Diskriminierung im Kontext von Behinderung, sozialer Lage und Geschlecht

Eine qualitative Analyse im Anschluss an Pierre Bourdieu

Diskriminierungen und Benachteiligungen gehören für viele Menschen zu allgegenwärtigen Erfahrungen des Alltags. Während Diskriminierungen zum Beispiel aufgrund von Behinderung oder Geschlecht mit gesetzlichen Vorkehrungen begegnet wird, gelten Benachteiligungen aufgrund der sozialen Lage noch immer als sozial legitimiert, wenn sie auf individuellen Leistungsdifferenzen beruhen.

Arne Müller hinterfragt und kritisiert diese Unterscheidung mit dem theoretischen Rüstzeug Pierre Bourdieus. Seine empirische Untersuchung der Wechselwirkungen von Behinderung, Geschlecht und sozialer Lage liefert viele neue und instruktive Einsichten.

ca. 26,99 € *

2018-07-27, ca. 282 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4461-0

Dieser Artikel erscheint am 27. Juli 2018

Preise inkl. Mehrwertsteuer.

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Arne Müller

Arne Müller, University of Sydney, Australien

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Diskriminierungen sind für viele Menschen alltäglich. Aber nicht alle Konstellationen sozialer Ungleichheit sind in Deutschland durch Antidiskriminierungsregelungen geschützt. Manche Diskriminierungen ereignen sich trotz dieser Regelungen, während andere Menschen die Vorkehrungen kennen und sich entsprechend gegen erfahrene Benachteiligungen zu wehren wissen. Genau diese Unterschiede spürt das Buch in einer empirischen Studie auf.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es handelt sich um eine der ersten Studien im deutschsprachigen Raum, die Diskriminierungen aufgrund der sich überschneidenden bzw. durchdringenden Ungleichheiten Behinderung, soziale Lage und Geschlecht empirisch untersucht. Dies geschieht vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstandes zu Diskriminierung und eingebettet in die Sozialtheorie Pierre Bourdieus: eine neue Kombination!

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Analyse von Diskriminierungen aufgrund vertikaler Ungleichheiten bietet eine vernachlässigte, aber nicht unerhebliche Perspektive. Denn herkömmliche Erklärungen vertikaler sozialer Ungleichheiten (und damit auch Legitimationen von Diskriminierungen!) erweisen sich insbesondere für den Fall von Diskriminierung bei Behinderung als nicht passgenau. Mit einem Konzept, das Behinderung als restringierten Zugang zu Kapital nach Bourdieu versteht, bietet sich jedoch ein neuer Zugang zur Problematik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jeder und jedem, die bzw. der sich auf die Frage einlässt, ob Diskriminierungen in diesem Kontext besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Denn gerade der Zusammenhang von Disability und Class ist bislang – wie der Elefant im Raum – zwar vielen bekannt, aber dennoch unzureichend thematisiert. Natürlich wäre es außerordentlich spannend, wenn auch unmöglich, auch Pierre Bourdieus Meinung zur Adaption seiner Theorie für die Disability Studies zu hören.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Auch eine hohe soziale Lage schützt nicht vor dem Risiko, diskriminiert zu werden, auch wenn sich die Arten der Diskriminierungen je nach sozialer Lage tendenziell unterscheiden.

Autor_in(nen)
Arne Müller
Buchtitel
Diskriminierung im Kontext von Behinderung, sozialer Lage und Geschlecht Eine qualitative Analyse im Anschluss an Pierre Bourdieu
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 282
ISBN
978-3-8394-4461-0
DOI
10.14361/9783839444610
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFG JFSJ JFFM
BISAC-Code
SOC029000 SOC032000 SOC050000
THEMA-Code
JBFM JBSF JBFQ
Erscheinungsdatum
2018-07-27
Themen
Gesellschaft, Geschlecht, Körper
Adressaten
Soziologie, Diskriminierungsforschung, Intersektionalitätsforschung, Gender Studies
Schlagworte
Soziologie der Behinderung, Diskriminierung, Benachteiligung, Soziale Lage, Pierre Bourdieu, Körper, Geschlecht, Gesellschaft, Behinderung, Gender Studies, Soziale Ungleichheit, Kulturwissenschaft

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