Vom Arbeiterkind zur Professur

Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen

Noch immer gibt es große Hürden für einen Bildungsaufstieg – nach wie vor stammt nur eine Minderheit der Professor*innen aus der Arbeiterklasse. Was bedeutet es diesen Aufsteiger*innen, eine Professur erreicht zu haben? Wie erleben sie die Universität und das Versprechen der Chancengleichheit? Und wie haben ihre eigenen Aufstiegserfahrungen sie als Wissenschaftler*innen geprägt?

Erstmals äußern sich in diesem Buch Professor*innen unterschiedlicher Fächer zu ihrem »Klassenübergang« und zur Verknüpfung von sozialer Herkunft und Wissenschaft. Gerahmt werden die persönlichen Schilderungen durch ausgewählte Beiträge aus der Ungleichheitsforschung, u.a. von Christoph Butterwegge, Michael Hartmann und Andrea Lange-Vester.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Vom Arbeiterkind zur Professur

    Seiten 9 - 64
  4. I. Sozialwissenschaftliche Rahmung

    Sphärendiskrepanz und Erwartungsdilemma

    Seiten 67 - 88
  5. Bildungsaufstieg — Realität, Utopie und/oder Ideologie?

    Seiten 89 - 102
  6. Literarische Selbstzeugnisse von Bildungsaufsteiger*innen zwischen Autobiographie und Sozioanalyse

    Seiten 103 - 128
  7. II. Autobiographische Notizen

    Gleich und doch verschieden. Erinnerungsbruchstücke

    Seiten 131 - 142
  8. »Wo gehöre ich hin?« Gedanken eines Arbeiterkindes

    Seiten 143 - 152
  9. Solidarität als Bedingung von sozialer Mobilität

    Seiten 153 - 162
  10. Autobiographische Notizen eines ›Aufsteigers‹ – ›Wege einer anderen Bildung‹

    Seiten 163 - 184
  11. Soziale Herkunftserfahrung als Sensibilisierung für Chancengleichheit und Diversität

    Seiten 185 - 192
  12. Das Professorenkostüm

    Seiten 193 - 206
  13. Von wo ich herkomme

    Seiten 207 - 220
  14. »Hintertreppen zum Elfenbeinturm«

    Seiten 221 - 236
  15. Vom Bauernsohn zum Prorektor

    Seiten 237 - 246
  16. »Was soll aus dem Mädchen denn werden — alte Tante auf dem Hof?«

    Seiten 247 - 260
  17. Die Entdeckung am Sonnentor von Tiahuanaco

    Seiten 261 - 274
  18. Statuspassagen im Lebensverlauf

    Seiten 275 - 290
  19. »Mach was aus dir, aber bleibʼ der Alte!« — Von Auswärtsspielen am Rande erfolgreicher Wege

    Seiten 291 - 304
  20. Putzfrau oder Professorin: Hat man die Wahl?

    Seiten 305 - 318
  21. Herkunft versus Zukunft

    Seiten 319 - 326
  22. Von der Hauptschule an die Hochschule

    Seiten 327 - 338
  23. Keine Rückkehr nach Wattenscheid

    Seiten 339 - 350
  24. Das UNTEN spürst du immer

    Seiten 351 - 358
  25. Dem weißen Kaninchen gefolgt …

    Seiten 359 - 376
  26. III. Soziobiographische Kommentierung

    Vom ›Arbeiterkind‹ zur Professur — Merkmale eines erfolgreichen Aufstiegs

    Seiten 379 - 388
  27. Über Habitusmuster und Milieuherkunft von Bildungsaufsteiger*innen im akademischen Feld

    Seiten 389 - 410
  28. IV. Im Dialog

    »Auch der Homo academicus hat eine Herkunft!«

    Seiten 413 - 430
  29. Autor*innenverzeichnis

    Seiten 431 - 438
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28,00 € *

2020-02-21, 438 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4778-5

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Julia Reuter

Julia Reuter, Universität zu Köln, Deutschland

Markus Gamper

Markus Gamper, Universität zu Köln, Deutschland

Christina Möller

Christina Möller, Fachhochschule Dortmund, Deutschland

Frerk Blome

Frerk Blome, Leibniz Universität Hannover, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Zeit der großen Bildungsexpansionen ist vorbei und mit der gestiegenen Abiturient*innen- und Studienanfänger*innenquote scheint auch die Diskussion um die Ungerechtigkeiten im Bildungssystem abgeflacht zu sein. Dabei gibt es sie nach wie vor und sie sind mit dem Eintritt in die Hochschule nicht verschwunden. Soziale Herkunft bleibt ein Filterkriterium für die Bewertung und Anerkennung von Leistung, bei der Rekrutierung von Personal und Zuweisung von Reputation in der Wissenschaft. Arbeiterkinder haben es nach wie vor schwer.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstmals werden Herkunftseffekte und Facetten der institutionellen Diskriminierung in wissenschaftlichen Karrieren beleuchtet. Anhand von exklusiven Selbstzeugnissen von Professor*innen aus nicht-akademischen Milieus zeichnet der Band einen Gegenentwurf zu sozial bereinigten Karriereratgebern, Universitätsleitbildern oder hochgezüchteten Lebensläufen von Wissenschaftler*innen, in denen für persönliche Empfindungen in der Regel kein Platz ist. Abgerundet durch die Beiträge aus Forschung und Nachwuchsförderung ergibt sich so ein vollständiges Bild zur aktuellen Situation und Diskussion zur Illusion der Chancengleichheit an Hochschulen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Klassismus an Hochschulen ist international ein nach wie vor hochaktuelles Thema, das allerdings durch die starke Konzentration auf Geschlechterungleichheiten bzw. Gleichstellungsmaßnahmen, etwa in der Diversity-Debatte, verdeckt wurde und wird. Der Begriff Diversity ist hier bisher noch zu wenig intersektional durchdacht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Kolleg*innen aus Bildungs- und Ungleichheitssoziologie, mit Verantwortlichen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen, mit Initiativen, die sich für Chancengleichheit von sogenannten Arbeiterkindern einsetzen und natürlich der interessierten Öffentlichkeit sowie politischen Entscheidungsträger*innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band versammelt O-Töne von Wissenschaftler*innen, die es als Aufsteiger*in bis zur Professur geschafft haben und gibt Antworten auf die Frage, warum es nach wie vor so schwer ist.

O-Ton: »In unserer Gesellschaft spielt die soziale Herkunft eine große Rolle bei den Bildungs- und Karrierechancen« – Christina Möller im Interview bei www.ruhrbarone.de am 03.06.2020.
http://bit.ly/36Y1q6g
»Der Band erfüllt zwei Aufgaben. Er kann gewinnbringend von denen gelesen werden, die von Zweifeln geplagt sind, ob die akademische Karriere für sie der richtige Weg ist.
Das Buch kann jedoch auch gewinnbringend im Hinblick auf ihre sozialwissenschaftlichen Botschaften studiert werden, nämlich ernst zu machen mit dem Anliegen, bildungspolitische Verhältnisse so zu ändern, dass Aufstiegschancen chancengleicher verteilt werden.«
Hans Günther Homfeldt, www.socialnet.de, 26.05.2020
Besprochen in:
www.lehrerbibliothek.de, 09.03.2020, Oliver Neumann
www.nordstadtblogger.de, 16.05.2020, Thomas Engel
Deutschlandfunk – Campus & Karriere, 02.06.2020, Levent Aktoprak
Buchtitel
Vom Arbeiterkind zur Professur Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
438
Ausstattung
kart., Klebebindung, 30 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4778-5
DOI
Warengruppe
1727
BIC-Code
JFFM PDR JNA
BISAC-Code
SOC050000 SCI075000 EDU040000 SOC026000
THEMA-Code
JBFQ PDR JNA
Erscheinungsdatum
2020-02-21
Auflage
1
Themen
Wissenschaft, Soziale Ungleichheit, Bildung
Adressaten
Sozial- und Kulturwissenschaft, Wissenschafts- und Hochschulforschung sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Klasse, Soziale Ungleichheit, Soziale Mobilität, Aufsteiger*innen, Professor*innen, Universität, Fachhochschulen, Wissenschaftskarriere, Bildungsungleichheit, Bildungsaufstieg, Chancengleichheit, Habitus, Wissenschaft, Bildung, Wissenschaftssoziologie, Bildungssoziologie, Bildungsforschung, Soziologie

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