Intersektionale Sozialforschung

Wie wirken Herrschaftsverhältnisse in gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaften? Wie lassen sich Ungleichheiten im Zusammenhang erforschen?

Die Intersektionale Mehrebenenanalyse ist ein vielseitig anwendbares Instrument für subjektzentrierte und praxisorientierte Sozialforschung im Rahmen einer intersektional-feministischen Gesellschaftsanalyse. Kathrin Ganz und Jette Hausotter stellen die Theorie des Intersektionalen Mehrebenenansatzes vor und führen Schritt für Schritt durch den Forschungsprozess: von der Konzeption über die Datenerhebung und -auswertung bis zu den Ergebnissen. Zudem werden die Potenziale der Methode für die intersektionale Praxisforschung ausgelotet.

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2020-07-07, ca. 156 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4514-3
Dateigröße: ca. 1.7 MB

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Kathrin Ganz

Kathrin Ganz, Freie Universität Berlin, Deutschland

Jette Hausotter

Jette Hausotter, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Deutschland

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?

Intersektionalität bedeutet, dass Herrschaftsverhältnisse in Identitäten, strukturell und symbolisch zusammenwirken. Wer Diskriminierung und soziale Ungleichheit verstehen will, muss Intersektionalität konsequent mitdenken – gerade in der Sozialforschung. Der Intersektionale Mehrebenenansatz ist für Forschende interessant, die in empirischen Projekten subjektorientiert vorgehen und neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch politische Handlungsmöglichkeiten erarbeiten möchten.

2. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?

Intersektionalität ist ein Leitbegriff der Gender Studies und Rassismusforschung, der mittlerweile auch in vielen anderen Disziplinen rezipiert wird. Studierende finden intersektionale Perspektiven vor allem wegen der Verbindung zur politischen Praxis spannend. Der Intersektionale Mehrebenenansatz eröffnet einen Weg für die Umsetzung von qualitativen Sozialforschungsprojekten – und das nicht nur in groß angelegten Forschungsvorhaben, sondern auch in Studienprojekten.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Intersektionale Mehrebenenansatz ist vor über zehn Jahren als Teil einer lebhaften Intersektionalitätsdebatte entwickelt worden. Es hat mittlerweile eine Ausdifferenzierung stattgefunden, in die wir ihn pointiert als feministisch-materialistischen Ansatz einordnen. Das vielfältige Anwendungswissen aus zehn Jahren Forschung mit dem Intersektionalen Mehrebenenansatz arbeiten wir im Buch zum ersten Mal systematisch und als Handreichung für die praktische Anwendung auf.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?

Intersektionalität ist hochpolitisch. Das zeigen Klassiker wie Kimberlé Crenshaws Arbeiten zur Diskriminierung Schwarzer Frauen ebenso wie Texte, die Intersektionalität mit spezifischen Perspektiven wie den Disability Studies verbinden, wie z.B. der Band »Gendering Disability« von Jutta Jacob, Swantje Köbsell und Eske Wollrad (transcript 2010). Die Verbindung von Wissenschaft und sozialen Bewegungen zeigt: Die besten Forschungsfragen entstehen dort, wo um soziale Gerechtigkeit gerungen wird.

Autor_in(nen)
Kathrin Ganz / Jette Hausotter
Buchtitel
Intersektionale Sozialforschung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 156
ISBN
978-3-8394-4514-3
Warengruppe
1727
BIC-Code
JFFM JHBC JHBA
BISAC-Code
SOC050000 SOC019000 SOC026000
THEMA-Code
JBFQ JHBC JHBA
Erscheinungsdatum
2020-07-07
Themen
Gesellschaft, Soziale Ungleichheit, Geschlecht
Adressaten
Studierende und Forschende der Gender Studies, Soziologie, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Sozialen Arbeit
Schlagworte
Intersektionalität, Qualitative Forschung, Soziale Ungleichheit, Praxeologie, Gesellschaft, Geschlecht, Qualitative Sozialforschung, Soziologische Theorie, Gender Studies, Soziologie, Einführung

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