Spettacolo

Geschichte(n) von Theater, Fest und Ephemerem in Giorgio Vasaris »Viten« von 1568

Die Zweitausgabe von Giorgio Vasaris »Viten« von 1568 ist um umfangreiche Schilderungen zu religiösen und profanen Festen sowie zu den damit verbundenen theatralen Aufführungsformen und ihrer Ausstattung ergänzt. Erstmalig analysiert Tanja Kreutzer diese Passagen im Hinblick auf die ihnen zugrundeliegenden kunsttheoretischen und historiografischen Argumentationsmuster. Im Abgleich mit der zeitgenössischen Tanz-, Theater- und Musiktheorie sowie mit Städtelob, Stadtgeschichtsschreibung und Biografik wird die essentielle Rolle des Ephemeren für die Geschichtserzählung der zweiten Vitenfassung belegt – als Paradebeispiel für ein breites Diffundieren der Künste auf ihrem Höchststand und mögliche Perspektive für den Fortgang der Kunstentwicklung nach Michelangelos Tod.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung

    Seiten 7 - 28
  4. 1. Neue Lebensbeschreibungen und thematische Erweiterungen: Ein Abgleich der Fassungen von 1550 und 1568

    Seiten 29 - 48
  5. 2.1 ,Bauanleitungen' für den späteren Nachvollzug: Die technischen ingegni von Brunelleschi, Cecca und Tribolo

    Seiten 49 - 66
  6. 2.2 Festliche Bräuche, szenische Abläufe und deren memoria

    Seiten 66 - 95
  7. 2.3 Theatrale Begebenheiten und das Modell der uomini illustri: Ephemere Arbeiten als besondere Verdienste zum Wohle des Staates und die Ausdehnung des Modells auf weitere, am Theater beteiligte Personenkreise

    Seiten 95 - 117
  8. 2.4 Politische Anlässe und mediceisches Primat festlicher wie theatraler (Re-)Präsentation

    Seiten 118 - 133
  9. 2.5 Kunstvolle Schaugerichte und szenisch gestaltete Bankette: Die Vita Giovanfrancesco Rusticis, italienische Novellistik und die Spieltradition des 16. Jahrhunderts

    Seiten 134 - 154
  10. 2.6 Aus der Warte eines Anderen: Vasaris eigene Theaterarbeiten und die Hochzeitsfeierlichkeiten von 1565

    Seiten 154 - 178
  11. 3.1 Vita amoena und bene comune: Tanz, Musik, Theater und Fest in der Tradition von Staatstheorie, Städtelob und Stadtbeschreibung

    Seiten 179 - 204
  12. 3.2 Theater, Fest und Spektakel in der Geschichtsschreibung: Florentiner Chroniken, Annalen und Diarii vom 14. bis 16. Jahrhundert sowie Paolo Giovios "Elogia"

    Seiten 204 - 238
  13. 4.1 Die dritte Epoche innerhalb des Geschichtsmodells der "Viten" von 1568: Überwundene Klimax innerhalb des Zyklus oder potentiell ewiges ,Endzeitalter'?

    Seiten 239 - 272
  14. 4.2 Theater als ,Kunst': Gesellschaftliche Idealzustände erreicht durch künstlerische und theatrale Überhöhung

    Seiten 272 - 298
  15. 4.3 Die rinascita von Theater und Fest in den "Viten"

    Seiten 298 - 326
  16. Fazit

    Seiten 327 - 332
  17. Literaturverzeichnis

    Seiten 333 - 374
  18. Abbildungsverzeichnis

    Seiten 375 - 378
  19. Tabellen

    Seiten 379 - 388
  20. Appendix: Textstellen aus den "Viten" von 1568

    Seiten 389 - 446
  21. Dank

    Seiten 447 - 450
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44,99 € *

2019-04-27, 450 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4596-5

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Tanja Kreutzer

Tanja Kreutzer, Universität Augsburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Im 16. Jahrhundert wurden für viele historische Wissenschaften erste Grundsteine gelegt. Für die beginnende Historisierung der Kunstbetrachtung gelten Giorgio Vasaris ›Viten‹ als Schlüsselwerk. Dass diese Schrift durch den Rekurs auf Theater und Ephemeres auch weit über den Kanon der heutigen ›Hochkunst‹ hinaus historische Perspektivierungen vornimmt und so versucht, für die unmittelbare Zukunft verlässliche, da systemisch verankerte Vorhersagen zu treffen, darüber lohnt es sich, ein Buch zu schreiben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Band untersucht erstmals umfassend die Textstellen der ›Viten‹, die theatrale und festliche Gestaltung unter theoretischen wie geschichtlichen Gesichtspunkten in den Blick nehmen. Auf dieser Basis lassen sich vor allem für den historiografischen Impetus des Werkes in seiner Zweitausgabe von 1568 neue und vertiefte Erkenntnisse gewinnen. Das eröffnet letztlich neue Forschungsperspektiven zum Konnex zwischen performativen und bildenden Künsten im Kunst- und Geschichtsverständnis des 16. Jahrhunderts.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Kunsthistorisch sind die ›Viten‹ gut erforscht. Allerdings gibt es immer noch größere Leerstellen vor allem in den Bereichen, in denen Vasaris Geschichtsschreibung den Kanon der bildenden Künste verlässt. Daher blieb auch der Einbezug ephemerer Werke und theatraler Ereignisse bislang weitgehend unbeachtet. Gerade diese Erweiterung der Zweitausgabe kann jedoch für zahlreiche aktuelle Diskussionen um deren historiografische Zielsetzung sowie um eine möglicherweise multiple Autorschaft fruchtbar gemacht werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Im Zuge der Dissertation durfte ich meine Thesen bereits mit einigen bedeutenden Vasari-Forschern erörtern, unter ihnen Prof. Dr. Alessandro Nova und Dr. Fabian Jonietz vom Kunsthistorischen Institut in Florenz, denen ich für ihre Anregungen sehr dankbar bin. Höchst inspirierend war auch ein kurzer Austausch mit Prof. Dr. Gerd Blum am Rande einer Florentiner Tagung, dessen Forschung einen wichtigen Grundstein für meine Arbeit bildet. Diesen Austausch würde ich mit Blick auf das nun fertige Buch sehr gerne fortsetzen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band untersucht die vermehrten Erwähnungen theatraler Feste und ephemerer Dekorationen in der Zweitausgabe von Giorgio Vasaris ›Viten‹.

Autor_in(nen)
Tanja Kreutzer
Buchtitel
Spettacolo Geschichte(n) von Theater, Fest und Ephemerem in Giorgio Vasaris »Viten« von 1568
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
450
Ausstattung
kart., Klebebindung, 7 SW-Abbildungen, 18 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4596-5
DOI
Warengruppe
1582
BIC-Code
AC AN ABA
BISAC-Code
ART015000 PER011020 ART009000
THEMA-Code
AGA ATD ABA
Erscheinungsdatum
2019-04-27
Auflage
1
Themen
Theater, Bild, Kunst
Adressaten
Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Tanzwissenschaft, Geschichtswissenschaften
Schlagworte
Giorgio Vasari, »Viten«, Theatergeschichte, Renaissance, Künstlerbiografie, Kunstentwicklung, Filippo Brunelleschi, Michelangelo, Medici, Kunst, Theater, Bild, Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft, Kunsttheorie, Bildwissenschaft, Kunstwissenschaft

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