Designästhetik

Theorie und soziale Praxis

Design ist allgegenwärtig – es durchtränkt gleichsam das Leben, oftmals unbewusst, doch immer durchscheinend und folgenhaft. Es ist Bestandteil des Habitus und unverzichtbarer Teil einer jeden Identität. Selbst im bewussten Verzicht auf Design kommt eine spezifische Designästhetik zum Ausdruck, die anders sein möchte. Doch welche Normierungen greifen hier und dienen als Orientierung für Absetzbewegungen? Dies zeigt sich vor allem in der Prägung durch massenmediale Diskurse.

Die Beiträge des Bandes entwickeln zu diesem zentralen Dispositiv einen theoretischen wie praktischen Rahmen und reflektieren Indikatoren für entsprechende Leistungen.

29,99 € *

2020-02-27, ca. 234 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4775-4

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Februar 2020

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Oliver Ruf

Oliver Ruf, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Deutschland

Stefan Neuhaus

Stefan Neuhaus, Universität Koblenz-Landau, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Thema betrifft ja eine Schnittstelle verschiedener Disziplinen und Denkweisen, die dennoch ein derart homogenes Forschungsfeld bietet, dass es auf zwei Begriffe gebracht werden kann: Design und Ästhetik. Entsprechend soll in den einzelnen Beiträgen des Bandes ein Dialog zustande kommen, der solche Stimmen zusammen führt, die zu diesen beiden Feldern und vor allem auch zu deren Verbindung im Begriff ›Designästhetik‹ etwas zu sagen haben – von der Design-, Kunst- und Medienwissenschaft über die Philosophie bis hin zur Literaturwissenschaft. Damit wollen wir eine Diskussion erreichen, die, wie wir in der Einleitung näher ausführen, dem immer stärker diskutierten Dispositiv der Ästhetisierung und des Ästhetischen einen theoretischen wie praktischen Rahmen zu geben vermag. Zugleich ist es unser Anliegen, Indikatoren für die Leistungen einer solchen spezifischen Ästhetik herauszustellen, mit denen sich Design als kontextabhängiges und komplexes Verfahren von ästhetischen Codierungen beschreiben lässt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der hier versuchte neue Ansatz denkt das zusammen, was sich oft geradezu feindlich gegenüber steht: Theorie und Praxis des Designs. Wenn sich Gestaltung u.a. aus Elementen wie Entwerfen, Planen oder Projektieren konstituiert, dann entsteht bereits, so die Ausgangsbeobachtung, ein (erster) theoretischer Rahmen, der sich aus unterschiedlichen Disziplinen speist. Vor diesem Hintergrund werden im vorliegenden Buch dessen Anwendungsmöglichkeiten für die Leistung von Designproduktion wie für die Analyse von Designrezeption vor allem im digitalen Zeitalter beschrieben und ausgelotet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Design ist sowohl omnipräsent wie erklärungsbedürftig und dies wird auch immer mehr von der Forschung in verschiedenen Disziplinen erkannt. Der Versuch, eine Designwissenschaft als eigenes Fach zu etablieren, ist dafür ein Beleg. In diesem Diskurs steht unser Band, der Blicke auf eine vornehmlich geisteswissenschaftlich konzeptualisierte Designforschung präsentiert und dies mit beispielhaften Belegen kontextualisiert, um Design und seine spezifischen Ästhetiken exemplarisch näher zu untersuchen. Design wird dabei, so ein weiterer Befund, oftmals durch Medien und deren Ästhetiken gemacht, verwendet, erhalten und auch wieder verworfen. Literatur und Kunst können, in ihrer Doppelfunktion als Beobachter und als Teil von spezifischen ästhetischen Design-Konzepten, zudem helfen, diesen theoretischen Blick zu schärfen. Im Zuge dessen zeigt sich schließlich, dass altes oder sogar totgesagtes Design einen reichen Horizont zum Verständnis neuen Designs bietet – nicht zuletzt auch für seine differenten, meist widersprüchlichen Rollen in der zeitgenössischen Medienkultur.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Stefan Neuhaus: Mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx.

Oliver Ruf: Tatsächlich mit Roland Barthes.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Design ist allgegenwärtig und ohne Ästhetik nicht zu denken.

Autor_in(nen)
Oliver Ruf / Stefan Neuhaus (Hg.)
Buchtitel
Designästhetik Theorie und soziale Praxis
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 234
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 19 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4775-4
Warengruppe
1585
BIC-Code
AK
BISAC-Code
DES008000
THEMA-Code
AK
Erscheinungsdatum
2020-02-27
Auflage
1
Themen
Ästhetik, Design
Adressaten
Designwissenschaft, Kulturwissenschaft, Philosophie, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Design, Ästhetik, Designtheorie, Philosophie, Medientheorie, Habitus, Identität, Normierung

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