Grenzen der Menschenrechte

Staatsbürgerschaft, Zugehörigkeit, Partizipation

Im derzeitigen Katalog der Menschenrechte fehlt ein zentrales Recht, das Hannah Arendt das »Recht auf Rechte« nennt. Dadurch bleibt vielen Menschen, wenn sie nicht Staatsbürger_innen eines Landes sind, in der nationalstaatlichen Praxis das Recht auf politische Mitgestaltung vorenthalten. 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist daher eine kritische Revision des Menschenrechtsverständnisses dringend erforderlich.

Franziska Martinsen erläutert aus radikaldemokratietheoretischer Perspektive, dass Menschenrechte erst dann, wenn sie weniger als humanitäre denn als originär politische Rechte verstanden werden, ihr ermächtigendes Potenzial weltweit entfalten können.

Open Access

2019-05-13, 312 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4740-6
Dateigröße: 2.55 MB

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Franziska Martinsen

Franziska Martinsen, Leibniz-Universität Hannover/Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Ein von nationaler Staatsbürgerschaft losgelöstes Recht auf politische Partizipation sieht der gegenwärtige Katalog der Menschenrechte nicht vor. Viele Menschen bleiben somit aus dem Bereich politischer Partizipation ausgeschlossen. Das Buch entfaltet Argumente für ein überzeugenderes Verständnis von Menschenrechten, das bislang erst in Ansätzen diskutiert wird. Es wird gezeigt, dass Menschenrechte nur als originär politische Rechte ihr ermächtigendes Potenzial entfalten können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die kritische Auseinandersetzung mit der Idee der Menschenrechte ermöglicht alternative Blickwinkel auf gegenwärtige Herausforderungen wie Inklusion und gleiche Teilhabe innerhalb von politischen Gemeinschaften und auf transnationaler Ebene. Und auch die Ideengeschichte der Menschenrechte erhält besondere Aufmerksamkeit: Sowohl begriffliche als auch systematische Probleme herkömmlicher Verständnisse von Menschenrechten können somit neu interpretiert und beurteilt werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch verbindet Einwände gegen Menschenrechte, die u.a. von postkolonialen und feministischen Theoretiker*innen vorgebracht werden, und diskutiert anhand eines der derzeit spannendsten demokratietheoretischen Ansatzes, der radikalen Demokratietheorie, inwiefern das Konzept der Menschenrechte einer Revision bedarf.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Mitgliedern der UN-Generalversammlung. Und mit allen Theoretiker*innen und Aktivist*innen, die sich für Menschenrechte interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine philosophische Kritik an der Idee der Menschenrechte und eine politische Empfehlung für sie in einem Buch.

»Das Anliegen, das [die Autorin] höchst elaboriert vorträgt, bietet sicherlich nicht nur Studierenden der Politikwissenschaft und der Sozialwissenschaften reichlich Diskussionsstoff und eröffnet – weshalb es zu empfehlen ist – eine gebotene Perspektive, die auf der aktuellen Agenda steht.«
Arnold Schmierer, www.socialnet.de, 01.10.2019
Autor_in(nen)
Franziska Martinsen
Buchtitel
Grenzen der Menschenrechte Staatsbürgerschaft, Zugehörigkeit, Partizipation
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
312
ISBN
978-3-8394-4740-6
DOI
Warengruppe
1739
BIC-Code
JPVH JPA JPHV
BISAC-Code
POL035010 POL010000 POL007000
THEMA-Code
JPVH JPA JPHV
Erscheinungsdatum
2019-05-13
Themen
Recht, Politik, Mensch
Adressaten
Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Menschenrechte, Empowerment, Kritische Demokratietheorie, Politik, Soziologie, Hannah Arendt, Staatsbürgerschaft, Recht, Nationalstaat, Vereinte Nationen, Mensch, Politische Theorie, Demokratie, Politische Philosophie, Politikwissenschaft
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