Im Dispositiv

Zur reziproken Genese von Wissen, Macht und Medien

Michel Foucaults Dispositivbegriff erlebt seit Jahren eine Konjunktur. Schließlich ermöglicht er es, immer komplexer werdende politische, gesellschaftliche und mediale Zusammenhänge zu denken. Allerdings ist zu beobachten, dass mit zunehmender Prominenz auch eine sukzessive Aushöhlung des Konzepts einhergeht.

Tanja Gnosa wirkt dem entgegen, indem sie die Genese des Begriffs in der Diskurstheorie Foucaults verortet. Unter Berücksichtigung der Machtanalyse wird ein Dispositiv-Verständnis entwickelt, das systematisch den Vermittlungsaspekt – das Mediale – miteinbezieht. Daraus resultiert ein integratives Dispositiv-Konzept, das erstmals die reziproke Genese von Wissen, Macht und Medien zu verstehen erlaubt.

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2018-11-07, 390 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4591-0

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Tanja Gnosa

Tanja Gnosa, Universität Koblenz-Landau, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Dispositivbegriff Michel Foucaults hat zwar seit einigen Jahren Konjunktur, und das vor allem in der Medienwissenschaft, aber die Auseinandersetzung damit beschränkt sich meist auf nur eine Definition, die Foucault in einem kurzen Interview gegeben hatte. Zudem wird der Begriff auf ungünstige Weise mit anderen Dispositivbegriffen vermengt, so dass er am Ende häufig nurmehr als Synonym für ›Anordnung‹, ›Kontext‹ oder ›Umwelt‹ verwendet wird. Das greift aber natürlich deutlich zu kurz.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Dispositiv wird der Dispositivbegriff systematisch aus Foucaults Diskurstheorie und Machtanalytik hergeleitet und erst danach an medienwissenschaftliche und -theoretische Bestände rückgebunden. Dadurch wird sichtbar, dass wichtige Kulturdimensionen wie Wissen, Macht und Vermittlung sich einerseits strukturell analog beschreiben lassen und andererseits gleich ursprünglich entstehen, mehr noch, sich in ihrer Genese wechselseitig beeinflussen und insofern gewissermaßen voneinander abhängen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Dispositivbegriff gehört in vielen kulturwissenschaftlichen Disziplinen zur festen Terminologie. Vor allem in den Medienwissenschaften, in denen rezent etwa medienanthropologische, -ökologische oder -technologische Fragestellungen diskutiert werden, könnte das Konzept dazu beitragen, Wissens- und Machtfragen systematisch miteinzubeziehen. Aber auch in den Sozialwissenschaften werden Dispositive als Bedingungsgefüge diskutiert. Hier mag die medientheoretische Erweiterung helfen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich natürlich mit Foucault darüber diskutieren, gerade über die Frage des Medialen. In seinen Texten kommen Medien immer wieder vor, es gibt eine Sensibilität für medientheoretische Fragestellungen, aber auf der anderen Seite auch eine ständige Marginalisierung des Medialen. Nun ja, das wird nicht mehr zu machen sein ... Im Ernst: Ich würde gern mit anderen Medienkulturwissenschaftler_innen darüber ins Gespräch kommen, auch um das empirische Potenzial des Ansatzes auszuloten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wissen, Macht und Medialität sind Kultur und menschliches Selbstverständnis bedingende Dimensionen, die im Dispositiv miteinander vermittelt werden.

»Das Buch eignet sich hervorragend als umsichtiger und kenntnisreicher Debattenbeitrag für den Poststrukturalismus. Dass es dann auch oder trotzdem für dessen Kritiker eine anregende Lektüre sein kann, macht das Buch über den eigenen Theorietellerrand hinaus lesenswert.«
Raphael Beer, Soziologische Revue, 42/3 (2019)
Autor_in(nen)
Tanja Gnosa
Buchtitel
Im Dispositiv Zur reziproken Genese von Wissen, Macht und Medien
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
390
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-4591-0
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JFC HP
BISAC-Code
SOC052000 SOC022000
THEMA-Code
JBCT JBCC QD
Erscheinungsdatum
2018-11-07
Auflage
1
Themen
Kultur, Wissenschaft, Medien
Adressaten
Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Linguistik, Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie
Schlagworte
Medien, Dispositiv, Macht, Diskurs, Wissen, Kultur, Wissenschaft, Medientheorie, Kulturtheorie, Medienphilosophie, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft

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