Wie Computer heimisch wurden

Zur Diskursgeschichte des Personal Computers

Mit der Einführung des Personal Computers Ende der 1970er-Jahre wurde ein neuer Markt für Konsument_innen von Computertechnologie geschaffen. Im Gegensatz zu den vorherrschenden Erzählungen über geniale Erfinder, tüchtige Unternehmer und Visionäre der Computerkultur im Silicon Valley nimmt Sophie Ehrmanntraut auch jenen Teil der amerikanischen Gesellschaft in den Blick, der Computer bis dahin nur aus den Nachrichten oder Science-Fiction-Romanen kannte. Ihre Studie zeigt: Die ersten Reaktionen der potenziellen Kundschaft waren ernüchternd – der Umgang mit Computern musste gelernt werden. Doch nicht zuletzt gezieltes Marketing verwandelte schließlich die Rechenmaschine vom selektiven Arbeitsinstrument zum Massenmedium der Informationsgesellschaft.

29,99 € *

2019-07-29, 230 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4531-6

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Sophie Ehrmanntraut

Sophie Ehrmanntraut, Universität Potsdam, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Auch wenn die ersten Personal Computer bereits zu Museumsstücken geworden sind, können sie aus heutiger Sicht als der Beginn eines neuen intimen Umgangs der Menschen mit Computertechnologie verstanden werden. Mit mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets und Smart Watches wurde Computertechnologie immer persönlicher. Heute erkunden schon Kleinkinder mit personalisierten Technologien die Welt des Internets. Zugleich bilden die kleinen Computer einen sensiblen gesellschaftspolitischen Bereich, in dem Menschen auf digitalen Plattformen ihr privates, soziales und berufliches Leben teilen und organisieren. Das Buch trägt zum Verständnis der Voraussetzungen dieser uns heute selbstverständlich erscheinenden Beziehung zwischen Mensch und Computer bei.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bislang gibt es keine Untersuchung der Computerisierung, die die unterschiedlichen Stränge der Technik-, Sozial- und Diskursgeschichte mit der Vermarktung des Personal Computers verknüpft. Die Verbreitung und Akzeptanz des Computers für den Heimgebrauch als ›consumer product‹ ist ohne die umfangreichen Marketingkampagnen und die technikaffine Kultur im wachsenden Silicon Valley nicht zu denken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Beitrag zur medienwissenschaftlichen Forschung dieses Buches ist die kritische Auseinandersetzung mit der Computerkultur und dem technolibertären Versprechen, der PC diene der Befreiung des Individuums. Befreiung, Computer-Literacy und Benutzerfreundlichkeit wurden Teil des Storytellings für das Marketing der wachsenden Computerindustrie und Grundlage der Transformation des Computers von der Rechenmaschine in einen nicht mehr wegzudenkenden Teil des privaten und öffentlichen Lebens, auf den zu verzichten ans Unvorstellbare grenzt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

An erster Stelle müsste hier Marshall McLuhan stehen. Er formuliert mit dem Vergleich der Welt als dörfliche Gemeinschaft einen potentiell unbeschränkten Zugang zu Informationen, der mit der Vernetzung der informationsverarbeitenden Maschinen möglich wird. In ihrem weit rezipierten Buch »How we became posthuman« schließt Katherine Hayles an diese Vorstellung insofern an, dass sie darlegt, wie Informationen von ihren Körpern bzw. Trägern getrennt wurden. Ich würde gerne mit ihr darüber diskutieren, inwiefern die Verinnerlichung des medientechnischen Dispositivs, die der Personal Computer anschiebt, die Trennung von Information und Körper bedingt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Meine Arbeit erzählt die Geschichte vom Einzug des Computers in das Alltagsleben der Menschen.

Autor_in(nen)
Sophie Ehrmanntraut
Buchtitel
Wie Computer heimisch wurden Zur Diskursgeschichte des Personal Computers
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
230
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 10 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4531-6
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD TBX
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000 TEC056000
THEMA-Code
JBCT TBX JBCT1
Erscheinungsdatum
2019-07-29
Auflage
1
Themen
Medien, Technik, Kulturgeschichte
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Sozialwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Design, Human Computer Interaction (HCI)
Schlagworte
Personal Computer, Marketing, Alltag, Kybernetik, Silicon Valley, Counterculture, Medien, Computerkultur, Massenmedium, Informationsgesellschaft, Kulturgeschichte, Technik, Mediengeschichte, Technikgeschichte, Digitale Medien, Mediensoziologie, Medienwissenschaft

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