Der Schnitt als Denkfigur im Surrealismus

Max Ernst, Man Ray, Luis Buñuel und Salvador Dalí

Worin konvergieren künstlerische Gestaltungstechniken, psychoanalytische Deutungspotentiale sowie narrative Bildthemen? Sarah Hadda fragt nach dem medienspezifischen Charakter des Schnitts und seiner Verwendung in den unterschiedlichen Künsten. Das zugrunde gelegte Verständnis des Schnitts als analytisch-epistemische Figur gerät dabei in eine bewusst gesuchte, produktive Differenz zur Breton'schen Programmatik des Surrealismus, indem das künstlerische Kalkül gegen den psychischen Automatismus ins Feld geführt wird. Über das Fortleben des Surrealismus in der Gegenwartskunst sprach Sarah Hadda mit dem Künstlerduo M+M.

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2019-01-25, 308 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4648-1

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Sarah Hadda

Sarah Hadda, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Künstler greift innerhalb des Mediums, durch das er sich ausdrückt, auf Techniken, Bildgegenstände und Formen zurück, die er in ihrem Materialcharakter begreift. Der Schnitt als Denkfigur im Surrealismus zeigt, inwieweit bestimmte rhetorische Diskurse des Unbewussten, der Traumdeutung oder des Imaginären als bewusst rezipierter Einfluss produktionsästhetisch auf ikonografischer Ebene sowie auf der Ebene des Werkprozesses oder der Rezeption eine Rolle gespielt haben und spielen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Erkenntnis, dass sich Montagen dafür gut eignen, um ans Unbewusste zu gelangen, hat sich in den verschiedenen Medien des Surrealismus bereits durchgesetzt, nicht aber für die Metapher des Schnitts, die sich jedoch – wie ich herausstelle – durch die verschiedenen Medien im Surrealismus zieht. Auf ästhetischer Ebene wird die Denkfigur des Schnitts im Surrealismus herausgearbeitet, die sich bald als ein Medium schöpferischer Prozesse darstellt, die zu Wechselwirkungen zwischen semantischen und ikonografischen Gestaltungsprozessen führen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Obwohl es eine geradezu unüberschaubare Vielzahl an Veröffentlichungen zur Metapher gibt, sind Studien, die sich detailliert der Analyse von konkreten Metaphern in historischen oder gegenwärtigen wissenschaftlichen Forschungssituationen widmen, rar. In diesem Buch geht es um solche Metaphernbestände, die – durch Collage, Frottage, Rayografie, Filmschnitt oder paranoisch-kritische Methode – mit dem frühen französischen Kino sowie mit psychoanalytischen Methoden von Freud und Lacan zusammenhängen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Identitätserlebnis ist für die Surrealisten eine Art Wahrnehmungsverschmelzung bzw. (automatische) mentale Auflösung zwischen Innen- und Außenwelt, die sie durch Deformationen in ihren Werken für den Zuschauer nachvollziehbar werden lassen. Ihre Montagen verleiten oder nötigen gar den Betrachter zum Überwinden der Schnittflächen zwischen Denken und Figur. Ein Dialog eignet sich daher mit allen hierfür aufgeschlossenen Lesern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Entlang der Denkfigur des Schnitts wird der ›objektive‹ Zufall im Surrealismus kritisch hinterfragt, da er die eklektische geistesgeschichtliche Fundierung des Surrealismus besonders kenntlich macht.

Autor_in(nen)
Sarah Hadda
Buchtitel
Der Schnitt als Denkfigur im Surrealismus Max Ernst, Man Ray, Luis Buñuel und Salvador Dalí
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
308
Ausstattung
kart., Klebebindung, 56 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4648-1
DOI
Warengruppe
1582
BIC-Code
AC JFD APFA
BISAC-Code
ART015000 PER004030 SOC052000
THEMA-Code
AGA JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2019-01-25
Auflage
1
Themen
Medien, Kunst, Film
Adressaten
Geschichts- und Kunstwissenschaften, Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Psychologie, Kunstgeschichte
Schlagworte
Surrealismus, Denkfigur, Schnitt, Montage, André Breton, Max Ernst, Man Ray, Luis Buñuel, Salvador Dalí, Filmschnitt, Frottage, Rayographie, Stachel des Skorpions, M+M, Julian Rosefeldt, Kunst, Film, Medien, Kunstgeschichte, Medienästhetik, Psychoanalyse, Kunstwissenschaft

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