Transformationen Europas im 20. und 21. Jahrhundert

Zur Ästhetik und Wissensgeschichte der interkulturellen Moderne

Die Transformationsgeschichte Europas lässt sich nicht ausschließlich von den großen Brüchen der politischen Geschichte herschreiben. Komplementär dazu – doch bislang wenig berücksichtigt – ist auch »Europa« eine historisch variable Reflexionskategorie literarischer Kommunikations- und Aushandlungsprozesse.

Die Beiträge des Bandes zeigen, dass Wahrnehmung, Denken und Darstellungsweisen von interkulturellen Transfers über die Binnen- und Außengrenzen Europas hinweg geprägt waren, und untersuchen u.a. die Relevanz von interkulturellen Ähnlichkeitsrelationen für Transformationen Europas.

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2019-11-14, 398 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4698-6

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Wolfgang Johann

Wolfgang Johann, Europa-Universität Flensburg, Deutschland

Iulia-Karin Patrut

Iulia-Karin Patrut, Europa-Universität Flensburg, Deutschland

Reto Rössler

Reto Rössler, Europa-Universität Flensburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der aktuelle Mediendiskurs vermittelt den Eindruck, als sei in den letzten gut 100 Jahren hauptsächlich auf dem Feld der Politik entschieden worden, was Europa ist und sein könnte. Das Buch zeigt, dass es sich anders verhält: Vielfältige Aushandlungsprozesse Europas fanden in der Literatur statt, wurden im Feuilleton diskutiert und hielten so Einzug in die Gesellschaft. In unserer heutigen Zeit verdeutlicht es, dass schon vor über 100 Jahren eine ›interkulturelle Moderne‹ in Europa gedacht und entworfen wurde, die im 20. Jahrhundert dann nicht (durchweg) gegen Nationalismus und Totalitarismus verteidigt werden konnte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Unser Buch öffnet den Blick für die Vielfalt der Aushandlungsprozesse Europas und zeigt, dass neben unterschiedlichen Kulturtechniken (z.B. literarisches Schreiben) zentrale Wissens- und Diskursfelder der Moderne dazu beigetragen haben, dass interkulturelle Konzepte Europas entstanden. Wir zeigen, wie unterschiedliche Verfahren der Aushandlung und Veränderung ›Europas‹ aufkamen, und wie wichtig diese für demokratische Meinungsbildungsprozesse waren. Von diesen Aushandlungsprozessen kann man heute noch lernen, weil die entwickelten Verfahren gegenüber identitären Ideologien widerständig sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Europa als historisch und kulturell variable Kategorie zu denken, scheint im 20. und 21. Jahrhundert ganz unterschiedlich geartete Entwürfe angeregt zu haben – man denke an die Psychoanalyse, die Kritische Theorie, die Postcolonial Studies, oder natürlich auch an literarische Texte. Sie alle verhandeln Binnen- und Außengrenzen des ›Europäischen‹. Die wissenschaftsgeschichtlichen und literaturhistorischen sowie -theoretischen Beiträge des Bandes stellen übergeordnete Zusammenhänge her und machen Spezifika der jeweiligen Diskursfelder kenntlich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Eine bleibende Aktualität des Buchs erscheint uns angesichts immer lauter werdender Rufe nach ›harten‹ Grenzen gewiss. Im politischen und gesellschaftlichen Feld bieten sich Diskussionen zu kontroversen Themen wie identitären Bewegungen, Rassismus und Nationalismus an. Zum anderen wäre es natürlich interessant, mit gegenwärtigen Autorinnen und Autoren, wie Ilma Rakusa, Robert Menasse, Katja Petrowskaja oder Herta Müller über die Gegenwart und Zukunft Europas zu diskutieren; ebenso auch mit Vertreter*innen ›globaler‹ sozialer Bewegungen, wie ›Fridays for Future‹ oder ›Extinction Rebellion‹.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Buch, das daran erinnert, dass sich Europa im 20. und 21. Jahrhundert nicht als Fortschritts- oder Bildungsroman erzählen lässt, dass Europas Werden seit jeher Gewalt und Ausgrenzung eingeschrieben waren, es in alldem aber immer auch Entwürfe gab, die für Begegnung, Grenzüberschreitung und Diversität plädierten, und die auch für unsere Gegenwart Hoffnungsschimmer beinhalten.

Buchtitel
Transformationen Europas im 20. und 21. Jahrhundert Zur Ästhetik und Wissensgeschichte der interkulturellen Moderne
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
398
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 12 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4698-6
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFC HBTB
BISAC-Code
LIT000000 SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
DSB JBCC NHTB
Erscheinungsdatum
2019-11-14
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Europa, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Interkulturalitätsforschung, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Europa-Studien
Schlagworte
Interkulturalität, Europa, Ästhetik, Ähnlichkeit, Diversität, Transformation, Literatur, Kulturgeschichte, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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