Soziologien des Lebens

Überschreitung – Differenzierung – Kritik

Die verschiedenen Soziologien des Lebens fassen das Leben nicht nur als Objekt, das gesellschaftlich normiert, gesteigert und erkannt wird. Sie verstehen es immer auch als Subjekt seiner Normen, seines Wissens und seines Wandels. Das Leben wird nicht vereinseitigt, sondern seine Verschränkungen analysiert: die Immanenz von Natur und Kultur, die Gleichzeitigkeit von Aktivität und Passivität, die Ko-Konstitution von Affekt und Kognition, die Identität von Normativität und Normierung.

Im Anschluss an Autoren wie Bataille, Bergson, Canguilhem, Deleuze, Driesch, Plessner, die Pragmatisten oder Simmel entfalten die Beiträge dieses Bandes differente lebenssoziologische Perspektiven und revitalisieren damit einen für die soziologische Theorie in vielerlei Hinsicht instruktiven Diskurs.

ca. 34,99 € *

2018-09-27, ca. 300 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4558-3

Dieser Artikel erscheint am 27. September 2018

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Heike Delitz

Heike Delitz, Universität Bamberg, Deutschland

Frithjof Nungesser

Frithjof Nungesser, Karl-Franzens-Universität Graz, Österreich

Robert Seyfert

Robert Seyfert, Universität Duisburg-Essen, Duisburg-Essen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil soziologische Theoriearbeit nie endet; weil immer erneut die Frage zu stellen ist, was eine Gesellschaft, was das Soziale eigentlich ist, wie es funktioniert und welche Kräfte in ihm wirken; und weil es dabei immer erneut Dinge hineinzuholen gilt, die zunächst vernachlässigt worden sind. Das gilt in besonderem Maße für das ›Leben‹, das aus theoriestrategischen und aus politischen Gründen gerade in der deutschsprachigen Soziologie oft verfemt und als ›irrationalistisch‹ ausgegrenzt wurde.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es eröffnet – in sich verschiedene, auf differente Paradigmen verteilte – soziologische Sichtweisen auf das Leben. Auch im Sozialen haben wir es letztlich mit Tatsachen des Lebens zu tun, und es fällt ein vollkommen anderes Licht auf Gesellschaft, je nachdem, ob wir das Leben allein als diszipliniertes und produziertes Objekt, oder umgekehrt Gesellschaft auch als Produkt von Leben verstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema des Lebens - und soziologischer Ansätze, die es reflektieren – ist gesellschaftlich derzeit auf vielfache Weise relevant. Soziologien, die das Leben auch als Subjekt des Sozialen anerkennen, stellen eine Korrektur nicht nur der soziologischen Theorien dar, sondern auch derjenigen Wissenschaften und Techniken, die das Leben ›brutalisieren‹, indem sie es als bloße Tatsache behandeln (wie Canguilhem gesagt hätte). Das gilt gerade in einer Zeit, in der den Lebenswissenschaften enorme Deutungsmacht zukommt und in der das Leben zunehmend quantifiziert, manipuliert und entgrenzt wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

... mit den Leserinnen und Lesern des Buches sowie lebenssoziologischen Autoren – wie Bataille, Canguilhem, Dewey, Foucault, Plessner oder Simmel.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Leben als Subjekt und Objekt der Gesellschaft zu denken - darum geht es den hier entfalteten Theorien des Sozialen.

Buchtitel
Soziologien des Lebens Überschreitung – Differenzierung – Kritik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 300
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4558-3
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA JFC HPS
BISAC-Code
SOC026000 SOC022000 PHI034000
THEMA-Code
JHBA JBCC QDTS
Erscheinungsdatum
2018-09-27
Auflage
1
Themen
Sozialität, Leben
Adressaten
Soziologie, Philosophie, Kultur- und Lebenswissenschaften, Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie, Politikwissenschaft
Schlagworte
Gesellschaft, Leben, Lebenssoziologie, Normativität, Soziologische Theorie, Vitalismus, Sozialität, Kultursoziologie, Sozialphilosophie, Soziologie

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