Theater als Kritik

Theorie, Geschichte und Praktiken der Ent-Unterwerfung

Vor dem Hintergrund der Krise klassischer Begründungen des Theaters sowie der Kritik am Theater beleuchten die Beiträge des Bandes dessen Geschichte, Theorie und Fragen neu. Hierbei stellen sie nicht die Gegenstände der Kritik des Theaters zur Debatte, sondern präsentieren aktuelle Untersuchungen zum kritischen Potenzial von Theater – und zum Theatralen der Kritik.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 10
  3. Vorwort

    Seiten 11 - 18
  4. Das eine Kriterium für das, was geschieht. Aristoteles: Poetik. Brecht: »Kleines Organon«

    Seiten 19 - 36
  5. Das Spiel des Theaters und die Veränderung der Welt

    Seiten 37 - 48
  6. Die Fiktion der Kritik. Foucault, Butler und das Theater der Ent-Unterwer fung

    Seiten 49 - 56
  7. Gegenwart und Entzug. Entwurf einer Grenzhaltung in Rabih Mroués Riding on a Cloud

    Seiten 59 - 68
  8. Pluriversen im Versuch. Distanzlose Konstellationen der Welt bei Kate McIntosh

    Seiten 69 - 78
  9. Postfundamentalistische Kritik - ein romantisches Projekt? Über (Un-)Möglichkeiten emanzipatorischen Theaters am Beispiel von René Pollesch

    Seiten 79 - 86
  10. Werkgenealogie und Selbstkritik. Christoph Schlingensiefs Kunst und Gemüse. A. Hipler

    Seiten 87 - 94
  11. Komik als ›kritische‹ Strategie. Zur Frage der Unterscheidbarkeit von Subversion und Affirmation am Beispiel von Verrücktes Blut

    Seiten 95 - 102
  12. ›I HATE THEATRE - IT'S JUST ILLUSION‹. Eine Praktik des Scheins als kritische Praxis: Zur Ironisierung anti-illusionistischer Topoi in Iggy und Maike Lond Malmborgs Per formance 99 Words for Void

    Seiten 103 - 110
  13. Gewalt, Politik, Kritik

    Seiten 111 - 120
  14. Hamamness. Zur kritischen Dimension einer Hamburger Theaterversammlung von 2015

    Seiten 121 - 128
  15. Kritik als körperliche Praxis - Körper als kritische Praxis. Foucault, Butler und Le Roy

    Seiten 129 - 138
  16. Affective Queertique. N.O. Body als Beispiel für das queering von Kritik

    Seiten 139 - 148
  17. Kritische affektive Räume im Theater der Gegenwart

    Seiten 149 - 158
  18. Kritik im Schlaf? Schlafen als Kritik

    Seiten 159 - 166
  19. Nicht mehr - noch nicht. Überlegungen zu einem Theater des Utopischen

    Seiten 167 - 176
  20. Rechtskritik und Klage. Szene der Entscheidung in Kafkas Heizer

    Seiten 179 - 188
  21. Kritik und Klage. Loraux, Scholem, Billinger & Schulz

    Seiten 189 - 198
  22. Kritisches Theater jenseits der Illusion?

    Seiten 199 - 208
  23. Amnesie und Komplott. Zu Brechts Lustspiel Mann ist Mann

    Seiten 209 - 220
  24. Brechts kleine Kritik

    Seiten 221 - 230
  25. Kritisches Durchspielen. Spiel und Kritik in Milo Raus Five Easy Pieces

    Seiten 231 - 240
  26. Kritisches Leben: Schlingensiefs Selbstsorge

    Seiten 241 - 250
  27. affekt*argument*a*tivität. Überlegungen zur Verschmelzung von Argument und Affekt in theatraler Kritik

    Seiten 251 - 260
  28. Tanzästhetische Strategien von Rausch. Körper/Szenen der Ausschreitung

    Seiten 261 - 272
  29. Schreiben als/in Performance. new work von Christina Ciupke, Mart Kangro und Nik Haffner

    Seiten 273 - 284
  30. Politics of Touch. Körper, Berührung, Kritik

    Seiten 285 - 296
  31. Kritik und Kreativität im devised theatre

    Seiten 297 - 306
  32. Zwischen kritischem und mythischem Denken in Stifters Dinge von Heiner Goebbels

    Seiten 307 - 316
  33. Kritische (Ent-?)Subjektivierung im Theater?

    Seiten 317 - 326
  34. Das kritische Theater Friedrich Schlegels

    Seiten 329 - 336
  35. Institutionskritik und Regie. Produktion und Rezeption der künstlerischen Freiheit am Bremer Theater 1969

    Seiten 337 - 346
  36. Weiße Haut und schwarze Schminke. Ver flechtungen von Geschlecht und »Rasse« im deutschsprachigen Theater

    Seiten 347 - 354
  37. Occupy Art. Zwischen Aktivismus und Kunst

    Seiten 355 - 364
  38. Theater - Kritik - Agon. Die ›erweiterte Denkungsart der medialen Öffentlichkeit‹

    Seiten 365 - 374
  39. Wenn die Flöte Hamlets kritisieren könnte. Kritik als Theater in der Sowjetunion der 1930er Jahre

    Seiten 375 - 384
  40. Das Schauspiel der Kritik

    Seiten 385 - 394
  41. Übersetzung und Kritik. Shakespeare, Voltaire, Lessing

    Seiten 397 - 408
  42. Kritik des Parterres. Zur Agonistik des Geschmacks um 1800

    Seiten 409 - 418
  43. Kritische Physis. Schillers Szenen der Kritik

    Seiten 419 - 428
  44. Das Singspiel als kritische Praxis

    Seiten 429 - 436
  45. »Am Anfang«. Die Kritik und ihre Aporien, der Tod und seine Abschaffung am Beispiel Valeska Gerts

    Seiten 437 - 446
  46. Kraft des Irrens. Moholy-Nagys Experimentaltheater und die Biozentrik der Moderne

    Seiten 447 - 460
  47. Störung. Dimensionen der Konstitution und Kritik im Dispositiv

    Seiten 461 - 470
  48. Nachwuchsfestivals als kritisches Dispositiv. Zwischen institutioneller Öffnung und Einhegung von Kritik

    Seiten 471 - 480
  49. »Mimique«. Zu Derridas Theatralisierung der Rede und seiner diakritischen Arbeit am Wort

    Seiten 483 - 492
  50. »… das Ärmchen kam immer wieder heraus«. Vom Eigensinn als kritischem Überschuss

    Seiten 493 - 502
  51. Diesseits der Kritik. oder Szene auf unsicherem Grund (in Nietzsches Also sprach Zarathustra)

    Seiten 503 - 512
  52. »WIE GESTANK, DER IHN UMWEHT …«. Kritik im Zeichen von Gouvernementalisierung

    Seiten 513 - 522
  53. Reenactment ist keine Rekonstruktion, sondern das Aufbrechen von Ereignissen

    Seiten 523 - 532
  54. Krisen der Kritik und die Chance der Affirmation. Über die Bejahung von Instabilitätser fahrungen in Kunst und Theorie

    Seiten 533 - 542
  55. Produktion als Kritik

    Seiten 543 - 552
  56. Teilen statt Produzieren. Kollaboration als affirmative Kritik in 6M1L

    Seiten 553 - 560
  57. Das Lehrstück (vom) Theater. Fragen an das Verhältnis von Kritik und Lehre

    Seiten 561 - 570
  58. Autorinnen und Autoren

    Seiten 571 - 576
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2018-11-07, 578 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4452-4

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Olivia Ebert

Olivia Ebert, Frankfurt a.M., Deutschland

Eva Holling

Eva Holling, Justus-Liebig-Universität Gießen, Gießen, Deutschland

Nikolaus Müller-Schöll

Nikolaus Müller-Schöll, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Frankfurt a.M., Deutschland

Philipp Schulte

Philipp Schulte, Hessische Theaterakademie (Frankfurt a.M.), Deutschland

Bernhard Siebert

Bernhard Siebert, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

Gerald Siegmund

Gerald Siegmund, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Theater gilt seit der Aufklärung als Teil der kritischen Öffentlichkeit: Man ist sich weithin einig, dass die Bühne neben Parlamenten, Gerichtssälen und journalistischen Foren eine der Formen jener Öffentlichkeit ist, derer es bedarf, um – mit Kant gesprochen – aus einer in Aufklärung befindlichen Gesellschaft eine aufgeklärte Gesellschaft werden zu lassen. Dieser Anspruch ist wichtig. Aber was hat er mit dem zu tun, was auf der Bühne heute passiert? Dem gehen die Beiträge dieses Bandes nach.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wir fragen, wie sich der Anspruch des Theaters, kritisch zu sein, heute noch aufrecht erhalten lässt. Dabei berücksichtigen wir einerseits die Krise der Kritik, wie sie mit Adorno/Horkheimer, Derrida, Nancy und Latour beschrieben werden kann. Andererseits entwickeln wir ausgehend von Foucault und Butler den Vorschlag, Kritik als ›Ent-Unterwerfung‹ zu begreifen. Dies eröffnet neue Perspektiven auf die Frage, wann und in welchen Formen Theater als Kritik zu begreifen ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Band steht im Zusammenhang von Theaterwissenschaft als einer kritischen Wissenschaft. Er verdeutlicht, was es heißt, Theater als kritische Praktik im Sinne Foucaults zu begreifen, er untersucht zugleich, was es heute mit Kritik überhaupt auf sich hat. Er greift Debatten auf, die von Kritischer Theorie und Poststrukturalismus angestoßen wurden und bezieht sie auf neue Fragestellungen: etwa des Feminismus, der Queer Studies, der Gender Studies, der Postcolonial Studies, der Human-Animal Studies.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Immanuel Kant, Michel Foucault, Jacques Derrida, Gilles Deleuze, Jacques Lacan, Simone de Beauvoir und Rosa Luxemburg: Wie die Dichtung ist auch die Wissenschaft ein Dialog mit den Toten. Daneben mit unseren Studierenden, mit Theaterpraktikern und -theoretikern und vor allem mit all jenen Gruppen, die wir heute im Sinne von Gayatri Chakravorty Spivak als ›subaltern‹ ansehen müssen: Mit Geflüchteten, Entrechteten, Diskriminierten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Bestandsaufnahme zur Frage, warum es um Theater wie Kritik heute kritisch steht und welche Perspektiven Theater als Kritik heute hat.

Besprochen in:
Kulturpolitische Mitteilungen, 165/2 (2019), Kurt Eichler
Buchtitel
Theater als Kritik Theorie, Geschichte und Praktiken der Ent-Unterwerfung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
578
Ausstattung
kart., Klebebindung, 11 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4452-4
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN
BISAC-Code
PER011020
THEMA-Code
ATD
Erscheinungsdatum
2018-11-07
Auflage
1
Themen
Theater
Adressaten
Theaterwissenschaft, Tanzwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philologie, Philosophie, Dramaturgie sowie Praktiker_innen im Theater
Schlagworte
Theater, Theaterwissenschaft, Tanzwissenschaft, Performance Studies, Kritik, Kongress, Kultur, Michel Foucault, Judith Butler, Theatergeschichte, Politische Kunst

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