Tradierte Institutionen, moderne Gebäude

Verwaltung und Verwaltungsbauten der Bundesrepublik in den frühen 1950er Jahren

Die junge Bundesrepublik war ein Gemeinwesen im »Wiederaufbau«: Strukturen, (Selbst-)Bilder, Institutionen und Gebäude wurden wieder und/oder neu errichtet. Dabei verschmolzen Vergangenheits- und Zukunftsorientierung: Gerade die öffentliche Verwaltung wurde institutionell kontinuitätswahrend reorganisiert, trat aber in neuen, dezidiert modernen Bauten in Erscheinung.

An diesem Spannungsverhältnis setzt Dorothea Steffen an: Die interdisziplinär angelegte, exemplarische Studie untersucht – zum ersten Mal –, ob und wie Institution und Neubau öffentlich thematisiert und aufeinander bezogen wurden, und beleuchtet so die zeitgenössische Wahrnehmung von Verwaltungsapparat und neuem Gemeinwesen insgesamt.

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2019-07-26, 266 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4613-9

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Dorothea Steffen

Dorothea Steffen, Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Reine Neugier. Ich fand es einfach spannend, zu untersuchen, wer in der jungen Bundesrepublik Identität, besonders staatliche Identität, wie begriff und entwickelte und wie solche Versuche wahrgenommen wurden. Das anhand der (Wieder-)Errichtung staatlicher Verwaltungsbehörden zu tun, bot sich deshalb an, weil hier zwei ganz wichtige Faktoren, Neubeginn und Kontinuität, deutlich ausgeprägt waren: In institutioneller Hinsicht stand letztere, baulich gesehen erstere im Vordergrund.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es beschreibt eine Möglichkeit, die Architektur in die Frage nach der Identität der jungen Bundesrepublik einzubeziehen. Die Frage nach der Bedeutung von Architektur ist aus mehreren Gründen keine ganz einfache – und für Historiker*innen besonders nicht, weil wir keine Quellen haben, beziehungsweise weil die Quellen, die wir haben, zumeist jede Aussage verweigern. Das ist natürlich auch ein ›Befund‹ – und den damit aufgeworfenen Fragen, warum das so ist und was das aussagt, versucht sich das vorliegende Buch dadurch zu nähern, dass es auch die institutionelle Dimension einbezieht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Originell ist weniger das Thema als die Methode. Die Frage nach dem (Selbst-)Verständnis der jungen Bundesrepublik, nach ihrer Einordung, ist keine neue, aber eine nach wie vor (kontrovers) diskutierte. Vielleicht weiterführend an dem hier in Rede stehenden Buch ist daher der Zugang: Es versucht, zwei Debatten, die für die Ausbildung dieses (Selbst-)Verständnisses wichtig waren und jeweils über einen eigenen Gegenstand und eine eigene Logik verfügten, zu analysieren und miteinander in Beziehung zu setzen und so zu Aussagen zu kommen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Spannend wäre es, ein interdisziplinäres Gespräch zu führen, also etwa Kunst- oder Architekturhistoriker*innen, Rechtshistoriker*innen, aber auch Soziolog*innen an einen Tisch zu bringen, die verschiedenen Perspektiven und Erkenntnisinteressen zu benennen, gegeneinander abzuschichten und/oder miteinander in Beziehung zu setzen und so, wenn es gut läuft, zu neuen Fragestellungen zu kommen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eher in einer Frage: Für wen traten der ›Staat‹ beziehungsweise staatliche Institutionen in der jungen Bundesrepublik wie in Erscheinung und was sagt uns das?

Besprochen in:
Fraunhofer IRB, 8 (2019)
Autor_in(nen)
Dorothea Steffen
Buchtitel
Tradierte Institutionen, moderne Gebäude Verwaltung und Verwaltungsbauten der Bundesrepublik in den frühen 1950er Jahren
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
266
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 7 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4613-9
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBLW3 AM
BISAC-Code
HIS014000 HIS037070 ARC010000
THEMA-Code
NHD AM
Erscheinungsdatum
2019-07-26
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Kulturgeschichte, Architektur
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Kunstgeschichte, Architekturgeschichte, Rechtsgeschichte
Schlagworte
Verwaltung, Verwaltungsarchitektur, Bundesrepublik, Wiederaufbau, 1950er Jahre, Architektur, Identität, Bundeskriminalamt, Bundesrechnungshof, Kulturgeschichte, Deutsche Geschichte, Zeitgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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