Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit

Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet

Auch wenn Umweltbewegungen »Weiter so ist keine Option! Wende oder Ende!« fordern und der Begriff der Nachhaltigkeit voll im Mainstream angekommen ist – die moderne Gesellschaft verteidigt ihren Wohlstand und Lebensstil entschiedener denn je. Beharrlich wird eine Politik der Nicht-Nachhaltigkeit betrieben, und die Konjunktur des Rechtspopulismus signalisiert zudem eine deutliche Abkehr vom ökologisch-demokratischen Projekt vergangener Jahrzehnte.

Dieser Band stellt grundlegende Annahmen der Nachhaltigkeitsdebatte in Frage und skizziert neue sozialwissenschaftliche Forschungsperspektiven, um die eigenartige Fortdauer der Nicht-Nachhaltigkeit zu erhellen.

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17,99 € *

6. Januar 2020, 334 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4516-7
Dateigröße: 2.56 MB

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Ingolfur Blühdorn

Ingolfur Blühdorn, Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Felix Butzlaff

Felix Butzlaff, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Michael Deflorian

Michael Deflorian, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Daniel Hausknost

Daniel Hausknost, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Mirijam Mock

Mirijam Mock, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Seit fünfzig Jahren mobilisiert die moderne Umweltbewegung gegen die Zerstörung und Vernutzung der natürlichen Umwelt. Trotzdem schreiten der Artenverlust, der Ressourcenverbrauch, die Klimaerwärmung etc. in rasendem Tempo voran. Es ist höchste Zeit, über die längst bekannten Mobilisierungsaufrufe und Lösungsangebote hinauszugehen und viel genauer als bisher zu untersuchen, warum die Nicht-Nachhaltigkeit so unglaublich haltbar ist.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Wir erleben gerade den Anfang von nachhaltigkeitsbezogenen Konflikten, die sich klar absehbar verschärfen und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führen werden. Die gesellschaftliche Spaltung und Polarisierung ist bereits überall sichtbar. Das sind Konflikte zwischen den Generationen, zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, zwischen den Ländern Europas, zwischen Nord und Süd und zwischen den alten und neuen Weltmächten.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der Umwelt- und Klimadebatte haben wir uns mit Glaubenssätzen und Sicherheiten eingerichtet, die sich längst als unzureichend bzw. falsch erwiesen haben. Dazu gehört die Behauptung, mehr Aufklärung und Information würden zu mehr Veränderungsbereitschaft führen; oder mehr Bürgerbeteiligung würde notwendig zu mehr Nachhaltigkeit führen; oder technologische Innovationen wie Elektroautos seien die Lösung. Bei der kritischen Untersuchung genau solcher falscher Gewissheiten setzt dieses Buch an.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Beim Klimaschutz, der Generationengerechtigkeit und der Nachhaltigkeit werden wir nur weiter kommen, wenn wir es schaffen, aus unseren hergebrachten Denk-, Analyse- und Argumentationsmustern auszubrechen. Die etablierten Freund/Feind-Schemata, Problemdiagnosen und Lösungskonzepte sind nicht mehr ausreichend. Hier ist die sozialwissenschaftliche Betrachtung gefragt, denn die Logik der Politik, der Mobilisierung, der Technologie oder Ökonomie reproduzieren diese unzureichenden Ansätze nur.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die zu verstehen beginnen, dass die bedingungslose Verteidigung dessen, was wir gern als ›unsere Freiheit, unsere Werte und unseren Lebensstil‹ bezeichnen, unvermeidlich in die autoritäre Gesellschaft und gewaltsame Konflikte führt.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Auf der Suche nach einer Erklärung für die nachhaltigkeitspolitische Handlungsunfähigkeit der Politik entwickelt das Buch eine Theorie der ›Gesellschaft der Nicht-Nachhaltigkeit‹ und beleuchtet die Handlungspotenziale des modernen Staates, der Parteien, sozialer Bewegungen und der Bürger*innen als Konsument*innen.

»Sachlich und schonungslos.«
Achim Stammberger, Ox – Kochen ohne Knochen, 39/2 (2020)
»Aufschlussreich und gleichzeitig ernüchternd.«
XTRA!, 362 (2020)
»[Der Band] zeichnet in erhellender Weise ökologische Debatten der vergangenen Jahrzehnte nach. So wird klar, dass die Argumente sich immer wiederholen.«
Jan Christoph Freybott, Welt-Sichten, 4/5 (2020)
»Ungemein instruktiver Band.«
Stephan Lessenich, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2020
»Das Buch ist keine lustige Lektüre und stimmt nicht optimistisch. Am ehesten könnte man es vielleicht als Weckruf betrachten. Das grüne Gehirn lässt sich damit jedenfalls wunderbar mal gegen den Strich bürsten.«
Ariane Rüdiger, https://anderewirtschaft.arianeruediger.de, 09.03.2020
»Dieses Buch blickt quasi in die Lücke zwischen Notwendigkeiten, Forderungen und Bemühungen.«
Fundraiser-Magazin, 3 (2020)
»Ein wichtiger, kritisch-reflexiver Beitrag zum aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs.«
Marcel Remme, www.lehrerbibliothek.de, 23.02.2020
»Trotz des wissenschaftlichen Ansatzes angenehm zu lesen und daher gerne empfohlen.«
Jessica Witt, ekz-Bibliotheksservice, 8 (2020)
»[Es gelingt], die versprochenen Möglichkeiten und Grenzen sozialwissenschaftlicher Nachhaltigkeitsforschung aufzuzeigen und die normativen, selten hinterfragten Grundlagen wieder der gesellschaftlichen Debatte zuzuführen.«
www.centrum3.at, 2 (2020)
»Den Autoren ist es gelungen, sehr verständlich äußerst komplexe Zusammenhänge zu beleuchten. Damit tragen sie auch zu einer objektiven, lösungsorientierten Diskussionsgrundlage bei.«
www.der-kultur-blog.de, 06.02.2020
»Dieses Buch [ist] eine Art Lösungsansatz: einer, der versucht, vorherrschende Lösungsansätze in der Nachhaltigkeitsforschung zu durchbrechen – und somit womöglich zu neuen, praktikableren Ufern aufzubrechen.«
Katharina Kropshofer, DerStandard, 18.01.2020
O-Ton: »Jeder einzelne müsste seine eigenen Freiheiten überdenken« – Interview mit Ingolf Blühdorn auf Radio Eins am 18.01.2020.
http://bit.ly/2tyWHbX
O-Ton: »Wir werden der Frage nach Begrenzung von Freiheiten nicht entkommen« – Ingolfur Blühdorn im Interview bei der Süddeutschen Zeitung am 17.10.2019.
http://bit.ly/2MRvpTG
Besprochen in:
WDR 5 – Politikum, 07.01.2020, Tanja Busse
https://transformatorische-bildung.de, 14.02.2020
ORF – Journal-Panorama, 25.02.2020
UmweltBriefe, 3 (2020)
www.goethe.de, 4 (2020), Holger Moos
Buchtitel
Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
334
ISBN
978-3-8394-4516-7
DOI
10.14361/9783839445167
Warengruppe
1729
BIC-Code
RNT JHBA KCN RNU
BISAC-Code
SOC026000 BUS072000 BUS099000
THEMA-Code
RNT JHBA KCVG RNU
Erscheinungsdatum
6. Januar 2020
Themen
Gesellschaft, Natur, Zeitdiagnose, Politik
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Bewegungsforschung, Gesellschaftstheorie, Nachhaltigkeitsforschung, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Ökologie, Gesellschaftswandel, Wohlstand, Umweltbewegungen, Nachhaltigkeitstransformation, Nicht-Nachhaltigkeit, Reaktionismus, Rechtspopulismus, Gesellschaft, Natur, Politik, Umweltsoziologie, Soziologische Theorie, Soziologie

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