Die Personenwaage

Ein Beitrag zur Geschichte und Soziologie der Selbstvermessung

Die Personenwaage ist ein über 150 Jahre altes Messinstrument, das heute wesentlich mitbestimmt, wie sich Menschen in ihrem Körper fühlen, wie viel sie essen, ob sie sich bewegen und vieles mehr. Debora Frommelds wissenssoziologische Studie analysiert erstmals die Geschichte des Artefakts und den gesellschaftlichen Wandel, der hinter diesem modernen Phänomen der Selbstvermessung steht. Das untersuchte Quellenmaterial, darunter Patentdokumente und die »Brigitte-Diät«, verweist auf komplexe Prozesse von Technisierung, Individualisierung, Normalisierung, Medikalisierung und Ästhetisierung, die erst ineinander verwoben die Waage hervorbrachten und – neuerdings im Zusammenspiel mit Apps – zu einem machtvollen Messinstrument werden ließen.

39,99 € *

2019-08-15, 372 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4710-9
Dateigröße: 9.43 MB

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Debora Frommeld

Debora Frommeld, Universität Augsburg/Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Personenwaage ist auf den ersten Blick ein häufig verkauftes Haushaltsgerät, auf den zweiten Blick jedoch viel mehr. Die Waage repräsentiert ein Wissensregime, das seit Längerem für Individuen von Bedeutung ist. Nicht nur das Instrument als Objekt, sondern auch die damit verbundenen diskursiven Aushandlungsprozesse stehen für gesellschaftliche Modernisierung. Es ist diese Vorgeschichte der Selbstvermessung, die aufzeigt, weshalb Diätprogramme wie die ›Brigitte-Diät‹ oder Fitness-Apps populär geworden sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch verdeutlicht, dass die Selbstvermessung des Körpers auch schon vor der Jahrtausendwende praktiziert wurde und daher auch schon seit einiger Zeit im alltäglichen Denken und Handeln fest verankert ist. Innovationen wie die Personenwaage greifen also künftigen Entwicklungen vorweg, agieren am Puls der Zeit und spiegeln unter anderem die gesellschaftliche Entwicklung der Digitalisierung wider.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Bei der Diskussion um eine Optimierung des Körpers, den so genannten Schlankheits- und Fitnesskult oder auch Schönheitswahn wurde die Rolle der Technikentwicklung und Etablierung von Technik bisher kaum beachtet. Wie aber wurde die Personenwaage zu einem machtvollen Messinstrument? Das Buch wertet dazu einen Diskurs aus, der für einen Ausschnitt der Vergangenheit und Gegenwart steht. Dabei wurde im Alltag eine Kontrolle des Körpergewichts eingeführt, die zwischen Technik und Körper, Subjekt und Gesellschaft vermittelt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Studierenden und Kolleg*innen der Sozialwissenschaften und gleichermaßen mit Interessierten, Betroffenen und Aktivist*innen. Darüber hinaus wäre ein interdisziplinärer Austausch mit den Geistes-, Kultur- und Medienwissenschaften sowie den Ingenieurswissenschaften (inklusive der Start-up-Szene) und der Medizin überaus spannend.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch begibt sich auf Spurensuche, was uns dazu veranlasst, eine Personenwaage zu benutzen und weshalb wir danach vielleicht eine Diät beginnen.

Autor_in(nen)
Debora Frommeld
Buchtitel
Die Personenwaage Ein Beitrag zur Geschichte und Soziologie der Selbstvermessung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
372
Ausstattung
30 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4710-9
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHB PDR JFC
BISAC-Code
SOC022000 SOC026000 TEC052000
THEMA-Code
JHB PDR JBCC
Erscheinungsdatum
2019-08-15
Themen
Medizin, Leben, Körper, Technik
Adressaten
Soziologie, Sozialwissenschaften, Geschichte, Medizin, Kultur-, Medien- und Kommunikationswissenschaften sowie Praktiker_innen und Therapeut_innen in den Bereichen Essstörung, Diabetologie und pädiatrische Endokrinologie
Schlagworte
Selbstvermessung, Self-Tracking, Quantifizierung, Digitalisierung, Technik, Wissen, Macht, Diskurs, Wissenssoziologie, Alltag, Alltagswissen, Körper, Leben, Techniksoziologie, Kultursoziologie, Medizinsoziologie

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