Kampfplatz Sexualität

Normalisierung – Widerstand – Anerkennung

Sexualität ist heute geprägt von Offenheit, Vielfalt und zahlreichen Wahlmöglichkeiten – aber auch von Wahlzwängen. Zunehmend melden sich jene zu Wort, die angesichts der Präsenz sexueller Pluralität ein Unbehagen empfinden.

Die Beiträge des Bandes zeichnen die geradezu kämpferische Ausgangslage zwischen jenen nach, die für Offenheit plädieren, und solchen, die auf Geschlossenheit des sexuellen Diskurses drängen, inklusive Zwischenstufen. Dabei werden Themenbereiche wie Pornografie, sozialer Wandel, Paarbeziehungen, Prostitution, Sadomaso u.v.m. sozialwissenschaftlichen Analysen unterworfen und sowohl die normativen Dimensionen als auch ihre Hinterfragungen kritisch beleuchtet.

30,00 € *

30. Juli 2021, 314 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4425-8

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Thorsten Benkel

Thorsten Benkel, Universität Passau, Deutschland

Sven Lewandowski

Sven Lewandowski, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil Sexualität immer in aller Munde ist und gleichzeitig im Gerede. Auf den ersten Blick scheint die gesellschaftliche Einstellung gegenüber den vielen Ausprägungen der Lust heutzutage vergleichsweise liberal zu sein, aber das ist tatsächlich schon innerhalb der akademischen Sphäre ein Trugschluss. Es lassen sich viele normative und ideologische Ansprüche ausmachen, denen zufolge sexuelles Handeln sich bestimmten moralischen Geboten unterwerfen müsse – natürlich zum ›Wohl der Gesellschaft‹.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In den Beiträgen wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf verschiedene Diskurse rund um Sexualität geschaut, die umstritten oder umkämpft sind. Es geht beispielsweise um Pornografie, BDSM, Feminismus, Homosexualität, Chemsex und Pädophilie. Die soziologischen Sichtweisen, die diese Beiträge entfalten, unterscheiden sich recht deutlich von medialen bzw. alltagsweltlichen Auffassungen über die ›richtigen‹ oder ›angemessenen‹ Arten des Begehrens. In diesem Abstand wurzelt der kritische Impetus des Bandes.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Innerhalb der Soziologie wird die Sexualität weitgehend noch immer als stiefmütterliches Thema betrachtet; jede(r) findet es ›interessant‹, aber kaum jemand möchte es aufgreifen, schon gar nicht empirisch. Dabei lässt sich mühelos zeigen, dass sexuelles Handeln eine Elementarform des sozialen Lebens ist, die folglich auch eine entsprechend justierte sozialwissenschaftliche Analyse verdient. Aber eben eine, die sich nicht in moralistische Fallstricke verhakt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all denjenigen, die sich darüber ärgern, dass Sexualität wissenschaftlich, aber z.B. auch journalistisch nicht so verhandelt wird, wie sie de facto gesellschaftlich ausgelebt wird. Diese Kritik kommt von zwei Seiten: von denen, die sich mehr Lockerheit und Freiheit wünschen, aber auch von jenen, die mehr Regulierung und mehr Kontrolle fordern. So gesehen ist Sexualität ein Brennglas divergierender Lebenseinstellungen und eben deswegen so interessant. Denn Kontroversen zeigen an, was eine Gesellschaft bewegt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der einen Lust ist des anderen Frust – und wir schauen nach, warum das so ist.

Besprochen in:
Soziopolis, 15.11.2021, Laura Wolters
Autor*in(nen)
Thorsten Benkel / Sven Lewandowski (Hg.)
Buchtitel
Kampfplatz Sexualität Normalisierung – Widerstand – Anerkennung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
314
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 1 SW-Abbildung, 5 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4425-8
DOI
10.14361/9783839444252
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHBK5 JFC
BISAC-Code
SOC000000 SOC022000
THEMA-Code
JHBK JBFW JBCC
Erscheinungsdatum
30. Juli 2021
Auflage
1
Themen
Körper
Adressaten
Soziologie, Sexualforschung, Psychologie, Medienwissenschaft, Geschlechtsforschung, Gender Studies sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Sexualität, Diskurs, Geschlecht, Sozialer Wandel, Gender, Körper, Kultursoziologie, Soziologie

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