Umstrittene Regierungsführung in Afghanistan

Kulturelle und politische Ordnungsvorstellungen der afghanischen Eliten

Seit 40 Jahren herrscht in Afghanistan Krieg. Bisher war die Frage der Machtverteilung, also die Definition der Hoheitsgebiete der einzelnen Elitefraktionen, nicht klar zu erkennen. Frangis Dadfar Spanta untersucht die unterschiedlichen Konfliktdynamiken, um dann Lösungsschritte für einen Friedenbildungsprozess vorzuschlagen. Anhand der unterschiedlichen Eliten aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Medien, Bildung und Religion zeichnet sie die Patronage-Klientel-Netzwerke nach. Eine Besonderheit der Studie bilden Interviews mit Ashraf Ghani, Hamid Karzai, Abdullah Abdullah, Atta Noor sowie mit zwei Taliban-Repräsentanten. Die Untersuchung ist aufgrund ihrer theoretischen und methodischen Herangehensweise sowohl für Politik- und Sozialwissenschaftler_innen als auch für Anthropolog_innen lesenswert.

Open Access

2019-01-18, ca. 490 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4692-8
Dateigröße: ca. 5.4 MB

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Frangis Dadfar Spanta

Frangis Dadfar Spanta, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der 40 Jahre andauernde Kriegszustand Afghanistans ist eine geöffnete Büchse der Pandora, weshalb dieses Buch die Patronage-Klientel-Netzwerke für einen nachhaltigen Friedensprozess untersucht. Zunächst wurden die Hoheitsdimensionen der afghanischen Eliten untersucht, um die Konfliktdynamiken dieses neopatrimonialen Systems zu erklären und zu verstehen. Diese empirische Untersuchung hat dann zu Entwürfen für einen staatskonsolidierenden Friedensbildungsprozess geführt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Interviews mit den Eliten aus den unterschiedlichen gesellschaftlichen Sektoren, aus Kunst, Religion, Politik, Wirtschaft und den Medien, bieten die Möglichkeit, die gesellschaftlichen Hoheitsdimensionen in Afghanistan aus der afghanischen Perspektive zu beleuchten. Die Forschungsergebnisse über die jüngere Generation der Eliten und der Kunst-Eliten sowie der stabilisierende Faktor des Neopatrimonialismus bieten neue Perspektiven für die Transformationsphase in Afghanistan.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Friedensbildungs- und Staatsbildungstheorien gehen seit den 2000er Jahren vermehrt der Frage nach, wie Interventionsgesellschaften einen staats- und/oder friedenskonsolidierenden Prozess umsetzen können. Die Untersuchung der afghanischen Elitennetzwerke verwendet neben den klassischen politikwissenschaftlichen auch soziologische und anthropologische Forschungsansätze, um die Frage nach den Konfliktdynamiken zwischen den Eliten innerhalb eines etablierten neopatrimonialen Systems zu beantworten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mein Buch würde ich gern mit dem Afghanistan-Experten Dr. Thomas Ruttig diskutieren. Auch die Asienreferate der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung, eine kleine Runde an Parlamentarier*innen des Auswärtigen Ausschusses sowie der Stiftung Wissenschaft und Politik könnten an einer Buchvorstellung in ihren Räumen interessiert sein.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Afghanische Eliten wurden nach ihren Wert- und Staatsvorstellungen befragt, um Hypothesen für einen staatskonsolidierenden Prozess vorzuschlagen.

Autor_in(nen)
Frangis Dadfar Spanta
Buchtitel
Umstrittene Regierungsführung in Afghanistan Kulturelle und politische Ordnungsvorstellungen der afghanischen Eliten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 490
ISBN
978-3-8394-4692-8
DOI
Warengruppe
1737
BIC-Code
JPS JHB JPHC
BISAC-Code
POL011000 POL010000 SOC026000
THEMA-Code
JPS JHB JPHC
Erscheinungsdatum
2019-01-18
Themen
Islam, Kultur, Soziale Ungleichheit, Gewalt, Politik, Zivilgesellschaft
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Anthropologie sowie Expert_innen in Journalismus und Politik
Schlagworte
Afghanistan, Friedensbildung, Konflikt, Neopatrimonialismus, Staatsbildung, Eliten, Politik, Soziale Ungleichheit, Kultur, Internationale Politik, Politische Soziologie, Staat, Demokratie, Politikwissenschaft
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