Vom Nutzen und Nachteil der Ökonomik für das Leben

Reflexionen aus einer schwierigen Wissenschaft

Gleichmut ist die politische Signatur der gegenwärtigen Wissenschaft des Ökonomischen: Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind die Wirtschaftswissenschaften durch einen Denkstil geprägt, der nicht nur übergriffig ist – er tendiert auch zur gewaltförmigen Durchsetzung geschichtsphilosophischer Eindeutigkeiten. Die gesellschaftliche Vollzugswirklichkeit dieses abtötenden Denkens charakterisiert sich als Abschaffung des politischen Streits und Ringens darum, diese Welt besser zu machen.

Lars Hochmann weigert sich, diesen Skandal länger hinzunehmen: Für Optimismus zu skeptisch – jedoch nicht frei von Hoffnung und Lust –, zeigt er, dass und wie den Wirtschaftswissenschaften die Liebe zur Welt noch immer ein Weg sein kann.

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2018-07-13, 236 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4569-9

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Lars Hochmann

Lars Hochmann, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

... mit Lars Hochmann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In den Wirtschaftswissenschaften ist ein Denkstil verbreitet, der auf einen fixen Punkt zuläuft. Derlei universalgeschichtliche Eindeutigkeiten müssen früher oder später übergriffig werden, letztlich töten und abtöten. Das führt, wie wir heute sehen, zu einer schockierend beiläufigen Vertrocknung der Bildungs- und Einbildungskraft zu vieler Menschen, die sich als entpolitisiertes Kräftemessen innerhalb von Bedingungen vollzieht, die selbst nicht strittig und zur Disposition gestellt werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Selbstbezüglichkeit ökonomischen Denkens ist, dass es über Wirtschaft Auskunft geben möchte, Wirtschaft selbst dabei jedoch immer schon voraussetzt. Das heißt, die gesellschaftlichen Bedingungen dafür, überhaupt von Wirtschaft denken, reden, schreiben zu können, geraten gar nicht erst in den Blick. Zum Stumpfsinn drängt dies, da sich ein verzwecklichtes Mittel als Sinn zu etablieren versucht. Das Buch problematisiert dies und gibt der Fantasie Futter, was warum wie wo noch möglich ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Einsicht, dass der Weg in eine neue Gesellschaft über eine neue Ökonomie führt, hat sich bislang nicht nennenswert herumgesprochen. Während Ökonomie seitens der Ökonomik nur Lorbeeren, seitens der übrigen Sozialwissenschaften nur Prügel oder Ignoranz bezieht, braucht es eine gesellschaftsbezogene Kritik unserer Praktiken des Wirtschaftens eingedenk deren Widersprüche. Ökonomie ist weder nur gut noch nur böse. Praktisch kann jedoch nur einen Unterschied machen, wer dies unterscheiden kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Gemeinsam mit Chantal Mouffe und Joseph Alois Schumpeter – das wäre nicht nur inhaltlich eine spannende Zusammenkunft (gewesen).

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wir Ökonominnen und Ökonomen müssen uns wieder als die politischen Wesen begreifen lernen, die wir heute mehr denn je sind!

Autor_in(nen)
Lars Hochmann
Buchtitel
Vom Nutzen und Nachteil der Ökonomik für das Leben Reflexionen aus einer schwierigen Wissenschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
236
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4569-9
DOI
10.14361/9783839445693
Warengruppe
1781
BIC-Code
K JHB KCA
BISAC-Code
BUS000000 SOC026000 BUS069030
THEMA-Code
K JHB KCA
Erscheinungsdatum
2018-07-13
Auflage
1
Themen
Wirtschaft
Adressaten
Ökonomik, Wirtschaftswissenschaften, Ökonomische Bildung, Politikwissenschaft, Philosophie, Nachhaltigkeitswissenschaften sowie Praktiker_innen im Bereich Bildungspolitik und -forschung
Schlagworte
Ökonomik, Wissenschaftsforschung, Erkenntniskritik, Agonismus, Lebendigkeit, Natur, Amor Mundi, Wirtschaft, Wirtschaftswissenschaft, Wirtschaftssoziologie, Wirtschaftstheorie, Soziologie

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