Sprechen über Contergan

Zum diskursiven Umgang von Medizin, Presse und Politik mit Contergan in den 1960er Jahren

Mit dem Medikament Contergan ist bis heute einer der größten Arzneimittelskandale der westdeutschen Geschichte verbunden. Wie reagierten medizinische und politische Experten sprachlich auf die Meldungen über mögliche Nebenwirkungen des Medikaments? Und was geschah, als diese Meldungen öffentlich in der Presse bekannt wurden?

Anne Helen Crumbach untersucht die Sprache im Contergan-Fall: Sie zeichnet nach, wie Journalisten eine eigene Art des Sprechens über Contergan entwickelten, während Mediziner und Politiker auf ihrem Expertenstatus und ihrer Fachsprache beharrten. Dieses konfliktreiche Sprechen über Contergan erzählt gleichzeitig eine Geschichte von Wandel und Kontinuität in den langen 1960er-Jahren.

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2018-09-27, 356 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4427-2

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Anne Helen Crumbach

Anne Helen Crumbach, Köln, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Contergan-Skandal ist ein bedeutendes Ereignis der jüngeren bundesrepublikanischen Geschichte und gibt Einblicke in den Wandel und Umbruch der 1960er Jahre. In diesem Buch wird das Sprechen über Contergan untersucht und verdeutlicht, welche Akteure sich in Politik, Wissenschaft und medialer Öffentlichkeit Gehör verschafften, wie Autoritäten Wissen aushandelten und weitergaben, wie neue Akteure das Sprechen über Contergan mitbestimmten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In diesem Buch wird nicht nur untersucht, wie politische und wissenschaftliche Akteure über Contergan sprachen, sondern auch, wie die Presse zu einem sprachmächtigen Akteur in der Debatte wurde. Sie entwickelte eine eigene Art des Sprechens über Contergan abseits von medizinischen Definitionen und wissenschaftlichen Abhandlungen. Auch die Eltern contergangeschädigter Kinder traten als neue Sprachakteure auf. Diese Ausdifferenzierung beleuchtet die 1960er Jahre als Jahrzehnt des Wandels und Umbruchs.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch knüpft an Arbeiten zum Contergan-Skandal und den 1960er Jahren an, indem es die Verhandlung von Wissen zwischen Experten und Nichtexperten untersucht und nach einer Verschiebung von Deutungsmacht fragt. Anhand der Diskussionen um Contergan lässt sich deutlich der Umbruchscharakter der 1960er Jahre zeigen, da medizinisches Wissen nicht mehr nur Experten vorbehalten blieb, sondern in der medialen Öffentlichkeit diskutiert und neu definiert wurde.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Reinhart Koselleck, da sein Ansatz der Begriffsgeschichte in dieser Studie diskutiert und erweitert wird.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Geschichte über das Sprechen und die Wissensaushandlung in den 1960er Jahren.

Autor_in(nen)
Anne Helen Crumbach
Buchtitel
Sprechen über Contergan Zum diskursiven Umgang von Medizin, Presse und Politik mit Contergan in den 1960er Jahren
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
356
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4427-2
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD MBX HBLW3
BISAC-Code
HIS014000 MED051000 HIS037070
THEMA-Code
NHD MBX
Erscheinungsdatum
2018-09-27
Auflage
1
Themen
Medizin, Sprache, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Sprachwissenschaft, Medizingeschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Contergan, Sprache, Kollektivsymbol, Presse, 1960er-Jahre, Arzneimittelskandal, Fachsprache, Journalismus, Öffentlichkeit, Kulturgeschichte, Medizin, Deutsche Geschichte, Medizingeschichte, Zeitgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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