Der Geist des Windparks

Indigene Perspektiven auf erneuerbare Energie in Mexiko

Erneuerbare Energien werden weltweit ausgebaut. Dies betrifft vermehrt auch indigene Gruppen, deren Lebensweisen und Weltanschauungen dadurch herausgefordert werden. So betrachten die in Mexiko lebenden Ikojts Windenergie als kontaminierend und deshalb als Bedrohung für die Ökologie ihrer Lagune. Oliver D. Liebig untersucht ihre Sichtweise und denkt das Verhältnis von Natur, erneuerbarer Energie und sozialem Leben neu – nicht zuletzt aus Sicht des Windes. Auf diese Weise entsteht ein Entwurf von erneuerbarer Energie, der diese – jenseits von einer Fixierung als Ressource – mit den lokalen Gegebenheiten in Zusammenhang stehend betrachtet.

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26. Februar 2020, 264 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4815-7

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Oliver D. Liebig

Oliver D. Liebig, Ludwig-Maximilians-Universität München, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Um mit dem Klimawandel einem der drängendsten Probleme unserer Zeit zu begegnen, wird weltweit die Energiewende angestrebt. Es gilt daher, besser zu verstehen, was erneuerbare Energien in verschiedenen kulturspezifischen Sichtweisen ausmacht. Ein derartig vertieftes Verständnis ermöglicht, Projekte von erneuerbaren Energien besser in die lokale Umwelt zu integrieren und zugleich die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu berücksichtigen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Jenseits von einer Fixierung als Ressource werden erneuerbare Energien in ihrer Verfasstheit analysiert, die sie in ihrem lokalen Kontext aus Sicht einer indigenen Gruppe annehmen. Dadurch wird ersichtlich, dass diese Art der Energieerzeugung für indigene Gruppen mit vielfältigen kulturspezifischen Aspekten sowie umweltbezogenen Praktiken in Zusammenhang steht. Statt als eine allgemeine Kategorie werden erneuerbare Energien damit in ihrer lokalen Ausprägung begreifbar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Studie trägt einerseits dazu bei, über die Analyse der indigenen Perspektiven auf erneuerbare Energie allgemeine Mensch-Umwelt-Beziehungen besser zu verstehen. Zum anderen leistet sie einen ethnologischen Beitrag zum Feld der erneuerbaren Energien, in dem indigene Perspektiven noch unterrepräsentiert sind, insbesondere in Bezug auf Windenergie.

Zudem handelt es sich bei dem Buch um die erste umfassende deutschsprachige Publikation zu der in Mexiko ansässigen indigenen Gruppe der Ikojts (Huave).

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Kirsten Hastrup, um darüber zu diskutieren, was erneuerbare Energien für die Sicht der Ethnologie auf Natur bedeuten, und mit Isabelle Stengers, um über einen Ausweg aus dem Dilemma von erneuerbaren Energien, der Ausgrenzung indigener Gruppen, dem Klimawandel und menschengemachten Umweltveränderungen nachzudenken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Abhängig von ihren Natur- und Sozial-Beziehungen kann für indigene Gruppen das, was erneuerbare Energien ausmacht, gänzlich anders verfasst und damit auch zu anderem fähig sein.

Autor_in(nen)
Oliver D. Liebig
Buchtitel
Der Geist des Windparks Indigene Perspektiven auf erneuerbare Energie in Mexiko
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
264
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 15 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4815-7
DOI
10.14361/9783839448151
Warengruppe
1752
BIC-Code
JHMC RNT
BISAC-Code
SOC002010 SOC026000
THEMA-Code
JHMC RNT
Erscheinungsdatum
26. Februar 2020
Auflage
1
Themen
Kultur, Natur
Adressaten
Ethnologie, Environmental Humanities, Sozial- und Kulturanthropologie, Lateinamerikanistik, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Erneuerbare Energien, Umwelt, Mexiko, Indigenität, Huave, Windkraft, Windenergie, Natur, Lateinamerika, Kontamination, Kultur, Ethnologie, Umweltsoziologie, Kulturanthropologie, Kulturwissenschaft

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