Face Scan – Zur Rolle technischer Bildverfahren in den Porträts von Chuck Close

Die Porträts von Chuck Close weisen seit den 1960er Jahren eine große Affinität zum Technischen auf: Seine seriellen Bildverfahren führen eine systematische Aneignung und Reflexion technischer Prinzipien mit malerischen Mitteln vor, die eine Zuordnung zum Fotorealismus widerlegen. Dieser technoide Grundzug reicht von der extremen Annäherung an die Fotografie bis zu quasi-digitalen Formen, die sich vor dem Hintergrund ihrer Zeit begreifen lassen. Sie antizipieren aber zugleich die technologisch veränderte Bildkultur und das Menschenbild der Gegenwart. Ce Christina Jian zeigt, dass Closes Werk für die Frage, wie Malerei auf neue Bildmedien reagieren kann, ohne ihren Eigenwert einzubüßen, nichts an Aktualität verloren hat.

49,99 € *

2018-11-27, ca. 458 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4512-5

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. November 2018

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Ce Christina Jian

Ce Christina Jian, Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mein Interesse am Thema entwickelte sich aus der Frage nach den Problemen und Möglichkeiten der Malerei, vor allem mit Blick auf technische Bildkulturen. Chuck Closes intensive mediale Auseinandersetzung mit Malerei vor dem Hintergrund der 60er-70er Jahre bietet dafür ein komplexes Beispiel. Dass er das Porträt als Motiv für seine formal hochdifferenzierte Bildmethodik wählt, ist bemerkenswert und verweist auf die Spannung zwischen Menschlichem und Technischem, die sein Werk durchzieht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Aus der Untersuchung von Closes Bezügen zu Zeitgenossen und seiner Abgrenzung zur Porträttradition sowie Fotografie geht hervor, dass er jenseits vom Fotorealismus eine systematische, rigoros abstrakte Formensprache entfaltet, die in vielen Punkten dem digitalen Bild vorgreift, sich aber auch aus technoiden Bild- und Informationsbegriffen seiner Zeit speist. Mit seiner radikalen handwerklichen Malerei reflektiert er ein ›technisches‹ Menschenbild, das sich gerade heute als virulent erweist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Close galt lange als Fotorealist, obwohl sein Bildkonzept dem deutlich widerspricht. Zudem lenkte seine strenge Arbeitsmethode den Fokus der Forschung auf formalistische und materialtechnische Aspekte. Das Buch möchte sein Werk als technisch-analytisch begründete Praxis darlegen, wo Fragen der Malerei, Fotografie und des Porträts im Spannungsverhältnis zueinander diskutiert werden. An Close wird die Affinität der Malerei zu neuen Bildtechnologien deutlich, und damit ihre bleibende Aktualität.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Die Fragestellung des Buches umspannt trotz des monografischen Themas ein weites interdisziplinäres Feld. Der Austausch mit Bild- und Kulturwissenschaftlern, aber auch Computerwissenschaftlern wäre spannend, da Closes Porträts über die kunsthistorische Betrachtung hinaus auf ihre Bezüge zur Kriminalistik, Kybernetik und zum Digitalbild hin befragt werden. Als praktizierende Künstlerin wäre für mich das Gespräch mit Malern über das Verhältnis von Kunst und Technologie besonders interessant.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Closes technoide Porträts zeugen von der Offenheit des traditionellen Mediums gegenüber neuen technischen Bildkulturen und Menschenbildern.

Autor_in(nen)
Ce Christina Jian
Buchtitel
Face Scan – Zur Rolle technischer Bildverfahren in den Porträts von Chuck Close
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 458
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-4512-5
Warengruppe
1583
BIC-Code
AC ACX ABA JFD
BISAC-Code
ART015020 ART015110 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
AGA ABA JBCT
Erscheinungsdatum
2018-11-27
Auflage
1
Themen
Bild, Kunst
Adressaten
Kunst- und Bildgeschichte, Bildende Kunst, Malerei, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Anthropologie, Ästhetik
Schlagworte
Malerei, Fotomalerei, Fotorealismus, Abstraktion, Amerikanische Kunst, Cool Art, Allover, Minimal Art, Process Art, Porträt, Serialität, Raster, Druckgrafik, Technisches Bild, Digitales Bild, Polaroid, Kybernetik, Kunst und Technologie, Kunst, Bild, Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, Bildwissenschaft, Fotografie, Kunstwissenschaft

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