Der Widerstand gegen Literatur

Dekonstruktive Lektüren zur Literaturdidaktik

Ist Literaturdidaktik nichts anderes als organisierter Widerstand gegen Literatur? Oder ist eine andere Didaktik der Literatur denkbar, die vom Widerstand der Literatur ausgeht? Nach landläufigem Urteil kommen didaktische Modelle ins Spiel, wenn es um die Einweisung von Literatur in den Bereich von Erziehung und Schule geht. Man legt fest, was an der Literatur warum und wie gelernt werden soll. Die lehrbar gemachte Literatur bringt deswegen einen ganzen Apparat von Verfahren, Lehrzielen und normativen Urteilen über Kunst hervor.

Michael Baum fügt dem, anders als üblich, nicht ein neues Konzept hinzu, sondern fragt nach den Widersprüchen eines Diskurses, der für sich in Anspruch nimmt, erfolgreiches pädagogisches Handeln orientieren zu können.

39,99 € *

2018-12-12, 282 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4593-8
Dateigröße: 3.88 MB

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Michael Baum

Michael Baum, Pädagogische Hochschule Karlsruhe, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zunächst einmal aus wissenschaftlicher Neugier und aus Lust, die Dinge anders zu denken. Dann aus der Verantwortung des Hochschullehrers heraus: Die Studenten sollen fachdidaktische Texte nicht nur als etwas kennenlernen, das nützlich ist, sondern das man kritisch und gegen den Strich lesen kann. Dafür soll das Buch die Werkzeuge liefern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der literaturdidaktische Diskurs orientiert sich heute mehrheitlich an einer Unterscheidung zwischen quantitativer und qualitativer Empirie sowie am Kompetenzbegriff. Es entsteht die Tendenz zur Regression von Theorie auf pure Methodologie. Die neue Perspektive besteht darin, mit dem ›bösen Blick‹ kulturwissenschaftlicher Theorien das empirische Wissen zu verfremden und damit neue Gesichtspunkte zu gewinnen. Was geschieht, wenn Literatur lehrbar gemacht wird?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Kristallisationspunkt meiner Lektüren ist das Paradoxieproblem: In welche Widersprüche verstrickt sich notwendigerweise eine Disziplin, die den institutionellen Nutzen im Blick hat und gleichzeitig unablässig bemüht ist, den Nachweis der Wissenschaftlichkeit zu erbringen? In der Literaturdidaktik gibt es etwa seit dem Jahr 2010 eine vorsichtige Öffnung für solche selbstkritischen Fragestellungen; hier setze ich an. Methodisch wird eine neue Art der Lektüre literaturdidaktischer Texte entwickelt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten auf einem Podium mit meinem Sohn, der seine Erfahrungen mit dem schulischen Literaturunterricht und seine analytische Präzision einbringt. Im Publikum sollten auf jeden Fall sitzen: Franz Eyckeler, promovierter Germanist und Lehrer an einem Berliner Gymnasium, Michael Wimmer, Professor für allgemeine Erziehungswissenschaft und Jacques Derrida, Philosoph.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch stellt eine Heimsuchung empirischer Professionswissenschaft durch dekonstruktive Lektürepraktiken dar.

Autor_in(nen)
Michael Baum
Buchtitel
Der Widerstand gegen Literatur Dekonstruktive Lektüren zur Literaturdidaktik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
282
ISBN
978-3-8394-4593-8
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JNA
BISAC-Code
LIT000000 EDU040000 EDU036000
THEMA-Code
DSB JNA
Erscheinungsdatum
2018-12-12
Themen
Wissenschaft, Bildung, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik, Erziehungswissenschaft sowie Lehrende der Literatur an Schulen und Hochschulen
Schlagworte
Literaturdidaktik, Heinrich Von Kleist, Dekonstruktion, Schule, Kunst, Pädagogisches Handeln, Literatur, Bildung, Wissenschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft, Bildungstheorie, Bildungsforschung, Universität, Literaturwissenschaft

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