Auf den Straßen des Südens

Musiker, Räume und Performance in mexikanischen Überlandbussen

Die Überlandbusse Südmexikos dienen nicht allein als Transportmittel. Täglich verwandeln unzählige lokale Akteur_innen die Fahrzeuge in mobile Räume informellen Handels. Sie werden von Verkäufer_innen und Prediger_innen genutzt, aber auch von Musiker_innen, die sie in der Hoffnung auf Spenden zu ihrer Bühne machen.

Sven Kirschlager nimmt die Musiker_innen in den Fokus und beleuchtet ihre kreativen Strategien, wenn sie sich die Busse als Räume ihrer Performances aneignen und mobile Passagier_innen mit lokalen Zwischenräumen verbinden. Dabei bricht er mit romantisierenden Vorstellungen und zeigt den täglichen Überlebenskampf der Musiker_innen in einem Netzwerk räumlicher Hierarchien.

44,99 € *

2018-07-11, 356 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4421-0

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Sven Kirschlager

Sven Kirschlager, Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mexikos Überlandbusse bieten lokalen Akteuren, wie Musikern, Räume, in denen sie ein breites Publikum erreichen und ihren Lebensunterhalt verdienen können; im Gegenzug tragen die Protagonisten meines Buches Erzählungen aus den oft marginalisierten Transiträumen in die Fahrzeuge. Doch da Busgesellschaften verstärkt gegen ›blinde Passagiere‹ vorgehen und Linien zweiter Klasse einstellen, rückt das Buch auch die bedrohlichen Perspektiven der Musiker und ihre soziale Stigmatisierung in den Fokus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Anders als Publikationen über urbane Straßenmusik, befasst sich »Auf den Straßen des Südens« mit langen Performances auf Landstraßen. Jenseits des binären Verhältnisses zwischen Musikern und Publikum zeichnet das Buch Busse und Haltestellen als umkämpfte Räume. Es widmet sich komplexen Machtverhältnissen zwischen Musikern, Busfahrern, Inspekteuren und Passagieren, sowie kreativen Strategien, mit denen es Musikern gelingt, an Bord ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch leistet einen Beitrag zu aktuellen raumtheoretischen Debatten, die sich – oft als ›spatial turn‹ bezeichnet – mit den Wechselwirkungen zwischen Räumen und Gesellschaft beschäftigen. Enger gefasst verstehe ich meine Arbeit als Teil raumtheoretischer Debatten in der Musikethnologie. Anders als die im Fach vorherrschende phänomenologische Strömung beleuchtet sie die Rolle von Musik in der sozialen Konstitution von Räumen. Sie orientiert sich somit am Forschungsparadigma ›music in culture‹.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Dank des interdisziplinären Ansatzes eignet sich das Buch sowohl um Horizonte in der urban dominierten Raumsoziologie zu erweitern, als auch um die phänomenologisch geprägte Musikethnologie an Diskurse über die soziale Konstitution von Räumen anzubinden. Das Buch richtet sich aber ebenso an ein interessiertes Publikum außerhalb der Wissenschaft. Schließlich eröffnet es Perspektiven auf die Stigmatisierung von Musik im öffentlichen Raum, der zumindest Menschen in Städten täglich begegnen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Auf den Straßen des Südens« beleuchtet die Leistung mexikanischer Busmusiker als Bindeglieder zwischen Passagieren, Bussen und Räumen jenseits des Straßenrandes.

Autor_in(nen)
Sven Kirschlager
Buchtitel
Auf den Straßen des Südens Musiker, Räume und Performance in mexikanischen Überlandbussen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
356
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-4421-0
DOI
10.14361/9783839444214
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA AVGP JHMC
BISAC-Code
MUS020000 SOC002010
THEMA-Code
AVA AVLP JHMC
Erscheinungsdatum
2018-07-11
Auflage
1
Themen
Musik, Popkultur
Adressaten
Ethnologie, Musikethnologie, Humangeographie, Soziologie, Lateinamerikanistik sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Musik, Mexiko, Raum, Topologie, Mobilität, Performativität, Popkultur, Popmusik, Ethnologie, Musikwissenschaft

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