Gender und Biopolitik

Normative und intersektionale Gewalt gegen Trans*Menschen

Das Zweigeschlechtermodell ist schon lange ein umkämpfter Schauplatz von Transformation sowie Versuchen der Fixierung binärer Identitätskonzepte. Tamás Jules Joshua Fütty geht der Frage nach, was Normen mit Geschlecht, Gewalt, Staatlichkeit und Biopolitik zu tun haben. Im Gegensatz zu der Reduktion auf ›transphobe Hassgewalt‹ wird ein erweitertes Gewaltverständnis begründet: als normative und intersektionale Gewalt, die v.a. über Recht und Medizin institutionell verankert ist und ungleiche Lebenschancen für Trans*Menschen hervorbringt. Innerhalb bestehender Sicherheitsdispositive und ihrer Grenzregime sind mehrfachdiskriminierte Trans*Menschen besonders stark für lebensbedrohliche Gewalt und vorzeitigen Tod exponiert.

34,99 € *

2019-01-21, 256 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4629-0

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Tamás Jules Joshua Fütty

Tamás Jules Joshua Fütty, Universität Kiel, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Aus herrschaftskritischer Perspektive ist die zentrale Frage nicht, ob oder warum es Trans*Menschen gibt, sondern, dass es sie gibt, sie aber auch in Deutschland und Europa durch normative und intersektionale Gewalt ausgeschwiegen, verworfen und von gleichen Lebenschancen ausgeschlossen werden. Untersucht wird in diesem Buch was die Zweigeschlechternorm mit Staatlichkeit, Biopolitik und Gewalt zu tun hat, und welche Rolle dabei insbesondere medizinische und rechtliche Normierungs- und Regulierungspraktiken spielen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In diesem Buch werden Perspektiven der Gender und Queer Studies in kritischen Dialog gebracht mit Ansätzen der Intersektionalitäts- und Gewaltforschung sowie Biopolitik. Der Fokus liegt dabei auf der Frage was als Gewalt gegen Trans*Menschen thematisiert und welche Gewalt weiterhin ausgeblendet und normalisiert wird. Hierfür wird eine Neukonzeption von Gewalt gegen Trans*Menschen als normative und intersektionale Gewalt vorgeschlagen, die die lebensbedrohliche Gewalt insbesondere gegen mehrfachdiskriminierte Menschen analysierbar macht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Vielfalt an Geschlechtsidentitäten und queeren Lebensentwürfen spiegelt sich in aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten, z.B. zur Dritten Option, also auch in wissenschaftlichen Diskursen bis hin zu sozialen Netzwerken. Oft zeichnen sich die öffentlichen Debatten durch eine Polarisierung selbstbestimmter versus populistisch-tradierter Diskurse (zwischen Konservierung und Liberalisierung) aus, doch wie Geschlecht weiterhin normativ reguliert und Geschlechtervielfalt intersektional sowie biopolitisch verworfen wird, wird dabei zumeist außer Acht gelassen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten diskutieren möchte ich mit Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen, die sich aus herrschafts- und normkritischen Perspektiven mit Inhalten der Gender und Queer Studies auseinandersetzen und/oder ein Interesse an der Reflexion von Staatlichkeit und Biopolitik im Kontext des Zweigeschlechtermodells haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt wie Trans*Menschen in Deutschland durch normative Gewalt von gleichen Lebenschancen ausgeschlossen, und in intersektionalen Machtverhältnissen für vorzeitige Tode exponiert werden.

Buchtitel
Gender und Biopolitik Normative und intersektionale Gewalt gegen Trans*Menschen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
256
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4629-0
DOI
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JFFE JPA
BISAC-Code
SOC012000 SOC051000 POL010000
THEMA-Code
JBSJ JBFK JPA
Erscheinungsdatum
2019-01-21
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Gewalt, Biopolitik
Adressaten
Gender und Queer Studies, Sozial- und Kulturwissenschaften, Philosophie
Schlagworte
Gender, Queer und Trans Studies, Gewaltforschung, Staatsgewalt, Intersektionalität, Biopolitik, Geschlecht, Gewalt, Queer Theory, Gender Studies, Kulturwissenschaft

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