Relational Becoming – mit Anderen werden

Soziale Zugehörigkeit als Prozess

In Zeiten gewaltvoller sozialer Ausgrenzungen ist eine kritische Auseinandersetzung mit fixierenden Vorstellungen von »Zugehörigkeit« relevanter denn je – doch bleiben die zentralen Variablen oft unhinterfragt: Wer soll eigentlich Wozu gehören? Kerstin Meißner stellt in ihrer fiktoanalytischen Studie starre Annahmen vom Individuellen und Kollektiven in Frage und konzipiert soziale Zugehörigkeiten als vielfältige relationale Prozesse. Damit schafft sie Raum für die Beweglichkeiten des Sozialen, die sie als »Navigationen des Mit-Seins« erfasst. Das Buch ermöglicht so ein relationales Denken, in dem nicht das Sein, sondern das Werden im Fokus steht. Relational Becoming bedeutet in diesem Sinne: Zugehörig sind wir nicht, zugehörig machen wir uns und zugehörig werden wir gemacht.

39,99 € *

2019-03-08, 260 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4690-0

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Kerstin Meißner

Kerstin Meißner, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zugehörigkeit betrifft uns als soziale Wesen alle – wir Menschen sind immer Mit-Einander, auch in unserer größtmöglichen Distanz. Zugehörigkeit symbolisiert unser Sozial-Sein, den Wunsch nach Verbundenheit und Abgrenzung, sowie gewaltvolle Verortungen in Machtverhältnissen, die sich unserer unmittelbaren Einflussnahme weitestgehend entziehen. Mich interessiert sehr grundsätzlich, wie Menschen Zugehörigkeit verstehen, empfinden und machen. Kurz, wie wir Anbindung und Loslösung (gemeinsam) vollziehen und damit auch verändern können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der Prozesshaftigkeit der Welt ist unser Mit-Sein immer bereits ein Mit-Werden. Ein Werden, das wir alltäglich navigieren. Für ein analytisches Verständnis dieser Navigation identifiziere ich musiktheoretische Praktiken: Welche Bedeutung haben beispielsweise das Instrumentalisieren, Adaptieren und Wiederholen für die Gestaltung unserer sozialen Interaktionen? Eine zentrale These lautet: Um unser Mit-Werden besser verstehen und gestalten zu können, müssen wir vor allem (zu)hören neu lernen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zugehörigkeit wird in der Forschung häufig auf migrationstheoretische Analysen reduziert. Mir geht es jedoch darum, unsere Wahrnehmung zu verschieben: Zugehörigkeit ist ein grundsätzliches Phänomen unserer Sozialität, und statt eine diskursive Beschränkung vorzunehmen, geht es vielmehr darum, dessen Relationalität und Komplexität anzuerkennen. Meine Arbeit verfolgt auch das Ziel, Zugehörigkeit als einen machtvollen Vorgang der Normalisierung und Fixierung unserer Lebenswelten kritisch zu reflektieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die sich gerne Fragen stellen.

Mit Forscher_innen, die Wissenschaft auch als Gesellschaftskritik verstehen, und die sich für eine kreative Forschungspraxis interessieren.

Mit Rosi Braidotti und Jean-Luc Nancy.

Und generell: mit allen, die Lust darauf haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wie sind Ich und Wir jenseits von Vereinzelung oder Gemeinsamkeiten denkbar?

Autor_in(nen)
Kerstin Meißner
Buchtitel
Relational Becoming – mit Anderen werden Soziale Zugehörigkeit als Prozess
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
260
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-4690-0
DOI
Warengruppe
1722
BIC-Code
JHBA HPS JNA
BISAC-Code
SOC026000 PHI034000 EDU040000
THEMA-Code
JHBA QDTS JNA
Erscheinungsdatum
2019-03-08
Auflage
1
Themen
Bildung, Sozialität
Adressaten
Pädagogik, Philosophie, Kulturwissenschaft, Cultural Studies, Soziologie
Schlagworte
Zugehörigkeit, Relationalität, Werden, Denkfühlen, Performativität, Individualität, Kollektivität, Sozialität, Bildung, Soziologische Theorie, Sozialphilosophie, Bildungstheorie, Pädagogik, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung