Rassismus im Alltag

Theoretische und empirische Perspektiven nach Chemnitz

Proteste, aufgebrachte Bürger_innen und eine Stadt in Aufruhr – die Bilder von Chemnitz im Herbst 2018 haben die meisten noch vor Augen. Ereignissen wie diesen liegt ein deutschlandweites Phänomen zugrunde: ein Rassismus, der sich im Alltäglichen zeigt, in unangemessenen Bemerkungen, in Bildern und Diskursen, in sozialen Praktiken und Ausschlussmechanismen, in Gewalt und auch in Versuchen, ihn selbst zu leugnen. Die Beiträger_innen des Bandes setzen sich hiermit kritisch auseinander und analysieren aus unterschiedlichen Perspektiven die Mobilisierung rechter Szenen, antisemitischer Einstellungen, Hass und Radikalisierung in sozialen Medien sowie die Erfahrungen von Betroffenen. Damit werden Einblicke in die aktuelle Forschung ermöglicht, die auch engagierte Bürger_innen adressiert.

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2019-10-02, 218 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4821-8

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Heidrun Friese

Heidrun Friese, Technische Universität Chemnitz, Deutschland

Marcus Nolden

Marcus Nolden, Technische Universität Chemnitz, Deutschland

Miriam Schreiter

Miriam Schreiter, Technische Universität Chemnitz, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Rassismus und Ausgrenzung werden im Alltag, in alltäglichen Praktiken ständig (re)produziert. Die Ereignisse in Chemnitz im Herbst 2018, Antisemitismus, Rechtsextremismus und identitäre Bewegungen können sich auf diesen Alltagsrassismus stützen, der mittlerweile auch in digitalen Räumen deutlich wird und zur Mobilisierung beiträgt. Zugleich wird Alltagsrassismus gerne verdrängt und geleugnet. Wir möchten den Blick für diesen Alltagsrassismus und seine Kontexte schärfen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Band beschäftigt sich mit historischen, sozialen, ökonomischen Strukturen und mit den ›unsichtbaren‹ Mikrorassismen, die alltäglich ›den Anderen‹ schaffen, Ausgrenzung herstellen und zugleich eigene Privilegien sichern sollen. Die interdisziplinäre Perspektive verbindet so gesellschaftliche Strukturen mit Alltagshandeln und macht deutlich, dass Alltagsrassismus beileibe keine marginale Rolle in der gesellschaftlichen Realität zukommt, sondern diese zutiefst prägt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Alltagsrassismus hat bislang keine zentrale Bedeutung in der Kultur- und Gesellschaftstheorie. Wir möchten dieser Marginalisierung entgegenwirken und zeigen, welche Facetten diesen Alltagsrassismus ausmachen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit (antirassistischen) Aktivisten, Akteuren der Zivilgesellschaft und denjenigen, die sich dem eigenen Rassismus stellen wollen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Rassismus im Alltag schärft den Blick für alltägliche Praktiken von Ausgrenzung, Diskriminierung, Identitätspolitiken.

Besprochen in:
https://idw-online.de, 18.10.2019
www.blick.de, 25.10.2019
https://transformatorische-bildung.de, 22.11.2019
Der Tagesspiegel, 04.12.2019, Christoph David Piorkowski
Bayern 2 – Zündfunk, 06.12.2019, Lisa Pausch
Buchtitel
Rassismus im Alltag Theoretische und empirische Perspektiven nach Chemnitz
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
218
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 15 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4821-8
DOI
Warengruppe
1728
BIC-Code
JFSL JFC JPFQ
BISAC-Code
SOC031000 SOC022000 POL042030
THEMA-Code
JBSL1 JBCC JPFQ
Erscheinungsdatum
2019-10-02
Auflage
1
Themen
Kultur, Rassismus
Adressaten
Soziologie, Sozialwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Psychologie, Pädagogik, Politikwissenschaft sowie Praktiker_innen in der Antirassismusarbeit
Schlagworte
Rassismus, Alltagsrassismus, Antisemitismus, Framing, Chemnitz, 2018, Radikalisierung, Rechtsradikalismus, Soziale Medien, Kultur, Kulturtheorie, Rechtsextremismus, Cultural Studies, Kulturwissenschaft

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