Trans*Gender im Film

Zur Entstehung von Alltagswissen über Transsex* in der filmisch-narrativen Inszenierung

Wenn sich ein Individuum der binären Geschlechtseinteilung entzieht, wird das Alltagswissen instabil: Durch die Konstituierung eines ›Anderen‹ gegenüber dem menschlich ›Normalen‹ werden Individuen aus dem Bereich des Menschlichen ausgeschlossen, sie gelten als kulturell nicht intelligibel (Butler).

Annette Raczuhn greift ein Forschungsdesiderat in diesem Bereich auf, indem sie erstmals die Produktion von gesellschaftlich geteiltem Wissen anhand der kulturellen Repräsentation von Transsex* in Filmen untersucht. Mit den Theoremen »Wrong Body Story«, Voyeurismus, Beichtpraxis und dem Passing-out zeigt sie die gesellschaftliche Diskrepanz zwischen wissenschaftlicher Konstruktion und Alltagsverständnis auf.

49,99 € *

2018-10-17, 508 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4615-3

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Annette Raczuhn

Annette Raczuhn, Universität zu Köln, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Es gibt eine Vielzahl an Untersuchungen der rechtlichen und medizinischen Regulierungs- und Normalisierungstendenzen, ebenfalls hinreichend untersucht wurde die psychologische Begutachtungspraxis und die Produktion von gesellschaftlichem Wissen über Transsex*. Es ist also an der Zeit auch die kulturelle Repräsentation zu untersuchen, nicht zuletzt dadurch begründet, dass es immer mehr Filme über Trans*Personen gibt, die ihrerseits gesellschaftliches Wissen über die Trans*Thematik produzieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Grundlegende neue Erkenntnisse liefert das Buch in Bezug auf das den Filmen immanente Alltagswissen über Trans*. Hier konnte anhand der Wrong-Body-Narration eine neue Sicht auf das Passing gewonnen werden. Die Ritualisierung der geschlechtsangleichenden Operation und die erzeugte Schaulust innerhalb der Filme können die vermeintliche Anerkennung von Trans*Personen als Schein-Anerkennung aufdecken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Bisher gab es einige namhafte Wissenschaftler*innen, die sich in kleineren Artikeln mit der Trans*Thematik im Film befasst haben. Daher ist eine grundlegende Forschung sicher gewinnbringend für die aktuellen Forschungsdebatten. Zudem sehe ich meine Analysen nicht als vollendet, vielmehr als diskussionsanregend an. Interessant wäre hier mit Sicherheit eine Anschlussforschung über die Trans*Thematik in Serien.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ein Schreiben über Personen kann einer Selbstdarstellung ebendieser nicht ansatzweise gerecht werden, deswegen würde ich gerne mit Menschen diskutieren, die sich selber als Transsex* oder Trans*Gender beschreiben. Zudem wäre eine Diskussion mit Filmschaffenden und Schauspielenden sicher von großer Relevanz, da sie maßgeblich an der Repräsentation beteiligt sind. Als krönenden Abschluss würde dieser illustren Diskussionsrunde Judith Butler fehlen, da ich mich grundlegend auf ihre Theorien beziehe.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Würde ich es in einen Satz fassen können, so bräuchte ich keine 504 Seiten dafür. Es ist leidenschaftlich, kritisch und mit Gewissheit polarisierend.

Autor_in(nen)
Annette Raczuhn
Buchtitel
Trans*Gender im Film Zur Entstehung von Alltagswissen über Transsex* in der filmisch-narrativen Inszenierung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
508
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4615-3
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JFSJ JFD APFA
BISAC-Code
SOC012000 SOC032000 PER004030
THEMA-Code
JBSJ JBSF JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2018-10-17
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Film
Adressaten
Soziologie, Gender Studies, Queer Studies, Medienwissenschaft
Schlagworte
Geschlechterforschung, Transsexualität, Crossdressing, Filmanalyse, Diskursanalyse, Geschlecht, Film, Queer Theory, Gender Studies, Soziologie, Kulturwissenschaft

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