Konversation und Geselligkeit

Praxis französischer Salonkultur im Spannungsfeld von Idealität und Realität

Bis heute hält die Forschung an der negativen Perspektivierung höfischer Moralistik fest, an einer pessimistischen Anthropologie im Zeichen des amour-propre. Mit ihrer literaturwissenschaftlichen Untersuchung zur Konversation und Geselligkeit im französischen Salon zeigt Karin Schulz eine optimistische Lesart, welche die sozial-reflexive Produktivität moralistischen Denkens stärkt.

Auf der methodischen Grundlage der Erfahrungsdifferenz von Idealität und Realität hinterfragt sie das Selbstverständnis idealer Verhaltensnormen und zeichnet für den französischen Salon, ausgehend vom 17. Jahrhundert, eine Geschichte der konversationellen Programmatik mit Ausblick auf die Lehren kommunikativer Gegenwart.

Open Access

2018-08-27, 198 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4429-0
Dateigröße: 1.8 MB

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Karin Schulz

Karin Schulz, Universität Konstanz, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der französische Salon gilt als ein repräsentativer Erfolgsort zwischenmenschlicher Interaktion und Kommunikation. Angesichts gegenwärtig zunehmender Intransparenz kommunikativer Verhaltensnormen bietet mein Buch einen literaturanalytischen Einblick in die geschichtliche Entwicklung und den Umgang mit den Herausforderungen der Konstitution idealer Konversationspraxis.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Meine Analysen zeigen Konversation als eine selbstreferentielle Verhaltenspraxis, deren Normen keinesfalls selbstverständlich sind, sondern in der Umsetzung einer stetigen, kritischen Eigendiagnostik im Wechselspiel von Individuum und Gemeinschaft unterliegen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Zusammenschau moralistischer Texte zur Konversation des 17. bis 19. Jahrhunderts hinterfragt meine Analyse die Konzeptionen französischer Moralistik erstmals in ihrer geschichtlichen Geschlossenheit und öffnet die Betrachtung der Texte für eine gestärkte sozialorientierte Auslegung.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Meiner These bezüglich einer kritischen Selbstreferentialität kommunikativer Geselligkeit folgend – am liebsten mit jedem an einer idealen Konversation Interessierten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ausgehend von der Erfahrungsdifferenz von Idealität und Realität hinterfrage ich die Verhaltensprogrammatik französischer Salonkonversation.

Autor_in(nen)
Karin Schulz
Buchtitel
Konversation und Geselligkeit Praxis französischer Salonkultur im Spannungsfeld von Idealität und Realität
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
198
ISBN
978-3-8394-4429-0
DOI
10.14361/9783839444290
Warengruppe
1566
BIC-Code
DSB HBTB
BISAC-Code
LIT004150 LIT000000 HIS054000
THEMA-Code
DSB NHTB
Erscheinungsdatum
2018-08-27
Themen
Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Romanistik, Kulturwissenschaften, Soziologie
Schlagworte
Konversation, Französische Salonkultur, Moralistik, Soziale Performanz, Handlungsideal, François de La Rochefoucauld, Marcel Proust, Idealität, Realität, Verhaltensnorm, Angemessenheit, Kommunikation, Soziale Interaktion, Geselligkeit, Amour-propre, Literatur, Kulturgeschichte, Französische Literatur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Romanistik, Literaturwissenschaft

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