Vom Arbeiterkind zur Professur

Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen

Noch immer gibt es große Hürden für einen Bildungsaufstieg – nach wie vor stammt nur eine Minderheit der Professor*innen aus der Arbeiterklasse. Was bedeutet es diesen Aufsteiger*innen, eine Professur erreicht zu haben? Wie erleben sie die Universität und das Versprechen der Chancengleichheit? Und wie haben ihre eigenen Aufstiegserfahrungen sie als Wissenschaftler*innen geprägt?

Erstmals äußern sich in diesem Buch Professor*innen unterschiedlicher Fächer zu ihrem »Klassenübergang« und zur Verknüpfung von sozialer Herkunft und Wissenschaft. Gerahmt werden die persönlichen Schilderungen durch ausgewählte Beiträge aus der Ungleichheitsforschung, u.a. von Christoph Butterwegge, Michael Hartmann und Andrea Lange-Vester.

24,99 € *

27. März 2020, 438 Seiten
ISBN: 978-3-7328-4778-5
Dateigröße: 6.52 MB

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Julia Reuter

Julia Reuter, Universität zu Köln, Deutschland

Markus Gamper

Markus Gamper, Universität zu Köln, Deutschland

Christina Möller

Christina Möller, Fachhochschule Dortmund, Deutschland

Frerk Blome

Frerk Blome, Leibniz Universität Hannover, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Zeit der großen Bildungsexpansionen ist vorbei und mit der gestiegenen Abiturient*innen- und Studienanfänger*innenquote scheint auch die Diskussion um die Ungerechtigkeiten im Bildungssystem abgeflacht zu sein. Dabei gibt es sie nach wie vor und sie sind mit dem Eintritt in die Hochschule nicht verschwunden. Soziale Herkunft bleibt ein Filterkriterium für die Bewertung und Anerkennung von Leistung, bei der Rekrutierung von Personal und Zuweisung von Reputation in der Wissenschaft. Arbeiterkinder haben es nach wie vor schwer.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstmals werden Herkunftseffekte und Facetten der institutionellen Diskriminierung in wissenschaftlichen Karrieren beleuchtet. Anhand von exklusiven Selbstzeugnissen von Professor*innen aus nicht-akademischen Milieus zeichnet der Band einen Gegenentwurf zu sozial bereinigten Karriereratgebern, Universitätsleitbildern oder hochgezüchteten Lebensläufen von Wissenschaftler*innen, in denen für persönliche Empfindungen in der Regel kein Platz ist. Abgerundet durch die Beiträge aus Forschung und Nachwuchsförderung ergibt sich so ein vollständiges Bild zur aktuellen Situation und Diskussion zur Illusion der Chancengleichheit an Hochschulen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Klassismus an Hochschulen ist international ein nach wie vor hochaktuelles Thema, das allerdings durch die starke Konzentration auf Geschlechterungleichheiten bzw. Gleichstellungsmaßnahmen, etwa in der Diversity-Debatte, verdeckt wurde und wird. Der Begriff Diversity ist hier bisher noch zu wenig intersektional durchdacht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Kolleg*innen aus Bildungs- und Ungleichheitssoziologie, mit Verantwortlichen in Hochschulen und Forschungseinrichtungen, mit Initiativen, die sich für Chancengleichheit von sogenannten Arbeiterkindern einsetzen und natürlich der interessierten Öffentlichkeit sowie politischen Entscheidungsträger*innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band versammelt O-Töne von Wissenschaftler*innen, die es als Aufsteiger*in bis zur Professur geschafft haben und gibt Antworten auf die Frage, warum es nach wie vor so schwer ist.

»Es ist das besondere Verdienst der Herausgeber*innen, mit diesem Buch ein noch immer wirksames Tabu in der akademischen Welt zu brechen, indem die darin zu Wort kommenden Professor*innen die eigene soziale Herkunft und Lebensgeschichte thematisieren und als wichtigen Ungleichheitsfaktor entlarven.«
Angela Graf, H-Soz-u-Kult, 18.11.2020
»Die Auswahl ist [...] in den verschiedenen Bereichen Alter, Sexualität, mit oder ohne Einwanderungsgeschichte und Fachgebiet breit gestreut und ermöglicht so einen guten Einstieg in das Thema.«
Michael Lausberg, www.scharf-links.de, 08.11.2020
»In diesem Buch [sollten] sehr viele verschiedene Gruppen eine interessante Lektüre finden, angefangen von Professor*innen selbst, über Promovierende und Studierende, bis hin zu Politiker*innen, Journalist*innen und zur breiten Öffentlichkeit. Es warten spannende Einblicke in die Wege zur Professur, aber auch vielfältige Angebote zur kritischen Reflexion des hierarchischen Gesellschaftssystems.«
Andreas Hadjar, Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 3 (2020)
O-Ton: »Bei Bildungschancen ist die soziale Klasse viel wirkmächtiger als das Geschlecht« – Christina Möller im Interview bei Hertz 87.9 am 07.10.2020.
http://bit.ly/30KpuaL
O-Ton: »Von Chancengleichheit für Arbeiterkinder sind wir weit entfernt« – Christina Möller im Interview bei Moment am 14.09.2020.
http://bit.ly/2ZCoJA9
O-Ton: »Die Tendenz einer sozialen Schließung steigt« – Christina Möller im Interview beim vorwärts am 03.09.2020.
http://bit.ly/3hbnfCY
»Dies Sachbuch ist herzergreifend und macht Hoffnung. Auch wenn die Hoffnung, wissenschaftlich, wie im Buch beschrieben, nicht begründet ist.«
Christoph Bannat, www.textem.de, 05.08.2020
»Was den soziologischen Wälzer [...] jenseits der Fachgemeinde interessant macht, ist sein umfangreicher Mittelteil: darin gehen 19 ProfessorInnen in autobiografischen Essays der Frage nach, wie sie – gegen alle Widerstände des Bildungssystems – ihren (im einschlägigen Fachjargon) soziokulturellen Extremaufstieg per sozialer Langstreckenmobilität geschafft haben.«
Uwe Schütte, taz, 14.07.2020
O-Ton: »In unserer Gesellschaft spielt die soziale Herkunft eine große Rolle bei den Bildungs- und Karrierechancen« – Christina Möller im Interview bei www.ruhrbarone.de am 03.06.2020.
http://bit.ly/36Y1q6g
»Der Band erfüllt zwei Aufgaben. Er kann gewinnbringend von denen gelesen werden, die von Zweifeln geplagt sind, ob die akademische Karriere für sie der richtige Weg ist.
Das Buch kann jedoch auch gewinnbringend im Hinblick auf ihre sozialwissenschaftlichen Botschaften studiert werden, nämlich ernst zu machen mit dem Anliegen, bildungspolitische Verhältnisse so zu ändern, dass Aufstiegschancen chancengleicher verteilt werden.«
Hans Günther Homfeldt, www.socialnet.de, 26.05.2020
Besprochen in:
www.lehrerbibliothek.de, 09.03.2020, Oliver Neumann
www.nordstadtblogger.de, 16.05.2020, Thomas Engel
Deutschlandfunk – Campus & Karriere, 02.06.2020, Levent Aktoprak
Mitbestimmung, 4 (2020), Dirk Manten
Fachbuchjournal, 4 (2020), Dittmar Dahlmann
Buchtitel
Vom Arbeiterkind zur Professur Sozialer Aufstieg in der Wissenschaft. Autobiographische Notizen und soziobiographische Analysen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
438
Ausstattung
30 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-7328-4778-5
DOI
10.14361/9783839447789
Warengruppe
1727
BIC-Code
JFFM PDR JNA
BISAC-Code
SOC050000 SCI075000 EDU040000 SOC026000
THEMA-Code
JBFQ PDR JNA
Erscheinungsdatum
27. März 2020
Themen
Wissenschaft, Soziale Ungleichheit, Bildung
Adressaten
Sozial- und Kulturwissenschaft, Wissenschafts- und Hochschulforschung sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Klasse, Soziale Ungleichheit, Soziale Mobilität, Aufsteiger*innen, Professor*innen, Universität, Fachhochschulen, Wissenschaftskarriere, Bildungsungleichheit, Bildungsaufstieg, Chancengleichheit, Habitus, Wissenschaft, Bildung, Wissenschaftssoziologie, Bildungssoziologie, Bildungsforschung, Soziologie

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