Plädoyer für das Tragische

Chor- und Weiblichkeitsfiguren bei Einar Schleef

Die Tragödie steht vor ihrem Untergang, ausgelöst durch die Ausstoßung von chorischen und weiblichen Figuren. Doch was verbirgt sich hinter dieser Marginalisierung? Welche Auswirkungen hatte sie? Und lassen sich Bestrebungen erkennen, Chor und Frauenfiguren wieder eine zentrale Rolle zuzuschreiben? Mit seiner Deutung der deutschen Theatergeschichte bietet Einar Schleef eine erstaunliche sowie bestürzende Lektüre der heutigen Gesellschaft. Linn Settimi beschäftigt sich mit seinen Überlegungen über den Konflikt zwischen Individuum und Gemeinschaft, das Konzept von Weiblichkeit, Gender Troubles und die Möglichkeit einer Rolleninversion, welche dem Versuch gilt, das tragische Element am Leben zu erhalten.

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2018-12-19, 242 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4630-6

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Linn Settimi

Linn Settimi, Universität Udine/Universität Leipzig, Deutschland/Italien

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil die bisherige Rezeption des Werks von Einar Schleef in dieser Hinsicht noch eine große Lücke offenlässt. Es soll ein kleiner Schritt sein, um eines der wesentlichen Themen seines künstlerischen und intellektuellen Schaffens in den Vordergrund zu rücken: das weibliche Subjekt und Weiblichkeitsbilder in der westlichen Literatur- und Theatergeschichte sowie die Auswirkungen dieser Imago auf die gegenwärtige Gesellschaft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Neben- bzw. Übereinanderstellen von weiblichen und chorischen Subjekten entblößt diese in ihrer gemeinsamen Rolle: Es sind die großen Feinde, Furchtzentren der patriarchalischen Ordnung, die sich nach wie vor davon bedroht fühlen. Beide versuchte man auszustoßen, sogar zu vernichten und doch konnte man der Konfrontation nicht entweichen. Im Buch wird mit der Idee einer Umkehrung der Ordnung gespielt, so wie Schleef es in vielen seiner Inszenierungen machte: Statt einer utopischen, gerechten Frauenwelt wird auf die dunkle Seite eines alternativen weiblichen Machtsystems hingedeutet und die gewalttätige Natur der Macht an sich geschildert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der feministische Diskurs und die Genderthematik gehören immer wieder zu den meist debattierten Themen, sowohl auf sozialpolitischen als auch auf philosophischer Ebene, und erleben eine ständige Entwicklung. Schleefs Deutung der deutschen Theatergeschichte und seine provokationsgeladene Ästhetik bietet indirekt einen starken Leseansatz der aktuellen MeToo-Debatten.

Es werden Matriarchatshypothesen wieder aufgegriffen und Gewaltstrukturen aufgearbeitet, die sich als produktive Denkanstöße positionieren und zeigen, wie Schleefs Inszenierungskanon zu einem unausweichlichen Paradigma für die heutige Bühne geworden ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten eigentlich mit Einar Schleef selbst! Und mit Elfriede Jelinek.

Autor_in(nen)
Linn Settimi
Buchtitel
Plädoyer für das Tragische Chor- und Weiblichkeitsfiguren bei Einar Schleef
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
242
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4630-6
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN
BISAC-Code
PER011020
THEMA-Code
ATD
Erscheinungsdatum
2018-12-19
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Theater
Adressaten
Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Gender Studies
Schlagworte
Theater, Gender Studies, Einar Schleef, Elfriede Jelinek, Chor, Weiblichkeit, Frauenstaat, Klassiker, Bertolt Brecht, Götz von Berlichingen, Puntila und sein Knecht Matti, Penthesilea, Aischylos, DDR, Gerhardt Hauptmann, Geschlecht, Theaterwissenschaft, Theatergeschichte

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