Gewaltige Liebe

Praktiken und Handlungsorientierungen junger Frauen in gewaltgeprägten Paarbeziehungen

Wie erleben junge Frauen Gewalt in den ersten eigenen Paarbeziehungen? Welche Rolle spielen Gewalterfahrungen in der Herkunftsfamilie und wie prägen diese die eigenen Beziehungsvorstellungen? Im europäischen Kontext ist der Forschungsdiskurs zu Gewalt in jugendlichen Paarbeziehungen kaum entwickelt. Vor allem aber fehlt die Subjektperspektive: die Erfahrungen, die jugendliche und junge Frauen in ihren ersten Liebesbeziehungen machen. Eva Maria Lohner macht die gesellschaftliche Relevanz dieser Perspektive deutlich und zeigt, dass sich vor ihrem Hintergrund bedeutsame Anschlussstellen für sozialpädagogische Unterstützung und Begleitung ableiten lassen.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 10
  3. 1 Einleitung

    Seiten 11 - 16
  4. 2 Paarbeziehung im gesellschaftlichen Wandel

    2.1 Soziologische Perspektiven auf Paarbeziehung

    Seiten 17 - 28
  5. 2.2 Fazit

    Seiten 28 - 30
  6. 3 Paarbeziehung als biografisches Projekt

    3.1 Biografie als wissenschaftliches Konzept

    Seiten 31 - 34
  7. 3.2 Sozialisation und Biografie

    Seiten 34 - 36
  8. 3.3 Subjekttheoretische Perspektiven in der Biografieforschung

    Seiten 37 - 39
  9. 3.4 Fazit

    Seiten 39 - 42
  10. 4 Gewalt in Paarbeziehungen Jugendlicher und junger Erwachsener

    4.1 Liebesbeziehungen im Jugend- und jungen Erwachsenenalter

    Seiten 43 - 47
  11. 4.2 Gewalt in Liebesbeziehungen

    Seiten 47 - 56
  12. 4.3 Fazit

    Seiten 56 - 58
  13. 5 Stand der Forschung

    5.1 Forschungsergebnisse zu Beziehungskonzepten und Lebensthemen junger Frauen

    Seiten 59 - 62
  14. 5.2 Forschungsstand zu Gewalt in den ersten eigenen Paarbeziehungen

    Seiten 62 - 74
  15. 6 Zwischenfazit

    Seiten 75 - 78
  16. 7. Methodologie und Methode

    7.1 Qualitatives Forschungsdesign und dokumentarische Methode

    Seiten 79 - 87
  17. 7.2 Methodische und methodologische Überlegungen zur empirischen Erhebung von Gewalt in Paarbeziehungen

    Seiten 87 - 88
  18. 7.3 Der Prozess der Datenerhebung

    Seiten 88 - 97
  19. 7.4 Der Prozess der Datenauswertung

    Seiten 97 - 100
  20. 7.5 Reflektierte Subjektivität

    Seiten 100 - 102
  21. 7.6 Grenzen und Chancen der narrativen Gesprächsführung bei Menschen mit Traumatisierungen und Umgang mit Traumatisierungen im narrativen Interview

    Seiten 102 - 104
  22. 7.7 Fazit

    Seiten 104 - 106
  23. 8.1 Falldarstellungen

    8.1.1 Anna – »immer wieder die gleichen Männer immer wieder […] das gleiche Schema« (169f.)

    Seiten 110 - 140
  24. 8.1.2 Amy – »es hat ja alles immer so n Kreis so n Lebenskreis« (293f.)

    Seiten 140 - 160
  25. 8.1.3 Zofia – »irgendwann ging mir das: […] soweit dass ich dann wirklich auch für mich entschieden hab […] und jetzt wirklich geh« (114-116)

    Seiten 160 - 182
  26. 8.1.4 Daria – »wenn er handgreiflich wird geht's schon mal gar nich« (587f.)

    Seiten 183 - 203
  27. 8.1.5 Alina – »ich hab immer gedacht ja okay, er liebt mich« (61)

    Seiten 203 - 220
  28. 8.1.6 Jasmin – »wenn's dann nich gepasst hat hab ich Schläge gekriegt und des war eigentlich jeden Tag so« (312f.)

    Seiten 220 - 238
  29. 8.2 Typengenese: Praktiken und Handlungsorientierungen im Umgang mit Gewalt

    8.2.1 Der Typus »Pertinenz« – »die Liebe, die ich immer gesucht habe«

    Seiten 238 - 242
  30. 8.2.2 Der Typus »Autonomie« – »sich allein als wertvoll erfahren ohne die Bestätigung des Partners«

    Seiten 242 - 245
  31. 8.2.3 Der Typus »Abhängigkeit« – »und wenns dann nicht gepasst hat hab ich Schläge gekriegt«

    Seiten 245 - 248
  32. 9 Diskurstheoretische Betrachtungen

    9.1 Ergebnisteil I: Adressierungen und Readressierungen

    Seiten 249 - 260
  33. 9.2 Ergebnisteil II: Gewalt zwischen Wandel und Persistenz: Widerstandsstrategien und Ansatzpunkte für ein reformuliertes Gewaltverständnis

    Seiten 260 - 269
  34. 9.3 Anschlusspunkte für sozialpädagogische Unterstützung und Ausblick

    Seiten 269 - 272
  35. 10 Literatur

    Seiten 273 - 290
  36. 11 Anhang

    11.1 A 1 Transkriptionsregeln

    Seiten 291 - 292
  37. 11.2 A 2 Anschreiben im Rahmen der Datenerhebung

    Seiten 293 - 294
  38. Dank

    Seiten 295 - 298
Mehr
Open Access

2019-10-18, 298 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4800-7
Dateigröße: 3.75 MB

Weiterempfehlen

Eva Maria Lohner

Eva Maria Lohner, Universität Tübingen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bisherige Studien zu dem Thema waren insbesondere quantitativ ausgerichtet und haben sich vor allem mit dem Vorkommen sowie der konkreten Ausformung von Gewalthandlungen beschäftigt.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Studie einen qualitativen Ansatz, der die subjektiven Wahrnehmungen und beziehungsgestaltenden Praktiken betroffener Frauen zum Ausgangspunkt macht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Anknüpfend an aktuelle diskurs- und subjekttheoretische Auseinandersetzungen wird eine Perspektive auf Handlungsmacht sichtbar, die, ohne das konkrete Leiden der Frauen zu negieren, das den biografischen Prozessen und Äußerungsformen inhärente Widerstandspotenzial in den Blick nimmt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Jugendliche und junge Erwachsene wurden in der bisherigen Forschung zu Paarbeziehungen kaum als eigenständige Gruppe in den Blick genommen. Auch wurde die Spezifik von Gewaltbeziehungen jungendlicher und junger Frauen trotz der inzwischen breit entwickelten Diskussionen um häusliche Gewalt bislang wenig konkret untersucht. Die Thematisierung der Subjektperspektive schließt diese Lücke im aktuellen Forschungsdiskurs.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Menschen, die zur Qualifizierung einer sozialpädagogischen Praxis beitragen, um gemeinsam das transformatorische Potenzial in Biografien als wichtigem Anschlusspunkt für eine professionelle Unterstützung und Begleitung in den Blick zu nehmen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Studie beleuchtet aus Subjektperspektive die beziehungsgestaltenden Praktiken junger Frauen im Umgang mit Gewalt während der ersten Paarbeziehung(en).

Autor_in(nen)
Eva Maria Lohner
Buchtitel
Gewaltige Liebe Praktiken und Handlungsorientierungen junger Frauen in gewaltgeprägten Paarbeziehungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
298
Ausstattung
4 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4800-7
DOI
Warengruppe
1578
BIC-Code
JKSN JFFE
BISAC-Code
SOC025000 SOC051000
THEMA-Code
JKSN JBFK
Erscheinungsdatum
2019-10-18
Themen
Gesellschaft, Geschlecht, Gewalt, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Pädagogik sowie Praktiker_innen im Bereich der Sozialen Arbeit
Schlagworte
Gewalt, Junge Frauen, Teenager, Liebesbeziehung, Paarbeziehung, Gewalterfahrung, Soziale Ungleichheit, Geschlecht, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Jugend, Pädagogik

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung