Bilder ohne Bildlichkeit?

Zur Produktion und Rezeption radiologischer Bilder

Computer- und magnetresonanztomografische Bilder gelten in der Medizin und in einigen kunst- und bildwissenschaftlichen Ansätzen als Bilder ohne Bildlichkeit: Als technisch hergestellte Werkzeuge der Diagnostik sollen sie auf den menschlichen Körper verweisen und so wenig »bildlich« sein wie möglich. Paradoxerweise nutzt die Radiologie jedoch mehrdeutige und unbestimmte Bilder, um möglichst eindeutige Aussagen zu erreichen.

Sarah Sandfort zeigt in ihrer Analyse der radiologischen Bildproduktion und -rezeption auf, inwieweit es sich dabei doch um Bilder mit Bildlichkeit handelt. Die untersuchten Strategien des radiologischen Bildumgangs dienen dabei der Reflexion und Korrektur kunst- und bildwissenschaftlicher Annahmen.

39,99 € *

2019-05-13, 332 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4748-2
Dateigröße: 5.84 MB

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Sarah Sandfort

Sarah Sandfort, Josef Albers Museum Quadrat Bottrop, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Diskussion um Bilder – analoge wie digitale – wächst stetig mit unseren technischen Möglichkeiten. Dabei haben wir scheinbar rasch Antworten parat, was Bilder sind und wie sie funktionieren. Als Kunstwissenschaftlerin interessiert mich ein prüfender, kritischer Blick, um nicht nur Bilder, sondern auch mein eigenes Fach zu befragen. Die Radiologie bot sich mir mit der Wichtigkeit ihrer Bilder und ihrer eigenen Entstehung aufgrund der Bilder als sinnvolles zweites Fachgebiet im Vergleich.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstmalig werden Parallelen und Unterschiede zwischen kunst-/bildwissenschaftlichem und radiologischem Bildumgang intensiv untersucht. Es offenbart, dass Bilder in beiden fachwissenschaftlichen Bereichen mehrdeutig sind und dieser Umstand unterschiedlich gewertet wird. Die jeweiligen Handlungen aber, dieser Mehrdeutigkeit zu begegnen, sind verblüffend ähnlich und werden unter den Stichworten Vergleichendes Sehen und Bildbeschreibung dargelegt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Innerhalb der weiterhin aktuellen Aushandlungen zur Bedeutung analoger und digitaler Bilder verweist das Thema auf die Berücksichtigung der jeweils spezifischen und zu differenzierenden Bildkontexte. Es versteht sich als ein Aufruf, keine pauschalisierenden Aussagen zu treffen, sondern eine auf den Gegenstand bezogene Analyse an den Anfang zu setzen und daraus einen Vergleich zu entwickeln, der über disziplinäre Grenzen hinaus weist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ein inter- und transdisziplinäres Gespräch mit Tätigen der Radiologie, Informatik, Medizingeschichte, Philosophie, Kunst-/Bildwissenschaft wäre ein spannender Ansatz, um die Potenziale vergleichender Forschung im Umgang mit Bildern zu reflektieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Vergleich von kunst-/bildwissenschaftlichen und radiologischen Ansätzen zu Bildern, der Denken und Handeln mit Bildern an den Anfang setzt.

Autor_in(nen)
Sarah Sandfort
Buchtitel
Bilder ohne Bildlichkeit? Zur Produktion und Rezeption radiologischer Bilder
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
332
Ausstattung
4 SW-Abbildungen, 1 Farbabbildung
ISBN
978-3-8394-4748-2
DOI
Warengruppe
1581
BIC-Code
ABA JFD
BISAC-Code
ART009000 SOC052000
THEMA-Code
ABA JBCT
Erscheinungsdatum
2019-05-13
Themen
Medizin, Bild
Adressaten
Bildwissenschaft, Kunstgeschichte, Kunstwissenschaft, Philosophie, Medizin, Radiologie, Technikgeschichte, Wissenschaftsgeschichte
Schlagworte
Bildkultur, Vergleichendes Sehen, Bildgebende Verfahren, Magnetresonanztomografie, Bildlichkeit, Radiologie, Diagnostik, Körper, Bild, Medizin, Bildwissenschaft, Kunstwissenschaft

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