Internet in Nairobi, Kenia

Medienaneignung als Konstruktion

Die »Erfindung« des Internets und die damit verbundene Digitalisierung galt als ein modernes Phänomen des globalen Nordens. Doch wie steht es um die weniger reichen Länder des Südens? Johanna Rieß untersucht, wie sich Nutzer_innen aus drei verschiedenen Internetcafés in Nairobi/Kenia das Internet aneignen und welche Einsichten sich über dieses Medium ergeben. Erzählt wird außerdem eine ausführliche Digitalisierungsgeschichte Kenias. Dabei zeigt sich, dass gängige Annahmen bezüglich einer digitalen Kluft zwischen Ländern des globalen Nordens und des globalen Südens längst nicht mehr zutreffen. Die interdisziplinäre Herangehensweise ermöglicht einen differenzierten Blick auf Mediennutzung in einer anderen Weltregion und steht für eine Internationalisierung der Medienwissenschaft.

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2019-03-25, 318 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4684-9

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Johanna Rieß

Johanna Rieß, Deutsche Welle Akademie Bonn/Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Technologieentwicklungen afrikanischer Länder werden häufig durch die Annahme einer sogenannten digitalen Kluft verdeckt. Die Vorstellung einer Kluft lässt nur zwei Möglichkeiten zu: die Existenz einer Kluft oder ihre entwicklungspolitisch (fremd-)gesteuerte Überwindung; der Prozess des selbstbestimmten Wandels in den Ländern selbst kommt dabei nicht in den Blick. U.a. durch das Erzählen einer Digitalisierungsgeschichte Kenias zeigt diese Arbeit, dass diese Annahme nicht mehr zutrifft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Durch Verknüpfung medienkommunikationswissenschaftlicher, technikgeschichtlicher und sozialwissenschaftlicher Aspekte sowohl auf methodischer wie theoretischer Ebene, verdeutlicht diese Arbeit die Fruchtbarkeit interdisziplinärer Denkansätze. Medienwissenschaftliche Forschung in einem anderen gesellschaftlichen Kontext macht auf ›blinde Flecken‹ bei der Forschung im eigenen Kontext aufmerksam.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Internet ist nicht aus sich selbst heraus verstehbar, sondern nur durch die Aneignungsformen, also durch das ›Wie‹ seiner Nutzer*innen. In diesem Sinne gibt es nicht ›das‹ Internet, sondern eine Vielzahl von Internets, die aus verschiedenen Nutzer*innenperspektiven in unterschiedlichen Kontexten konstruiert werden. Die Medienforschung sollte die konstruktivistische Konzeption der Medienaneignung als fruchtbaren Ansatz für die Internet- bzw. Medienaneignungsforschung und für das Verständnis des Mediums Internet selbst aufgreifen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit (afrikanischen) Medien- und Kommunikationswissenschaftler*innen, Politiker*innen und Expert*innen der (Medien)Entwicklungszusammenarbeit, (afrikanischen) IT-Expert*innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Erforschung des Internets in Nairobi/Kenia erweitert das Verstehen des globalen Phänomens Internet und hinterfragt gängige Afrikabilder.

»Durch die interdisziplinäre Herangehensweise werden differenzierte Perspektiven auf den Mediengebrauch in Kenia und somit auf eine andere Weltregion eröffnet, was zugleich zur Internationalisierung der Medienwissenschaft beiträgt.«
medien & erziehung, 63/4 (2019)
Autor_in(nen)
Johanna Rieß
Buchtitel
Internet in Nairobi, Kenia Medienaneignung als Konstruktion
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
318
Ausstattung
kart., Klebebindung, 3 SW-Abbildungen, 6 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4684-9
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JHB RGC
BISAC-Code
SOC052000 SOC026000
THEMA-Code
JBCT1 JHB RGC
Erscheinungsdatum
2019-03-25
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Medien, Stadt
Adressaten
Medienwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Mediensoziologie, Ethnologie sowie Praktiker_innen in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Softwareentwicklung
Schlagworte
Digitalisierung, Internet, Afrika, Kenia, Medienaneignung, Medien, Stadt, Gesellschaft, Digitale Medien, Mediensoziologie, Raum, Medienwissenschaft

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