Jahrbuch für Kulturpolitik 2019/20

Thema: Kultur. Macht. Heimaten. Heimat als kulturpolitische Herausforderung

»Heimat« ist ein ebenso schillernder wie problematischer Begriff, wenn er als politische Kategorie benutzt wird. Gegenwärtig in aller Munde, steht er in der Gefahr, als politischer Kampfbegriff missbraucht zu werden. Kann es in dieser Situation gelingen, ihn in einem aufgeklärten Sinne kulturpolitisch produktiv zu machen? Ist eine kulturelle Heimatpolitik möglich?

Das Jahrbuch für Kulturpolitik 2019/20 versammelt Beiträge des 10. Kulturpolitischen Bundeskongresses 2019 »Kultur.Macht.Heimaten«. Die über 50 Expert*innen aus dem In- und Ausland, darunter namhafte Kulturpolitiker*innen und Kulturwissenschaftler*innen sowie zahlreiche Praktiker*innen aus Heimatvereinen, Kultureinrichtungen und Kulturprojekten, diskutieren die Risiken und Potenziale einer Kultur- als Heimatpolitik.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Vorwort

    Seiten 9 - 10
  4. Heimat und Kulturpolitik aus der Perspektive des Bundes

    Seiten 11 - 16
  5. Einleitung

    Seiten 17 - 26
  6. Kulturpolitik findet im Prozess öffentlicher Kommunikation statt

    Seiten 27 - 36
  7. Heimat.Heimaten.Hymat. Das neue Interesse an Heimat und die Kulturpolitik

    »Deheimatize It!«

    Seiten 37 - 44
  8. Zur Evolution der Heimat

    Seiten 45 - 50
  9. »Heult doch!«

    Seiten 51 - 56
  10. Kulturpolitik als Politik der Beheimatung

    Seiten 57 - 62
  11. Heimat in der Postmoderne: Kampfbegriff oder kulturelle Ressource

    Heimat ist dort, wo ich niemandem zur Last falle

    Seiten 63 - 74
  12. Psychologische Dimensionen eines umstrittenen Begriffs

    Seiten 75 - 80
  13. Heimat als subalterner Kampfbegriff: Eine Wiederentdeckung

    Seiten 81 - 88
  14. Gib' mir mein Wort zurück!

    Seiten 89 - 94
  15. Eine Sache der Hoffnung

    Seiten 95 - 104
  16. Heimat ist, wann ich bin

    Seiten 105 - 108
  17. Die Suche nach dem großen Narrativ

    Seiten 109 - 118
  18. Heimat suchen – Heimat finden. Neue Herausforderungen für die europäische und internationale Kulturpolitik

    Heimat suchen – Heimat finden

    Seiten 119 - 124
  19. Heimat verlernen?

    Seiten 125 - 136
  20. Heimat – Wer braucht sie und wenn ja, wie viele?

    Seiten 137 - 144
  21. Heimat ERDE: Kulturpolitik in Erwartung der »Heißzeit«

    Wer verstanden hat und nicht handelt, hat nicht verstanden

    Seiten 145 - 152
  22. Greenwashing: Die Kunst der Scheinheiligkeit

    Seiten 153 - 158
  23. Kulturpolitik muss auch Klimapolitik sein, um Heimat(en) zu schützen

    Seiten 159 - 168
  24. Das diffuse Dreieck: Heimat, Kultur und Nachhaltigkeit

    Seiten 169 - 174
  25. Das Anthropozän – vom Einfluss der Kultur auf das Klima

    Seiten 175 - 180
  26. Heimat gestalten. Bedingungen und Potenziale kultureller Heimatpolitik

    Heimat als kritisches kulturpolitisches Programm

    Seiten 181 - 190
  27. Räume entwickeln – Heimat gestalten!

    Seiten 191 - 198
  28. Wir machen das! Soziale Orte schaffen

    Seiten 199 - 204
  29. Regionale Kooperationen

    Seiten 205 - 210
  30. Marketing und Identitätspolitik in Regionen aus Sicht der Kultur

    Seiten 211 - 216
  31. Heimat für alle

    Seiten 217 - 224
  32. Wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, schaffen wir Heimat für alle!

    Seiten 225 - 230
  33. Stadt als kulturelle Heimat für alle. Kulturpolitische Strategien der Beheimatung

    Städte als Gestalter des Wandels und kulturelle Heimat für alle

    Seiten 231 - 238
  34. »grenzenlos und unverschämt«

    Seiten 239 - 244
  35. Stadtmuseen als Spiegel der Stadtgemeinschaft

    Seiten 245 - 250
  36. Heimat Museum

    Seiten 251 - 256
  37. Widerständige Heimat

    Heimat Ost: Wer prägt die Narrative?

    Seiten 257 - 262
  38. Andere Heimaten – der Asymmetrie widerstehen

    Seiten 263 - 268
  39. Verheizte Heimat –Widerständige Heimat

    Seiten 269 - 274
  40. Es geht um die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft

    Seiten 275 - 280
  41. Heimatvereine und Heimatmuseen – offen für neue Ansätze

    Heimat wird produktiv

    Seiten 281 - 286
  42. Miteinander Heimat gestalten – ein Beitrag zur Demokratie-Arbeit

    Seiten 287 - 296
  43. Das Virtuelle Museum der verlorenen Heimat. Heimat digital bewahren

    Seiten 297 - 302
  44. Heimat, Garten des Menschlichen?

    Seiten 303 - 312
  45. Heimatmuseen – Orte neuer Heimat?

    Seiten 313 - 320
  46. Heimat(er)finder in utopischen Räumen

    Heimat als Utopie

    Seiten 321 - 328
  47. Die Gestaltung der Nähe

    Seiten 329 - 334
  48. Heimat – Land – Leben

    Seiten 335 - 340
  49. OU-TÓPOS, unwirtlicher Ort!

    Seiten 341 - 346
  50. Stadt, Spiel und digitale Technologie jenseits von Nostalgie und neuer Wildnis

    Seiten 347 - 352
  51. Heimaten durch Kultur. Was leisten Dritte Orte?

    Zuhause am »Dritten Ort«

    Seiten 353 - 360
  52. Can cultural institutions be third places?

    Seiten 361 - 366
  53. Kultur und Begegnung im ländlichen Raum

    Seiten 367 - 372
  54. Soziokultur und »Dritte Orte«

    Seiten 373 - 378
  55. Kulturstatistik und Kulturforschung

    Wenn der Museumseintritt gratis wird

    Seiten 379 - 392
  56. Materialien

    Heimaten verstehen und gemeinsam gestalten! Kulturpolitik als aufklärende Heimatpolitik

    Seiten 395 - 396
  57. Chronik kulturpolitischer und kultureller Ereignisse in den Jahren 2017 bis 2019

    Seiten 397 - 419
  58. Bibliografie kulturpolitischer Neuerscheinungen 2017 bis 2019

    Seiten 420 - 499
  59. Kulturpolitische Institutionen, Gremien, Verbände

    Seiten 500 - 506
  60. Autorinnen und Autoren

    Seiten 507 - 512
Mehr
30,00 € *

12. November 2020, 512 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4491-3

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Norbert Sievers

Norbert Sievers, Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. Bonn, Deutschland

Ulrike Blumenreich

Ulrike Blumenreich, Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. Bonn, Deutschland

Sabine Dengel

Sabine Dengel, Bundeszentrale für politische Bildung Bonn, Deutschland

Christine Wingert

Christine Wingert, Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. Bonn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil beim Thema Heimat sich die Geister scheiden und die mentalen Brüche in der Gesellschaft offen zutage treten. Auch in der Kultur und Kulturpolitik sind diese Brüche spürbar und sollten deshalb besprochen werden. Wir sind überzeugt, dass eine Diskussion des Heimatbegriffs lohnt, um ihn nicht dem ideologischen Streit zu überlassen, der die Gräben noch weiter vertiefen könnte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Beiträge in dem Buch beziehen sich auf aktuelle Auseinandersetzungen um Heimat in der Gesellschaft. Sie versuchen, diese zu erklären und damit eine Verständigungsgrundlage zu schaffen, auf der eine aufgeklärte Kulturpolitik möglich ist, die den Heimatbegriff nicht scheuen muss. Vor allem die Berichte aus der Praxis zeigen, dass Heimat in der Kulturarbeit und der kulturellen Bildung viel unideologischer als offenes und inklusives Konzept genutzt wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Heimat ist ein wichtiger Referenzbegriff für die aktuelle Sozial- und Kulturwissenschaft, weil er dazu zwingt, die realen Widersprüche und Brüche in der Gegenwartsgesellschaft zur Kenntnis zu nehmen. Die wissenschaftliche Diskussion des Heimatbegriffs mit Beiträgen aus der Kulturgeografie, der Politikwissenschaft, der Geschichte oder der Psychologie hilft, den Heimatbegriff zu erden und für eine Kulturpolitik der Beheimatung im Sinne aktiver Integration und Teilhabe aller Menschen zu nutzen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die sich nicht scheuen, über Heimat zu reden und zu einem unvoreingenommenen (Streit-)Gespräch bereit sind, und mit Menschen, die - neben den zweifellos vorhandenen Belastungen des politischen Konzepts Heimat – ihm dennoch den utopischen Gehalt im Sinne von Ernst Bloch nicht absprechen, obwohl sie dem Begriff kritisch gegenüberstehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kulturpolitik ist nicht Heimatpolitik, aber sie kann auf die Diskussion des Heimatbegriffs nicht verzichten, wenn sie sich gesellschaftspolitisch verstehen will.

Buchtitel
Jahrbuch für Kulturpolitik 2019/20 Thema: Kultur. Macht. Heimaten. Heimat als kulturpolitische Herausforderung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
512
Ausstattung
Hardcover, Fadenbindung, 33 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4491-3
DOI
10.14361/9783839444917
Warengruppe
1731
BIC-Code
JPQB KJM
BISAC-Code
POL038000 BUS041000
THEMA-Code
JPQB KJM
Erscheinungsdatum
12. November 2020
Auflage
1
Themen
Kulturmanagement, Politik
Adressaten
Sozialwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik, Heimatpolitik sowie Praktiker*innen im Bereich Kulturarbeit
Schlagworte
Heimat, Kulturpolitik, Diversität, Politik, Macht, Kampfbegriff, Heimatverein, Kulturprojekt, Heimatpolitik, Populismus, Kulturmanagement, Museum

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