Identitäten im Konflikt

Palästinensische Erinnerung an die Nakba 1948 und deren Wirkung auf die dritte Generation

»Nakba« bedeutet »Katastrophe« und bezeichnet aus arabischer Sicht die erste Eskalation des Konflikts zwischen Juden und Palästinensern 1948. Wer den heutigen Nahostkonflikt verstehen will, muss auch die Bedeutung der Nakba als wichtigen Bestandteil des palästinensischen Selbstverständnisses und die damit verbundene intergenerationelle Weitergabe von Erinnerungen berücksichtigen. Den Einfluss dieses Erbes auf die sogenannte dritte Generation untersucht Katharina Kretzschmar interdisziplinär anhand ausführlicher biografischer Interviews mit Palästinensern aus Israel, der Westbank und dem Gazastreifen. Ihre Interviewpartner gehören der Generation an, die die Zukunft des Nahen Ostens maßgeblich mitgestalten wird.

Mit einem Vorwort von Wolfgang Benz.

34,99 € *

2019-07-15, 212 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4787-7

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Katharina Kretzschmar

Katharina Kretzschmar, Museen Tempelhof-Schöneberg Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Nahost-Konflikt besteht schon lange und es ist derzeit keine Lösung absehbar. Mich interessiert, was dieser Langzeitkonflikt mit dem Selbstverständnis der Akteure macht, welchen Einfluss er neben der politisch-gesellschaftlichen Ebene auch auf das Individuum nimmt. Ich verfolge den Forschungsansatz, dass die Beschäftigung mit der Perspektive der Einzelnen, Aufschluss über die Entstehung und Struktur gesellschaftlicher Phänomene und auch deren Lösung gibt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es bietet einen tiefgehenden Einblick in die Weltsicht von Palästinensern der sogenannten 3. Generation, zu denen es bislang kaum Untersuchungen gibt. Sie sind geprägt von den Erzählungen über die Nakba, haben aber eine andere politische Haltung inne als ihre Eltern und Großeltern. Sie fordern politische Teilhabe und sind aufgrund ihrer guten Ausbildung selbstbewusster als ihre Vorfahren. Sie werden die Zukunft in der Region mitgestalten. Es zeigt, welchen Einfluss die Weitergabe von Erinnerungen hat.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der interdisziplinäre Ansatz des Buches greift in die Debatten über Interdisziplinarität.

Die Diskussion flexibler Identitätskonstruktion ist hochaktuell, da die Biographien heute mehr Einflüssen, Brüchen und Neujustierungen ausgesetzt sind.

Die Auseinandersetzung mit dem intergenerationellen Erzählen und der Kollektivierung von Erinnerung ist gerade im Hinblick auf die deutsche Zeitgeschichte und auch der aktuellen politischen Entwicklungen von Relevanz.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Auf wissenschaftlicher Ebene interdisziplinär mit Vertretern der Oral History und der Sozialwissenschaften. Lutz Niethammer und Gabriele Rosenthal z.B. oder auch Aleida Assmann. Inhaltlich fände ich ein Gespräch mit Moshe Zimmermann, Sabine Damir-Geilsdorf oder Ahmad Mansour spannend. Sylke Tempel und Dan Bar-On wären sehr interessante Gesprächspartner gewesen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch bietet einen notwendigen Einblick in die Perspektive junger Palästinenser aus der Konfliktregion, in die Bedeutung der Nakba und ihre Relevanz für die Gegenwart.

Autor_in(nen)
Katharina Kretzschmar
Buchtitel
Identitäten im Konflikt Palästinensische Erinnerung an die Nakba 1948 und deren Wirkung auf die dritte Generation
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
212
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-4787-7
Warengruppe
1557
BIC-Code
HBLW3 HBTB
BISAC-Code
HIS037070 HIS054000
THEMA-Code
NHTB
Erscheinungsdatum
2019-07-15
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Erinnerungskultur
Adressaten
Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Biografieforschung, Migrationsforschung und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Nakba, Nahost-Konflikt, Palästinensische Identität, Kollektives Gedächtnis, Individuelles Gedächtnis, Oral History, Erinnerung, Biografie, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur, Zeitgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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