Eisige Helden

Kälte, Emotionen und Geschlecht in Literatur und Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart

Seit der Jahrtausendwende ist eine auffällige Zunahme von Texten zu beobachten, in denen »Kälte« eine zentrale Rolle spielt. Literatur- und kulturgeschichtlich betrachtet ist (reale oder gefühlte) »Kälte« schon immer ein wichtiger Indikator im emotionalen Haushalt der Geschlechter gewesen. Eine systematische Untersuchung der Verbindungen zwischen den jeweiligen Kältephantasien und den herrschenden Geschlechterbildern allerdings fehlte bisher. Inge Stephan greift die Fragestellung nach der geschlechtsspezifischen Bedeutung der Kälteverhältnisse in einem erweiterten kulturgeschichtlichen Rahmen daher erstmals auf und liefert so – mit Fokus auf Texten der Gegenwart – eine Pionierstudie in einem bislang unerforschten Feld.

39,99 € *

2019-05-22, 370 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4492-0

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Inge Stephan

Inge Stephan, Humboldt Universität zu Berlin, Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bislang gab es kein Buch, das die historischen Polareroberungen und die Kältediskurse in Literatur und Gesellschaft verbindet und dabei einen Schwerpunkt auf die Künste der Gegenwart legt. Daher hat mich die Herausforderung gereizt, die verschiedenen Facetten von Schnee und Eis in einer Arbeit zu bündeln, um deutlich zu machen, dass Kälte – reale oder gefühlte – ein zentraler Richtwert ist, an dem sich die Zustände in der Gesellschaft und das Verhältnis zwischen den Geschlechtern ablesen lässt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch geht von einer alarmierenden Beobachtung aus: Während das Eis an den Polen schmilzt, nimmt die soziale Kälte in der Gesellschaft zu. Romane, Filme, Theater, Opern sowie die Bildenden Künste reagieren wie Seismographen auf die Veränderungen und stellen ein Reservoir an Einsichten zur Verfügung, von denen die Politik profitieren könnte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch erinnert an Adornos Überlegungen zur »Dialektik der Kälte« und aktualisierte diese für die Auseinandersetzung mit den Kälteverhältnissen der Gegenwart. Es schärft nicht nur den Blick für die Auswirkungen des globalen Klimawandels, sondern eröffnet auch eine kritische Perspektive auf kältebasierte Technologien in den Wissenschaften.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Aufgrund meines interdisziplinären und kulturkritischen Ansatzes wünsche ich mir Leser und Leserinnen, die an Politik und Literatur gleichermaßen interessiert und für Genderfragen aufgeschlossen sind. Mich interessiert vor allem die Frage, ob und wenn ja welche Bedeutung die Künste bei der Lösung globaler Probleme haben können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Als zwei Seiten einer Medaille sind innere und äußere Kälte zentrale Reflexionsmetaphern im Verhältnis des Menschen zu sich selbst und seiner Umwelt.

Autor_in(nen)
Inge Stephan
Buchtitel
Eisige Helden Kälte, Emotionen und Geschlecht in Literatur und Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
370
Ausstattung
kart., Klebebindung, 62 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4492-0
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ DSB HBTB
BISAC-Code
SOC032000 LIT000000 HIS054000
THEMA-Code
JBSF DSB NHTB
Erscheinungsdatum
2019-05-22
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturgeschichte, Kulturwissenschaft, Gender Studies, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Kälte, Kältephantasien, Geschlechterverhältnisse, Kulturgeschichte, Literaturgeschichte, Moderne, Geschlechterbilder, Emotionalität, Geschlecht, Literatur, Gender Studies, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung