Hass/Literatur

Literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge zu einer Theorie- und Diskursgeschichte

Hass ist eines der stärksten Gefühle, die ein Mensch überhaupt empfinden kann. Doch wie wird dieses Gefühl durch die Literatur dargestellt? Literatur kann Hass zum Thema machen, sie kann selbst Ausdruck von Hass sein, aber sie kann auch ein Medium bereitstellen, das Hass hinterfragbar, sichtbar und analysierbar werden lässt.

Ausgehend von einem affekttheoretischen Verständnis widmen sich die Beiträge des Bandes einerseits den Adaptionen von Hassrede in literarisch-künstlerischen Zusammenhängen und untersuchen andererseits in Fallstudien zwischen dem 13. Jahrhundert und der Gegenwartsliteratur, wie Hass und Literatur zueinander in Beziehung stehen.

44,99 € *

2019-04-10, 426 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4645-4
Dateigröße: 4.66 MB

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Jürgen Brokoff

Jürgen Brokoff, Freie Universität Berlin, Deutschland

Robert Walter-Jochum

Robert Walter-Jochum, Freie Universität Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Hassrede nimmt in den letzten Jahren einen immer größeren Raum in der öffentlichen Diskussion ein. Es geht uns darum, herauszuarbeiten, welche Rolle Literatur hier spielt: Sie kann ein Medium sein, in dem Hass reflektiert und analysiert wird, sie kann Hass selbst verbreiten oder sie kann ihn in seinen Konsequenzen darstellen. Wie das passiert, interessiert uns mit Blick auf gegenwärtige Lagen und in Bezug auf historische Konstellationen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es verdeutlicht zum Beispiel, dass das, was wir als Entwicklungen der Gegenwart wahrnehmen, häufig eine jahrhundertelange Vorgeschichte besitzt: Eine Idee wie die des von den Vertretern der Neuen Rechten propagierten ›Ethnopluralismus‹ findet man zum Beispiel schon bei Ernst Moritz Arndt um 1800, die Vorstellung von der Unvereinbarkeit des Islam mit europäischen Staatsvorstellungen verbreitet im 16. Jahrhundert schon Martin Luther als ein begabter und berüchtigter Hassredner. Und gleichzeitig verdeutlicht unser Band, wie Hassreden verfahren, was ihre Medien und Mittel sind, welcher Rhetoriken sie sich bedienen, um an ihr Ziel zu kommen – ein Wissen, das angesichts aktueller Debatten wichtiger ist denn je.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Neben den schon angesprochenen gesellschaftlichen Debatten, die hier anvisiert werden, liegt einer der Schwerpunkte darauf, die Ideen der US-amerikanischen Affect Studies für die deutsche Debatte fruchtbar zu machen. Ausgehend von der Annahme eines immer schon affektiven gesellschaftlichen Zusammenlebens gilt es in den Blick zu nehmen, wie Affekte zur Gesellschaftsbildung beitragen, besonders (aber nicht nur) auf der Ebene literarischer Texte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich mit den aktuellen Entwicklungen unserer Gegenwart beschäftigen, die mit uns kritisch über deren Grundlagen und wiederkehrende Abläufe diskutieren wollen, mit jenen, die sich für Meinungsfreiheit und ihre Herausforderungen interessieren, für Political Correctness und ihre Gefahren sowie für literarische Perspektiven unterschiedlichster Art auf Hass, seine Funktionsweisen, Folgen und die Gegenwehr gegen ihn.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch versammelt Beiträge zu einer Literatur- und Kulturgeschichte der Hassrede und bietet Ansatzpunkte für eine theoretischen Reflexion über das Verhältnis von Hass und Literatur.

»Die methodische Stringenz [ist] beachtlich.«
Josefina Hermann, Junge Freiheit, 30.08.2019
Autor_in(nen)
Jürgen Brokoff / Robert Walter-Jochum (Hg.)
Buchtitel
Hass/Literatur Literatur- und kulturwissenschaftliche Beiträge zu einer Theorie- und Diskursgeschichte
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
426
Ausstattung
2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4645-4
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFFE
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC051000
THEMA-Code
DSB JBFK
Erscheinungsdatum
2019-04-10
Themen
Gesellschaft, Gewalt, Literatur
Adressaten
Germanistik, Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft, Philosophie, Geschichtswissenschaft, Soziologie, Anthropologie
Schlagworte
Hassrede, Emotionsforschung, Hass, Literatur, Germanistik, Affekte, Gesellschaft, Gewalt, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte, Literaturwissenschaft

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