüsselrolle zu. In aktuellen Debatten wird sie sicherlich zu lebhaften Diskussionen Anlass geben.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit großem Interesse erwarte ich zum einen Reaktionen von Protest- und Bewegungsforscher_innen. Inwiefern kann meine Untersuchung tatsächlich helfen, neue Perspektiven und Analysemethoden zu eröffnen? Zum anderen möchte ich mich gern mit Aktivist_innen über Chancen und Grenzen identitätspolitischer Kampfstrategien streiten und noch ausführlicher den komplexen Begriff des Widerstands diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Welches kritische Widerstandspotenzial offenbaren in Differenz zum Chor chorische Protestformen, die sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts deutlich vom Modell geschlossener Gemeinschaften abheben?

Besprochen in:
Zivilgesellschaft, 2 (2018)
Theater der Zeit, 9 (2018), Angelika Meyer-Speer
Autor_in(nen)
Stefan Donath
Buchtitel
Protestchöre Zu einer neuen Ästhetik des Widerstands. Stuttgart 21, Arabischer Frühling und Occupy in theaterwissenschaftlicher Perspektive
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
482
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4405-0
DOI
10.14361/9783839444054
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN JPWF
BISAC-Code
PER011020 POL003000
THEMA-Code
ATD JPWG
Erscheinungsdatum
2018-06-20
Auflage
1
Themen
Politik, Theater, Zivilgesellschaft
Adressaten
Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Protest- und Bewegungsforschung, Politikwissenschaften, Politische Philosophie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Protest, Widerstand, Protestforschung, Chor, Theater, Stuttgart 21, Arabischer Frühling, Occupy, Ästhetik, Zivilgesellschaft, Politik, Theaterwissenschaft, Soziale Bewegungen, Kulturpolitik

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