Video Visionen

Die Medienkunstagentur 235 Media als Alternative im Kunstmarkt

Die Medienkunstagentur 235 Media hat seit ihren Anfängen in den frühen 1980er Jahren entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Kunstsparte Video- und Medienkunst. Sie formierte sich nicht innerhalb des etablierten Kunstbetriebs, sondern aus Subkulturen heraus, auf der Basis von Medienutopien und in enger Verbindung zur Musikkultur jener Jahre. 235 Media war eine wichtige Anlaufstelle für viele Künstler*innen und hat sowohl Produktionsprozesse initiiert als auch kuratorische Konzepte entwickelt. Lange hat 235 Media als einziger Videokunstvertrieb in Deutschland eine Alternative zum traditionellen Kunstmarkt geboten. Die Beiträge des Buches stellen die damaligen Vertriebs-, Produktions- und Vermittlungsstrategien der Medienkunstagentur erstmalig systematisch und kunst- und mediengeschichtlich fundiert vor.

45,00 € *

17. April 2020, 366 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4706-8

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Renate Buschmann

Renate Buschmann, Universität Witten/Herdecke, Deutschland

Jessica Nitsche

Jessica Nitsche, Universität Paderborn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Videokunstvertriebe sind ein wenig erforschtes Thema. Erstmals wurde nun umfassend und systematisch die Tätigkeit der 1982 in Köln gegründeten Medienkunstagentur 235 Media untersucht, die zu den Pionieren des Verleihs und Verkaufs von Videokunst in Europa gehört. Auch für die kuratorische Vermittlungsarbeit dieser Kunstsparte spielte 235 Media eine entscheidende Rolle.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Kunstgeschichte beschäftigte sich wenig mit Videokunst, weil es um ‹neue› Medien geht – die Medienwissenschaft fühlte sich für die Videokunst nicht zuständig, weil es um Kunst geht. Das Buch rückt diese vernachlässigte Schnittstelle in den Fokus. Es zeigt, wie eng 235 Media mit den medien- und kunsthistorischen Entwicklungen der Zeit verzahnt war und sich im Laufe der 1980er Jahre zu einem international agierenden Videokunstvertrieb entwickelt hat, der im deutschen Kontext ein Alleinstellungsmerkmal beanspruchen kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der historischen Verbreitungsstrukturen zeitbasierter Kunstwerke. Es beschreibt ein Distributionssystem, das als Reaktion auf die Spezifika von Video- bzw. Medienkunst geschaffen worden ist, und zwar jenseits des etablierten Kunstmarkts. Die damaligen Visionen, Synergien von Kunst und innovativen Technologien zu nutzen und in der Kunst zu verankern, haben zu einer signifikanten Erweiterung des Kunstbegriffs beigetragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

In einer interdisziplinär zusammengesetzten Runde aus Kunst- und Medienwissenschaftler*innen, Kunstmarktforscher*innen, Medienkünstler*innen, Medienkunstdistributor*innen, Kurator*innen, Techniker*innen, Programmierer*innen und allen, die zur Verbreitung von technologie- und zeitbasierter Kunst beitragen. Schon 2018 fand eine Besprechung der Forschungsergebnisse im Rahmen unserer internationalen Tagung ‹Video Art Distribution. From Alternative Art Market to Commercialisation› in Düsseldorf statt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Will man technologiebasierte Kunst verstehen, muss man sich mit den besonderen Konditionen ihrer Distribution beschäftigen, d.h. mit 235 Media.

Autor_in(nen)
Renate Buschmann / Jessica Nitsche (Hg.)
Buchtitel
Video Visionen Die Medienkunstagentur 235 Media als Alternative im Kunstmarkt
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
366
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 51 SW-Abbildungen, 26 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4706-8
DOI
10.14361/9783839447062
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA AFKV
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000 PER004030 ART057000
THEMA-Code
JBCT ATF AFKV
Erscheinungsdatum
17. April 2020
Auflage
1
Themen
Medien, Kunst, Film
Adressaten
Medienwissenschaft, Kunstgeschichte, Kunstmarktforschung, Kunstwissenschaft, Medienkunst, Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Curatorial Studies
Schlagworte
Medienkunst, 1980er Jahre, 1990er Jahre, Kunstmarkt, Subkultur, Kuration, Videokunst, Musik, Medien, Mediengeschichte, Film, Medienwissenschaft

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