Kulturelle Bildung als politisches Programm

Zur Entstehung eines Trends in der Kulturförderung

›Kulturelle Bildung‹ hat Hochkonjunktur: Als Bestandteil der Kulturförderung von Bund, Ländern und Kommunen, in Modellprojekten von Stiftungen und den Education-Abteilungen von Kultureinrichtungen ist das Thema allgegenwärtig. Obgleich die Wirkung des Konzeptes erst in Ansätzen empirisch untersucht wurde, scheint seine Attraktivität für eine wachsende Zahl von Förderakteuren ungebrochen.

Das Buch spürt diesem Phänomen nach, indem es sowohl die argumentative Stärke des Konzeptes als auch Mechanismen des Lobbying in den Blick nimmt. Fundiert wird die Analyse durch eine historische Synopse der Institutionalisierung von kultureller Bildung seit den 1970er-Jahren – im außerschulischen Bildungsbereich, in Hochschulen, Ministerien und Kulturämtern.

39,99 € *

2019-01-23, 332 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4574-7
Dateigröße: 3.45 MB

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Claudia Steigerwald

Claudia Steigerwald, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil ›Kultur‹ und ›Bildung‹ seit Jahrhunderten eine erstaunlich starke Allianz bilden. Gleichzeitig vermischen sich im heutigen Diskurs um ›Kulturelle Bildung‹ unzählige Bedeutungen dieses Konglomerats, so dass unklar bleibt, warum welche Projekte überhaupt gefördert werden. Wir sprechen hier nicht über peanuts – das Thema hat in den letzten Jahren immer mehr Förderer auf sich vereint. Wer also Interesse an den Legitimationen hat, die unsere Kulturförderung dominieren, sollte dieses Buch lesen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch beschreibt das Netzwerk zwischen einzelnen gatekeepern, der Entwicklung von Aus- und Fortbildungsinstitutionen und der Implementierung von Förderrichtlinien in der Kultur-, Bildungs- und Jugendpolitik. Politik funktioniert – bei allen Willensbekundungen zu einer ressortübergreifenden Zusammenarbeit – noch sehr oft in Ressorts. Das Buch gewährt stellvertretend dazu einen grenzüberschreitenden Blick, der vermeintlich unzusammenhängende Entscheidungen miteinander in Beziehung setzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema nimmt in der Forschungsförderung des Bundes seit 2015 einen hohen Stellenwert ein – darauf lassen nicht zuletzt die Förderrichtlinien des BMBF zur Kulturellen Bildung schließen. Dort wird das Thema meist in Verbindung mit weiteren ›Trendthemen‹, wie etwa der Digitalisierung, beforscht. Als Förderthema der Kulturpolitik und aus Sicht der politikwissenschaftlichen Diskursanalyse ist es leider noch untererforscht – ein Grund mehr, warum es dieses Buch gibt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wohl mit dem im letzten Jahr verstorbenen Kulturpolitiker Hermann Glaser – ein kluger Geist, der bei aller Ideologie und Pathos doch die Begeisterung für die kleinen Dinge und das Interesse am Leben nicht vergessen hat. Ich durfte ihn im Laufe der Forschungsarbeiten kennenlernen – eigentlich sollte dieses Buch bei einem weiteren Treffen diskutiert werden, so sein Wunsch. Da wird nun leider nichts draus.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Synopse der Meilensteine auf dem Weg von einer bürgerlichen Kategorie zu einem Politikprogramm, das gesellschaftliche Wirkungen verspricht.

»Eine profunde Analyse des Politikfeldes kulturelle Bildung als Teilbereich der Kulturpolitik.«
Gabriele Schulz, Politik & Kultur, 5 (2019)
Autor_in(nen)
Claudia Steigerwald
Buchtitel
Kulturelle Bildung als politisches Programm Zur Entstehung eines Trends in der Kulturförderung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
332
Ausstattung
2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4574-7
DOI
Warengruppe
1731
BIC-Code
JPQB JNA
BISAC-Code
POL038000 EDU040000
THEMA-Code
JPQB JNA
Erscheinungsdatum
2019-01-23
Themen
Kultur, Politik, Bildung
Adressaten
Kulturwissenschaften, Kulturmanagement, Interpretative Policy-Forschung, Diskursforschung
Schlagworte
Kulturelle Bildung, Kulturförderung, Neue Kulturpolitik, Soziokultur, Lobbyismus, Bildung, Politik, Kultur, Kulturpolitik, Kulturmanagement

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