Dinge als Herausforderung

Kontexte, Umgangsweisen und Umwertungen von Objekten

Die Zuverlässigkeit alltäglicher Dinge ist eines der Fundamente der Orientierung in unserer Lebenswelt. Viele Gegenstände offenbaren jedoch auf den zweiten Blick andere, oftmals ganz unerwartete Eigenschaften. Diese zeigen sich in neuen Umgangsweisen, führen zu neuen Kontexten und bedingen mitunter überraschende Umwertungen. Die Beiträge dieses Bandes präsentieren ausgewählte Gegenstände, deren herausfordernder Charakter bei genauerer Betrachtung offenkundig wird. Die auf originärer Forschung basierenden Studien hinterfragen scheinbar selbstverständliche Auffassungen – zum Teil zu alltäglichen und vertrauten Dingen wie Möbeln, zum Teil auch mit Bezug zu besonderen Objekten wie Federhauben –, die im Spannungsfeld sozialer, kultureller und politischer Aushandlungen stehen.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Vorwort

    Seiten 7 - 8
  4. Dinge als Herausforderung - Einführung

    Seiten 9 - 32
  5. Materialität - Referenz - Rhythmus. Einschreibungen, Brüche und Verschiebungen des transkulturellen Alltags

    Seiten 33 - 48
  6. Digitale Objekte - subjektive Materie. Zur Materialität digitalisierter Objekte in Museum und Archiv

    Seiten 49 - 66
  7. »When I dey cry, my mother go carry me« Tücher als Care-Objekte in Kamerun

    Seiten 67 - 100
  8. Die Verteufelung des Handys. Oder wie Liebesbeziehungen in der Region Gilgits, Nordpakistan, neu verhandelt werden

    Seiten 101 - 118
  9. Weben und Wissen. Zur Entstehung von Handgewebtem im zeitgenössischen Myanmar

    Seiten 119 - 142
  10. Das Bildnis des General Aung San

    Seiten 143 - 166
  11. Dinge und Wissen in den Händen von Handwerkern. Oder wie die Ethnologie der Arbeit das Werkzeug gebrauchen kann

    Seiten 167 - 194
  12. Schmutzige Scheine - Geld als Ding der Unmöglichkeit

    Seiten 195 - 216
  13. Die Aneignung der Plainsfederhaube als Provokation

    Seiten 217 - 242
  14. Die Villa Karma von Adolf Loos. Eine analytische Herausforderung zwischen Theorie und Praxis

    Seiten 243 - 266
  15. Der Toilettenstuhl und die Herausforderung unterstützter Ausscheidung

    Seiten 267 - 286
  16. Dinge des Exils. Der ambivalente Umgang nachfolgender Generationen mit dem deutsch-jüdischen Erbe. Ein Werkstattbericht

    Seiten 287 - 304
  17. Zur Identifizierung der »Ethnizität« von Karyatiden im Naturhistorischen Museum in Wien anhand von dargestellten Waffen

    Seiten 305 - 314
  18. Alltägliche Arbeiten werden rätselhaft. Früheisenzeitliche Knochenwerkzeuge aus Mitteleuropa

    Seiten 315 - 326
  19. Zwischen Mensch und Ding

    Seiten 327 - 348
  20. Autorinnen und Autoren

    Seiten 349 - 356
Mehr
34,99 € *

2018-10-27, 356 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4513-2

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Hans Peter Hahn

Hans Peter Hahn, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Frankfurt a.M., Deutschland

Friedemann Neumann

Friedemann Neumann, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die kulturelle Bedeutung des Materiellen wurde lange vernachlässigt. Erst in den letzten 30 Jahren gibt es ein Bewusstsein dafür, welche Mängel eine nur auf Texten und Handlungen beruhende Analyse von Gesellschaft hat. Wer die materielle Seite einer Kultur nicht einbezieht, kann sie nicht verstehen. Dieser Forderung entspricht das Buch. Zudem thematisiert es den Platz der Dinge im Alltag, also dort, wo Menschen unmittelbar und immer wieder mit Eigenschaften der Gegenstände konfrontiert sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dieses Buch möchte verunsichern und provozieren. Es zeigt die verborgenen Seiten alltäglicher und scheinbar gewöhnlicher Dinge. Die Gegenstände der materiellen Umwelt mögen auf den ersten Blick dienlich und nützlich sein. Wie die Beiträge in dem Buch zeigen, reicht diese Einschätzung aber nicht aus: Vielfach fordern Dinge den Nutzer und Betrachter heraus! Alltagsgegenstände sind auch der Ausgangspunkt für Emotionen und widerstreitende Bewertungen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

›Materialität‹ von Kultur ist das entscheidende Feld für die Zukunft der Humanities insgesamt. Wer glaubt, Kultur und Gesellschaft kämen ohne das Materielle aus, betreibt Wissenschaft im Elfenbeinturm. Die in diesem Buch behandelten Themen stehen im Zentrum der Debatte zur Materialität der Gesellschaft. Bislang wird die stabilisierende und auf Bedeutungskohärenz ausgerichtete Seite überbetont. Gegen solche Vereinfachungen stellt sich das Buch und plädiert für eine differenziertere Bewertung des Materiellen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Dieses Buch bietet Stoff zur Diskussion mit allen an der gegenwärtigen Kultur interessierten Geisteswissenschaftlern. Es ist von Bedeutung für die Befassung mit Design, genauso wie für jene, die an einer theoretischen Entwicklung des Themas ›Materielle Kultur‹ mitarbeiten wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Misstrauen Sie den Eigenschaften der Ihnen entgegentretenden Dinge, so wie sie auf den ersten Blick scheinen, und nehmen Sie sich die Zeit, sie genauer zu betrachten!

Autor_in(nen)
Hans Peter Hahn / Friedemann Neumann (Hg.)
Buchtitel
Dinge als Herausforderung Kontexte, Umgangsweisen und Umwertungen von Objekten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
356
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-4513-2
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JHMC
BISAC-Code
SOC022000 SOC002010
THEMA-Code
JBCC JHMC
Erscheinungsdatum
2018-10-27
Auflage
1
Themen
Kultur
Adressaten
Soziologie, Ethnologie, Europäische Ethnologie, Philosophie, Politikwissenschaften
Schlagworte
Materielle Kultur, Dingbedeutungen, Ethnografie, Alltagsforschung, Umwertung, Alltagsgegenstände, Kultur, Kulturtheorie, Cultural Studies, Ethnologie, Kulturanthropologie, Kulturwissenschaft

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