Ökotourismus in Mexiko

Der neue Umgang mit Natur in Lachatao, einer indigenen Gemeinde in Oaxaca

Ökotourismus als ein »Zurück zur Natur« ist nicht nur Sache der Tourist_innen, sondern betrifft speziell auch die bereisten indigenen Gemeinschaften. Am Beispiel eines gemeindebasierten Ökotourismusprojekts im südlichen Mexiko zeigt Saskia Walther, wie sich eine Gemeinde globale Diskurse um indigene Naturverbundenheit zu Nutze macht. Dabei folgt sie der Frage, welche Wirkmacht der Ökotourismus vor Ort entfaltet, und zeigt anhand ihres Konzeptes von »Naturen«, wie eng die soziale und die natürliche Umwelt miteinander verbunden sind. So bedingt der neue Umgang mit der Natur Veränderungen im sozialen Gefüge der Dorfgemeinschaft, in den Geschlechterbeziehungen, den translokalen Zugehörigkeiten und der territorialen Wahrnehmung.

44,99 € *

2019-06-24, 336 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4723-5

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Saskia Walther

Saskia Walther, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Ökotourismus ist einer der am stärksten expandierenden Tourismuszweige weltweit. Er stellt die ›Natur‹, den Umweltschutz und ›natürliche‹, nachhaltige Lebensweisen als touristisches Produkt in den Mittelpunkt. Dadurch geraten insbesondere indigene Gruppen in den touristischen Fokus ›westlicher‹ Diskurse und Praktiken um Natur und Naturschutz. Dies wirkt sich auf die lokalen Mensch-Naturbeziehungen aus, die sich auf sehr unterschiedliche Weise verändern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Indigene Gruppen werden häufig als Opfer von Tourismus dargestellt. Dieses Buch zeigt hingegen, wie selbstbewusst und zielgerichtet eine indigene Gemeinde im südlichen Mexiko Ökotourismus als ›westliches‹ Konzept für ihre spezifischen Gemeindeinteressen einzusetzen vermag. Anhand des Umgangs und der Diskurse über ›Natur‹ differenziert sich die Gemeinde im Migrationskontext weiter aus. Dabei werden gemeindeinterne Hierarchien, geschlechtsspezifische Rollen und territorialen Fragen neu verhandelt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ökotourismus wird häufig in Bezug zu Nachhaltigkeit, entweder mit Fokus auf die soziokulturellen oder die biologischen Veränderungen diskutiert. Das vorliegende Buch erweitert diese Debatten, indem die enge Verwobenheit zwischen physischer Umwelt und den ihr zugewiesenen Bedeutungen in den Mittelpunkt gerückt wird. Durch das Konzept von Naturen als soziokulturell hergestellte Räume und Diskurse werden die sozialen Dynamiken in ihrer wechselseitigen Konstitution mit der physischen Umwelt analysiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Juliet Erazo, deren Buch »Gorverning Indigenous Territories. Enacting Sovereignity in the Ecuadorian Amazon« sehr ergiebige Anknüpfungspunkte bietet.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ökotourismus hat in Lachatao weit weniger mit Ökologie und Tourist*innen zu tun, als mit lokalspezifischen Prozessen, die den Umgang mit der Natur, die soziale Organisation der Gemeinde im Migrationskontext, die Geschlechterverhältnisse sowie das Territorium betreffen.

Autor_in(nen)
Saskia Walther
Buchtitel
Ökotourismus in Mexiko Der neue Umgang mit Natur in Lachatao, einer indigenen Gemeinde in Oaxaca
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
336
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 5 SW-Abbildungen, 22 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4723-5
DOI
Warengruppe
1725
BIC-Code
JHB JHMC KCN RNU
BISAC-Code
SOC026000 SOC002010 BUS072000 BUS099000
THEMA-Code
JHB JHMC KCVG RNU
Erscheinungsdatum
2019-06-24
Auflage
1
Themen
Globalisierung, Wirtschaft, Natur, Amerika
Adressaten
Ethnologie, Soziologie, Lateinamerikastudien, Gender Studies
Schlagworte
Ökotourismus, Mensch-Natur-Beziehungen, Genderforschung, Kulturelle Identität, Kulturelle Repräsentation, Mexiko, Translokalität, Naturverbundenheit, Sozialgefüge, Wirtschaft, Migration, Globalisierung, Tourismus, Ethnologie, Nachhaltigkeit, Umweltgeschichte

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