Aktivismus zwischen Protest und Gestaltungsraum

Jugendumweltgruppen und ihr Verhältnis zum Klimaschutz

Was verstehen engagierte Jugendliche unter Klimawandel und Klimaschutz? In ihrer wissenssoziologischen Analyse entwickelt Jenny Lay-Kumar Konzepte und empirisch basierte Einsichten für einen starken Klimaschutz. Die qualitativ-rekonstruktive Studie zu Wissensbeständen und Orientierungsmustern von BUND- und Greenpeace-Jugendgruppen wird von einer theoretischen Kritik an der verengten Konzeptualisierung von Klimawandel und Klimaschutz gerahmt. Mittels der dokumentarischen Methode werden nicht nur implizite Sinnstrukturen und kollektive Orientierungsmuster sichtbar gemacht, sondern auch Organisationsstrukturen und soziale Milieus. Damit werden auch Hintergründe zur aktuellen Bewegung »Fridays for Future« sichtbar.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Problemaufriss

    Seiten 9 - 16
  4. 1 Theorie

    1.1 Stand der Forschung: Klimawandel- und Klimaschutzwissen von Jugendlichen

    Seiten 17 - 31
  5. 1.2 Angrenzende Forschungsgebiete: Umweltbewusstseinsforschung, Umweltsoziologie und Umwelt(bewegungs)geschichte

    Seiten 31 - 41
  6. 1.3 Theoretischer Rahmen

    Seiten 42 - 62
  7. 1.4 Forschungsmethode

    Seiten 62 - 76
  8. 2 Empirische Analyse von Wissensbeständen und Deutungsfiguren zu Klimawandel und Klimaschutz

    Einführung

    Seiten 77 - 81
  9. 2.1 Deutungsfiguren zu Klimawandel

    Seiten 81 - 97
  10. 2.2 Verantwortung für Klimaschutz

    Seiten 98 - 105
  11. 2.3 Zwischenfazit Klimawandelkonzepte

    Seiten 106 - 118
  12. 3 Protest und Gestaltungsraum machen

    3.1 Rekonstruktion der Orientierungsmuster Gestaltungsraum und Protest

    Seiten 119 - 128
  13. 3.2 Doing Nature - gesellschaftliche Naturverhältnisse im Kontext von Protest und Gestaltungsraum

    Seiten 129 - 138
  14. 3.3 Protest- und gestaltungstypische Praktiken

    Seiten 139 - 160
  15. 4 Analyse von prägenden Strukturen

    4.1 Einfluss von Organisationsstrukturen

    Seiten 161 - 178
  16. 4.2 Soziale Milieus gehen in spezifische Varianten von Protest und Gestaltungsraum ein

    Seiten 178 - 196
  17. 5 Analyse

    5.1 Zusammenfassung der rekonstruktiven Analyse

    Seiten 197 - 213
  18. 5.2 Reflexion zur Methodenwahl und den analytischen Perspektiven

    Seiten 213 - 220
  19. 5.3 Vergleichende Analyse

    Seiten 220 - 237
  20. 5.4 Anschlussfähigkeit

    Seiten 237 - 248
  21. 6 Was Klimaschutz stark macht - 6 Thesen für den Klimaschutz

    Seiten 249 - 264
  22. Ausblick

    Seiten 265 - 268
  23. Danksagung

    Seiten 269 - 270
  24. Bibliographie

    Seiten 271 - 292
  25. Anhang

    Tabellen

    Seiten 293 - 296
  26. Anhang 1: Anschreiben an die Jugendumweltgruppen bei Mail

    Seite 297
  27. Anhang 2: Leitfaden für Gruppendiskussion

    Seite 298
  28. Anhang 3: Transkriptionsregeln

    Seiten 298 - 299
  29. Anhang 4: Linksammlung

    Seiten 299 - 301
  30. Anhang 5: Fallbeschreibung Gruppe Kirsche

    Seiten 301 - 328
  31. Anhang 6: Fallbeschreibung Gruppe Erdbeere

    Seiten 328 - 340
  32. Anhang 7: Fallbeschreibung Gruppe Stachelbeere

    Seiten 341 - 349
  33. Anhang 8: Fallbeschreibung Gruppe Himbeere

    Seiten 349 - 365
  34. Anhang 9: Fallbeschreibung Gruppe Tomate

    Seiten 365 - 376
  35. Anhang 10: Fallbeschreibung Gruppe Gurke

    Seiten 376 - 390
  36. Anhang 11: Fallbeschreibung Gruppe Paprika

    Seiten 390 - 423
  37. Anhang 12: Fallbeschreibung Gruppe Kürbis

    Seiten 423 - 432
Mehr
39,99 € *

2019-06-13, 432 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4735-2
Dateigröße: 2.96 MB

als Sofortdownload verfügbar

Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Weiterempfehlen

Jenny Lay-Kumar

Jenny Lay-Kumar, Universität Freiburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zu verstehen wie Jugendliche über Klimawandel denken, ist von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Meine Analyse beginnt bei denjenigen, die bereits vor der Fridays for Future-Bewegung aktiv waren. Das Buch rekonstruiert Wissensfiguren und Orientierungsmuster zu Umwelt- und Klimaschutz und macht dabei sichtbar, welche Faktoren Klimaschutzengagement stark machen und welche es hemmen. Das Buch bewegt sich auf der Ebene einer gegenstandsbezogenen Theorie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt nicht nur, wie der Aktivismus von Jugendumweltgruppen unterschiedliche Ausprägungen zwischen Protest und Gestaltungsraum annimmt, sondern welche Folgen diese Orientierungen für Deutungsfiguren von Klimawandel und Klimaschutz haben. Dabei wird deutlich, wie Wissen zu Klimaschutz in größere Kontexte eingebettet ist und welche Folgen das für Engagement oder Passivität hat. Das Buch öffnet den Blick dafür, wie soziale Milieus und Organisationsstrukturen die Sinnhorizonte prägen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In Forschungsdebatten zu Klimaschutz mangelt es an qualitativer Sozialforschung, die nicht nur beschreibt, sondern eine engagierte Position vertritt und Wissens- und Sinnstrukturen zu gegenstandsbezogener Theorie verdichtet. Die Bewegung Fridays for Future hat den Positionen von Jugendlichen zum Klimaschutz zu großer politischer Aufmerksamkeit verholfen, worauf die Jugendforschung nur oberflächlich reagiert. Umso wichtiger, dass die sozial-ökologische Forschung jetzt Stellung bezieht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Meine Analyse zeigt, dass kontinuierliches Klimaschutzengagement bislang nur eine kleine Minderheit erreicht, das hat sich durch Fridays for Future nur begrenzt geändert. Ich würde meine Thesen gern mit denjenigen diskutieren, die ebenso wie ich ein Interesse haben, Klimaschutz stark zu machen und gesellschaftlich breit zu verankern. Das wäre eine bunt zusammengewürfelte Gruppe aus jungen Klimaaktivist*innen, Sozialwissenschaftler*innen und Vertreter*innen aus Politik und Umweltbildung.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Mischung macht's: Erst wenn Protest und Gestaltungsraum zusammen kommen, erzielen sie eine nachhaltige Wirkung.

»Ein komplexes Bild jugendlichen Engagements.«
Fundraiser-Magazin, 5 (2019)
Autor_in(nen)
Jenny Lay-Kumar
Buchtitel
Aktivismus zwischen Protest und Gestaltungsraum Jugendumweltgruppen und ihr Verhältnis zum Klimaschutz
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
432
Ausstattung
2 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4735-2
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
RNT JPWF JPQB
BISAC-Code
SOC026000 POL003000 POL044000
THEMA-Code
RNT JPWG RND JPQB
Erscheinungsdatum
2019-06-13
Themen
Natur, Stadt, Zivilgesellschaft
Adressaten
Soziologie, Umweltbildung, Umweltbewegung, Erziehungswissenschaft sowie soziale Bewegungen
Schlagworte
Klimawandel, Klimaschutz, Jugendliche, Wissenssoziologie, Qualitative Sozialforschung, Umweltbewegung, Großstadt, Jugendbewegungen, Umweltaktivismus, Wissensbestände, Dokumentarische Methode, Natur, Zivilgesellschaft, Stadt, Umweltsoziologie, Soziale Bewegungen, Umweltpolitik, Soziologie

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung